Auch Hüven ist im Projekt Rheder Ortsteile wollen sich einen Dorfplan ausmalen

Von Maike Plaggenborg

Aus dem Landkreis Emsland sind fünf von neuen Dörfern ausgewählt worden, sich am Projekt Emsland Dorfplan zu beteiligen. Foto: Landkreis EmslandAus dem Landkreis Emsland sind fünf von neuen Dörfern ausgewählt worden, sich am Projekt Emsland Dorfplan zu beteiligen. Foto: Landkreis Emsland

Rhede. Die Ortsteile Brual und Neurhede der Einheitsgemeinde Rhede sowie die Gemeinde Hüven aus der Samtgemeinde Sögel sind Teil des Emsland Dorfplans. In dem Modellprojekt des Bundes geht es um die Zukunft der Dörfer, die sich die Bürger wortwörtlich ausmalen sollen.

Wie Hermann-Josef Gerdes, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Rhede, in der jüngsten Ratssitzung weiter mitteilte, gehe es um die Frage, wie sich diese Zukunft gestalten lasse und auch, wie sich bestehende Probleme lösen lassen. Im November würden die ausgewählten Orte weitere Details mit dem Landkreis besprechen. Im Januar solle es eine Auftaktveranstaltung geben. Darauf folgen Workshops. „Bürger sollen mitmachen“, sagte Gerdes. Die Dorfgemeinschaft solle den Dorfplan – ein Bild – erstellen, teilte die Gemeinde zusätzlich mit. Das geschehe in „Arbeits(mal)gruppensitzungen“ und Austauschrunden. Am Ende solle ein „für jeden verständliches, öffentlich zugängliches Zukunftsbild des Ortes“ entstehen, heißt es weiter. Dieser Dorfplan könne „an öffentlichen Plätzen, der Kirchenwand oder am Dorfgemeinschaftshaus ausgehangen werden“. Wie die Gemeinde Rhede weiter mitteilt, stärkt der Plan „den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft, die Identifikation eines jeden mit dem Dorf und motiviert zum Handeln“.

Projekt bundesweit übertragbar?

Die Projekte werden jeweils von Planungsbüros begleitet. Diese werden zunächst eine „wertschätzende Befragung“ machen. Das teilt der Landkreis in einer Pressemitteilung mit. Darin solle der Ist-Zustand erfasst, Zukunftsperspektiven entwickelt und schließlich ein „Handbuch zur Dorfentwicklung“ erstellt werden. „Dies dient auch der Übertragbarkeit auf andere bundesdeutsche Kommunen“, erläutert Kreisverwaltungsmitarbeiter Klaus Ludden, der das Projekt für den Landkreis Emsland begleitet, in der Mitteilung. Demnach suche Hüven nach „Impulsen unter anderem für die Innenentwicklung, die Nahversorgung und für die Mobilität“. Brual strebe als Ort mit vergleichsweise vielen Arbeitsplätzen an, den Zuzug junger Familien auch in Zukunft zu sichern. „Ein multifunktionales Gebäude mit Wohnungen für Jung und Alt und weiteren Versorgungsleistungen“ solle ebenfalls konkretisiert werden, heißt es weiter aus der Kreisverwaltung. „Neurhede wiederum möchte sich ganz neu aufstellen, sich auf vorhandene Stärken besinnen und die Attraktivität – auch für junge Familien – erhöhen.“

Überwiegend aus Bundesmitteln finanziert

Neben Neurhede, Brual und Hüven sind die zwei weiteren emsländischen Dörfer Holsten-Bexten und Messingen aus insgesamt neun Bewerbungen aus dem Kreisgebiet ausgewählt worden. Bundesweit haben sich, so Gerdes, 220 Dörfer beteiligt, 35 sind Teil des Projekts. Bis Mitte November solle es nach weiteren Angaben des Landkreises einen gestalteten Plan geben. Finanziert werde das Projekt zum Großteil mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Zu den Gesamtkosten von 76.600 Euro bekomme der Landkreis 68.500 Euro für die Durchführung. „Den verbleibenden Rest bringt der Landkreis Emsland auf.“

„Da steht kein Geld dahinter“, sagte Gerdes mit Blick auf die Umsetzung der gestalteten Ideen. „Ich sehe das als Baustein für die Dorfentwicklung.“ In dem Programm wiederum kann die Förderung gezielter Projekte in den jeweiligen Orten beantragt werden.