Anbau für eine Million Euro an Nikolaus-Kindergarten Rhede baut die vierte Krippe

Von Christoph Assies


Rhede. In der Emsgemeinde Rhede werden eine Million Euro für die Erweiterung des Kindergartens St. Nikolaus um eine Krippe investiert. Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) freut sich über deutlich höhere Geburtenzahlen in Rhede.

Wie Conens bei einem Pressegespräch sagte, ist der Bedarf nach Krippenplätzen in der Gemeinde konstant gestiegen. Mit der neuen Krippe werden 15 weitere Plätze geschaffen. „Die sind angesichts der erfreulicherweise steigenden Geburten in Rhede auch notwendig“, betonte Conens. Waren es bisher im Schnitt rund 30 Geburten jährlich, „waren wir in den letzten zwei Jahren bei über 40 pro Jahr“, so der Bürgermeister.

In vielen Gesprächen mit den Beteiligten der Kirchengemeinde St. Nikolaus und der politischen Gemeinde Rhede sind nach den Worten von Gemeinde-Kämmerer Hermann-Josef Gerdes mehrere Lösungsansätze erörtert worden. Letztlich fiel die Entscheidung auf die Erweiterung des St.-Nikolaus-Kindergartens auf dem insgesamt rund 5500 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Kolpingstraße und Zollstraße. „Wir hätten die Maßnahme nicht so geplant, wenn wir nicht so ein großes Grundstück zur Verfügung gehabt hätten“, so Gerdes.

Geplant ist nun, an das 1962 errichtete Gebäude einen Anbau zu errichten, der außer einem großen Gemeinschaftsraum auch eine Mensa für die Ganztagsbetreuung beherbergt und der künftig auch der Haupteingang zu der Einrichtung sein soll. Pfarrer Frank Rosemann bezeichnete den Entwurf des Dörpener Architekten Hans Hermann Wagner als „ein schönes neues Gesamtkonzept“.

Conens betonte, mit der baulichen Veränderung werde sich auch die Parkplatzsituation „entscheidend“ ändern. „Wir haben kürzlich von der Diskussion in Papenburg zu den Eltern-Taxis vor Schulen und Kindergärten gelesen. Hier haben wir von vorneherein einen neuen Parkplatz mit 20 Stellplätzen geplant, um die Hol- und Bringsituation für Eltern und Kinder zu verbessern“, so Conens.

Die Bauarbeiten sollen nach den Worten von Architekt Wagner, der auch schon für den Anbau am Kindergarten Westeresch mit der dritten Krippe im Jahr 2014 verantwortlich war, im März 2018 beginnen und im laufenden Betrieb des Kindergartens durchgeführt werden. „Der Kindergartenbetrieb wird durch den Anbau in keinster Weise beeinträchtigt“, verspricht Wagner.

Finanziert wird der rund eine Million Euro teure Bau mit Fördermitteln des Landkreises Emsland in Höhe von rund 134.000 Euro und des Bistums Osnabrück, mit deren Bewilligung die Gemeinde für Anfang kommenden Jahres rechnet. Die Gemeinde Rhede hat zusätzlich Landesfördermittel in Höhe von 180.000 Euro eingeworben und steuert selbst für das Vorhaben der Kirchengemeinde 615000 Euro bei.

Aktuell stehen in Rhede nach Auskunft von Kindergartenrendantin Anni Schlömer 108 Kindergartenplätze und 55 Plätze zur Betreuung von unter Dreijährigen zur Verfügung. Mit der Erweiterung im Kindergarten St. Nikolaus kommen 15 Plätze hinzu. Im Kindergarten Westeresch werden Schlömer zufolge derzeit mit einer Übergangslösung zehn Plätze vorgehalten, um dem Bedarf gerecht zu werden. Die Kindergartenrendantin der Kirchengemeinde betonte jedoch, dass es auch nach der Eröffnung der vierten Krippe im Herbst kommenden Jahres knapp werden könnte. „Wir haben nun rund 30 Kinder, die im kommenden Jahr in die Schule gehen, aber einen geburtenstarken Jahrgang mit mehr als 40, die einen Krippen- beziehungsweise Kindergartenplatz benötigen“, so Schlömer.