Bis zum 29. Oktober zu sehen Ausstellung zu „500 Jahre Reformation“ in Rhede eröffnet

Von Jennifer Kemker


Rhede. In Rhede ist die Wanderausstellung „500 Jahre Reformation im Emsland und der Grafschaft Bentheim“ eröffnet worden. Sie ist im Landwirtschaftsmuseum bis zum 29. Oktober zu sehen.

Anhand von Bild- und Texttafeln wird nach Angaben von Dr. Andreas Eiynck, Leiter des Emslandmuseums in Lingen, die Reformation von Region zu Region beschrieben. So habe Rhede im Mittelalter zum Bistum Osnabrück gehört. In seiner Grenzlage zwischen den Niederlanden und Ostfriesland sei die Reformation Luthers noch weit weg gewesen. Obwohl Luther laut Eiynck nie in dieser Region war, wurden seine Ideen überall bekannt. „Ob Luther auch viele Anhänger in Rhede fand, wissen wir nicht“, so Eiynck.

Reformation kam in den Bistümern Münster und Osnabrück nur schleppen voran

Insgesamt sei die Verbreitung in den Landgemeinden aber eher verhalten gewesen im Gegensatz zu den Städten. Die Reformation kam auch in den Bistümern Münster und Osnabrück nicht schnell voran. Anfang der 1530er Jahre wurde Eiynck zufolge Franz von Waldeck zum neuen Fürstbischof gewählt und regierte mehrer Bistümer. Offiziell sei er ein katholischer Bischof gewesen. Dennoch hatte er eine Frau und drei Söhne und wollte sich, so Eiynck, der Reformation anschließen. Weil er dem Papst sein Versprechen gegeben hatte, das Bistum Osnabrück nicht evangelisch zu machen, saß er in einer Zwickmühle, sodass daraufhin eine evangelische Kirchenordnung verfasst wurde.

Viele Anhänger des Calvinismus in Rhede

Das Jahr 1543 sei ein entscheidendes Jahr gewesen, in dem sich viele Gemeinden und Geistliche der Reformation angeschlossen hätten. Denn es gab laut Eiynck etwa den Vorteil, dass Geistliche nun offiziell eine eigene Familie haben durften. In Rhede schlossen sich viele dem reformierten Glauben, dem Calvinismus, an. Diesen Anhängern sei Luthers Reformation nicht radikal genug gewesen. Später hatte die Reformation im Niederstift Münster Fuß gefasst. Die Messen etwa änderten sich radikal. Zuvor wurde nur auf Latein gepredigt und gesungen, anschließend gab es auch deutsche Übersetzungen.

Gegenreformation und Glaubenskriege im späten 16. Jahrhundert

Im späten 16. Jahrhundert wurde die katholische Kirche von der Reformation auseinandergetrieben. Sie fragte sich laut Eiynck, was die Lehren Luthers und Calvins ausmachen und was eigentlich den katholischen Glauben ausmacht. So entstand eine Gegenreformation sowie Glaubenskriege. Nach den Worten von Hermann Bröring, Präsident der Emsländischen Landschaft, hat die Reformation die Region zentral geprägt. Die Vertriebenen evangelischen Glaubens haben einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau der Region gehabt. Die Ausstellung, die von der Emsländischen Landschaft und dem Emslandmuseum konzipiert wurde, soll den Dialog zwischen den Konfessionen fördern und den Blick darauf schärfen, dass es mit den Flüchtlingen wieder eine Wandersituation im Land gebe, so Bröring. Die Reformation sei ein Anlass für die Christen, sich auf das christliche Selbstverständnis besinnen zu können.


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