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22.11.2017, 19:39 Uhr KOMMENTAR

Beim Krippenausbau nicht nur in Steine investieren

Kommentar von Christoph Assies

Bei der Betreuung von Kindern fehlen vielerorts Fachkräfte. Symbolfoto: dpaBei der Betreuung von Kindern fehlen vielerorts Fachkräfte. Symbolfoto: dpa

Rhede. Wer ein optimales Betreuungsangebot für Kinder möchte, darf, wie in Rhede, nicht nur in Steine investieren. Ein Kommentar.

In Rhede werden wieder mehr Kinder geboren. Das ist eine erfreuliche Nachricht für die kleine Gemeinde im nördlichen Emsland.

Zugleich stellt der Babyboom die Verantwortlichen, auch vor große Herausforderungen. Das klassische Familienbild, in dem die Mutter nach der Geburt des Kindes möglichst lange zu Hause bleibt, bröckelt schon lange. Folglich bleibt die Nachfrage nach Krippenplätzen ungebrochen, und es ist gut, dass der Gesetzgeber erkannt hat, dass Kinderbetreuung, auch für Kleinkinder, eine gesellschaftliche Notwendigkeit ist. Finanziell müssen die Bauten gestemmt und möglichst weit im Voraus Erweiterungsmöglichkeiten in den Blick genommen werden. Rhede hat seinerzeit mit dem Bau eines zweiten Kindergartens im Baugebiet Westeresch diese Weitsicht bewiesen.

Ein aber nicht außer Acht zu lassendes Dilemma ist auch im pädagogischen Sektor der Fachkräftemangel. Immer weniger Erzieherinnen sind für immer mehr Kinder verantwortlich. Gute Fachkräfte fehlen und der Personalschlüssel verschlechtert sich. Das geht auf Kosten vor allem der Kinder, die schon früh eine Betreuungseinrichtung besuchen, weil die Eltern bei gestiegenen Lebenshaltungskosten rasch voll weiterarbeiten müssen.

In Rhede wird das Angebot durch die neue Krippe räumlich weiterentwickelt, an Fachkräften mangelt es aber auch dort. Wer ein optimales Betreuungsangebot will, darf also nicht nur in Steine investieren.


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