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Keine Verkehrsberuhigung Salzbergens Bürgermeister weist Schwarzen Peter zurück

Von Sven Lampe

Eine Beruhigung des Verkehrs an der L 39 in Hummeldorf ist weiterhin nicht in Sicht. Foto: Sven LampeEine Beruhigung des Verkehrs an der L 39 in Hummeldorf ist weiterhin nicht in Sicht. Foto: Sven Lampe

Salzbergen. Der Streit um eine mögliche Beruhigung des Verkehrs an der L 39 in Hummeldorf geht in die nächste Runde. Nachdem das Land Niedersachsen jüngst zwei entsprechende Petitionen abgelehnt hatte, ergreift nun Salzbergens Bürgermeister Andreas Kaiser verärgert das Wort.

„Das Land macht es sich zu einfach“, sagt der Verwaltungschef auf eine Anfrage unserer Redaktion: „Anstatt ein paar Verkehrsschilder mit geringem Aufwand zu installieren, will man der Gemeinde einen neuen Radweg für hunderttausende Euro aufzwingen“. Laut Kaiser hätte das Land mit einfachen Mitteln eine Verbesserung der Situation herbeiführen können, indem es für den fraglichen Abschnitt der L 39 ausnahmsweise eine Geschwindigkeitsbeschränkung zugelassen hätte.

„Ein erster wichtiger Schritt“

Der Landtag hatte unlängst zwei inhaltlich gleichlautende Petitionen Hummeldorfer Bürger, die Höchstgeschwindigkeit in dem fraglichen Abschnitt der L 39 auf Tempo 70 zu begrenzen und den südlichen Radweg wieder herzustellen, abgelehnt. In der schriftlichen Begründung der Ablehnung hatte der Landtag indirekt die Gemeinde aufgefordert, sie solle einen zweiten Radweg bauen. Das möchte Kaiser so nicht hinnehmen, da die Straße sich im Eigentum und in Trägerschaft des Landes befindet. Nach Ansicht der Gemeinde wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung für den Abschnitt zwischen Weddenhook und Elsbach auf Tempo 70 oder 80 ein erster wichtiger Schritt gewesen, um diesen Bereich zu entschärfen und die Anlieger zu beruhigen, so Kaiser weiter.

„Das ist nicht in Ordnung“

Verärgert ist Kaiser auch hinsichtlich des Radweges: Diesen habe das Land vor Jahren aufgehoben, ohne die Gemeinde zu fragen. „Jetzt der Gemeinde die Aufgabe zuzuschieben, diesen wieder herzustellen, ist nicht in Ordnung“, sagt Kaiser. Das Land habe damals an den Straßeneinmündungen den Radweg mit Erde überdeckt, so dass an diesen Stellen der Radweg unpassierbar ist. Zumindest in Höhe des Dorfgemeinschaftshauses war seinerzeit mit Zustimmung der Gemeinde ein Teil des südlichen Radweges zugunsten einer neuen Linksabbiegerspur zum Gemeinschaftshaus aufgegeben worden. Für den Erhalt des Weges wäre laut Kaiser zusätzlicher Grunderwerb nötig gewesen. Die Gemeinde habe der Aufhebung ausdrücklich nur für diesen Teilbereich zugestimmt, betont Kaiser. Man hat sich für „den Spatz“, nämlich die Abbiegespur entschieden, weil „die Taube auf dem Dach“ — ein durchgehender zweiter Radweg — nicht zu bekommen gewesen sei. Im Vorfeld der Entscheidung habe die Gemeinde die Landesbehörde mehrfach erfolglos gebeten, den Radweg wieder herzustellen, so der Verwaltungschef weiter.

Land: Ampel nicht zulässig

Interne Unterstützung bekommt Kaiser vom Verwaltungsausschuss der Gemeinde, der ebenfalls ausdrücklich das Land in der Pflicht sieht. Die Wiederherstellung des zweiten Radweges an der Landestraße sei Aufgabe des Landes. Darüber hinaus fordert der Ausschuss, im betroffenen Bereich eine Geschwindigkeitsbegrenzung anzuordnen. Von der Installation einer Dunkelampel im Kreuzungsbereich Laugenweg/L 39/Devesstraße müsse man wohl oder übel Abstand nehmen, bedauert der Ausschuss. Das Land hatte darauf hingewiesen, dass eine derartige Ampel außerhalb einer geschlossenen Ortschaft nicht zulässig sei.

Hummeldorfer kämpfen schon lange

Zahlreiche Hummeldorfer kämpfen seit vielen Jahren für eine Verkehrsberuhigung an der L 39. Stets ohne Erfolg. Die Verkehrskommission des Landkreises Emsland sieht für den Abschnitt nicht genügend Gefährdungspotenzial.