Anfragen aus ganz Deutschland Online-Baukasten für Güllewagen aus Brual

Von Jennifer Kemker

Individuelle Güllewagen lassen sich laut Bernd Wittrock und Ellen Goeman mithilfe des Online-Güllewagen-Konfigurators konstruieren. Foto: Jennifer KemkerIndividuelle Güllewagen lassen sich laut Bernd Wittrock und Ellen Goeman mithilfe des Online-Güllewagen-Konfigurators konstruieren. Foto: Jennifer Kemker

Brual. Einen Güllewagen realistisch und nach individuellen Wünschen bauen – das können Interessierte mit dem bisher einzigartigen Güllewagen-Konfigurator der Firma Wittrock Landtechnik aus Brual. Der Online-Baukasten ist auf der Homepage der Firma zu finden.

Die Idee des Konfigurators ist laut Geschäftsführer Jens Moormann-Schmitz dadurch entstanden, dass die Firma in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele Güllefässer konstruiert hat. „Die Nutzer des Konfigurators sollen eine Idee bekommen, was alles möglich ist und wie ein Fahrzeug individuell ausgestattet werden kann“, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Auch im Hinblick auf die Digitalisierung ist das Programm ein Meilenstein.“

Schritt für Schritt zum Wunschwage

Wer die Homepage der Firma aufruft, landet in der „Güllewagen-Manufaktur“, wo sich der Nutzer Schritt für Schritt zum eigenen Wunschwagen vorarbeiten kann. „Dies ist besonders durch die 3D-Darstellung des Güllewagens in Echtzeit gegeben“, sagt Projektleiterin Ellen Goeman. Wie sie weiter erklärt, können sich die Besucher durch die Themen Grundaufbau, Befüllung, Ausbringung und Ausstattung klicken und sich weitere beschreibende Details ansehen. Sollte eine Ausstattungskombination nicht realistisch sein, wird es dem Nutzer durch ein Warndreieck angezeigt.

Wenn der Wagen allen Wünschen entspricht, wird eine E-Mail mit den Inhalten an Wittrock gesendet, sodass ein Angebot erstellt und weitere Details abgesprochen werden können. „Bisher haben wir rund 20 Anfragen aus ganz Deutschland erhalten“, sagte Moormann-Schmitz. Davon seien etwa 20 Prozent aus der Region.

„Verordnung immer schärfer“

Nach Angaben von Geschäftsführer Bernd Wittrock werden die Grenzen in den Stickstoff- und Phosphatwerten in der Düngeverordnung immer schärfer, sodass die Landwirte die Ausbringmengen und -zeiträume genau dokumentieren müssten. Abstände zu Gewässern sowie Sperrfristen für die Ausbringung müssten eingehalten werden. Darüber hinaus sei die bodennahe Ausbringung des organischen Düngers ohne Verschmutzung oder Beschädigung der Pflanzen auf dem Feld ein Thema. Deshalb seien die Landwirte gezwungen, in neue Technik zu investieren. Das Schonen des Bodens durch leichte Technik und große Auflageflächen seien ein weiteres Ziel der neuen Ausbringtechnik.

Die älteste Form der Düngun

Organischer Dünger, sprich Gülle, ist Wittrock zufolge die älteste Form der Düngung und enthalte Mineralstoffe nicht nur für das Pflanzenwachstum, sondern auch für die Bodenlebewesen. „Das geht mit Mineraldünger nicht“, sagte er. In Zukunft stünden die Landwirte vor der Aufgabe, den Dünger in kürzerer Zeit mit einer sehr schlagfertigen Technik während der Wachstumszeit auszubringen. Es gebe bereits Sensoren, die die Anteile von Stickstoff, Kalium und Phosphat messen und wissen, welche Mengen auf den bestimmten Abschnitten des Ackers gebraucht werden.

Viele Landwirte erkennen Wittrock zufolge schnell, welche Vorteile die Digitalisierung ihrer Daten und die Vernetzung der Maschinen mit sich bringen. „Landwirt zu sein, ist und bleibt einer der wichtigsten Berufe auf der Welt“, meint Wittrock.