„Ein Dorf an der Ems“ Hermann Schnieders schreibt neues Heimatbuch über Salzbergen

Von Sven Lampe

Autor des neuen Heimatbuches über Salzbergen ist Hermann Schnieders. Foto: Sven LampeAutor des neuen Heimatbuches über Salzbergen ist Hermann Schnieders. Foto: Sven Lampe

Salzbergen. Auf eine Zeitreise durch die Geschichte Salzbergens nimmt Hermann Schnieders die Leser seines jüngsten Buches „Salzbergen — ein Dorf an der Ems“ mit. Der Erlös des 280 Seiten umfassenden Werks geht als Spende an Pastor Roy für dessen Schulprojekt in Haiti.

Angefangen bei der erstmaligen Erwähnung des Ortsnamens „Saltebergh“ in einer Urkunde im Jahre 1172, führt die Geschichtsreise über die Zeit um Christi Geburt, Kaiser Karl den Großen und den 30-jährigen Krieg über die Ära Napoleons, Preußen und den Nationalsozialismus bis in die Gegenwart. Den Geschichten der Kirchen unterschiedlicher Konfession sind ebenso Kapitel gewidmet wie den Schulen und Kindergärten, der Eisenbahn, Landwirtschaft, Industrie und Bevölkerungsentwicklung. Abgerundet wird das Buch durch etliche historische Fotos.

„Brücke zum Geburtsort“

Salzbergens Bürgermeister Andreas Kaiser spricht in seinem Vorwort von dem Buch als Ergänzung des 1972 erschienenen Heimatbuches von Aloys Kohstall und betont, wie wichtig es sei, die Geschichte Salzbergens festzuhalten. „Dieses Buch kann auch für die ehemaligen Salzbergener nicht nur Erinnerung, sondern auch eine stets begehbare Brücke zu ihrem Geburtsort darstellen“, so Kaiser.

„Buch eigentlich nicht geplant“

Eigentlich habe er nach seinen beiden Vorgängerwerken gar kein weiteres Buch schreiben wollen, sagt der 87-Jährige: „Ich wollte es nur für mich aufschreiben“, so der pensionierte Grundschullehrer. Doch dann hätten ihn vor mehr als einem Jahr seine Ehefrau Jutta und Bekannte davon überzeugt, die Ergebnisse seiner Heimatforschung in Form eines Buches für alle Interessierten zugänglich zu machen.

500 Exemplare

Schnieders ist davon überzeugt, dass das zunächst in 500 Exemplaren gedruckte Werk auf Interesse stoßen wird. Allein bei der ersten Präsentation beim Salzbergener Neujahrsempfang seien 65 Stück verkauft worden. Und auch der Absatz in den anderen Verkaufsstellen laufe. Erhältlich ist das Buch für 16,80 Euro in Salzbergen unter anderem beim Tintenklecks, der Sparkasse, der Volksbank und im Rathaus sowie beim Herausgeber, dem Copy-und-Print-Shop in Rheine.

Weitere Arbeit für die Nachwelt geplant

Die Hände in den Schoß legen möchte der gebürtige Rheiner, der seit 1969 in Salzbergen lebt, auch künftig nicht. In seinem Privatarchiv schlummert ein Berg von Briefen aus der Zeit des ersten Weltkrieges. Verfasst sind sie in altdeutscher Schrift — die zu lesen heutzutage nicht mehr viele imstande sind. Schnieders schon: Jetzt hat er sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Briefe in seinen Computer zu schreiben: „Es ist wichtig, derartiges für die Nachwelt zu erhalten.“