HHG verdoppelt Mitgliederzahl Rheder Unternehmerbündnis fordert Ausbildungspflicht

Von Christian Belling

Die Werbesäulen am Kreisel am Ortseingang hat der HHG erneuert und modernisiert. Zudem weisen (von links) Günter Terfehr, Hans-Dieter Falkenberg, Sabine Loose und Gerd Conens auf die Aktion „Heimatshoppen“ hin. Foto: Christian BellingDie Werbesäulen am Kreisel am Ortseingang hat der HHG erneuert und modernisiert. Zudem weisen (von links) Günter Terfehr, Hans-Dieter Falkenberg, Sabine Loose und Gerd Conens auf die Aktion „Heimatshoppen“ hin. Foto: Christian Belling

Rhede. Der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG) Rhede ist im Umbruch. Ein Jahr nach Installierung eines komplett neuen Vorstandes zieht dieser eine erste Bilanz. Deutlich wird dabei die Entschlossenheit des Führungsgremiums, das unter anderem eine Ausbildungspflicht fordert.

„Wir wollen alte Strukturen aufbrechen und weg vom Altbackenen.“ Seit einem Jahr leitet Günter Terfehr als Vorsitzender die Geschicke des HHG. Im Gespräch mit unserer Redaktion macht er gemeinsam mit Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) deutlich, welche Ziele er mit dem Verein hat. Terfehr sieht die Aufgabe des HHG darin, Rhede in enger Kooperation mit der Gemeinde als attraktiven Wirtschaftsstandort zu präsentieren und die Wachstumsoffensive auszudehnen. „Dafür müssen wir uns moderner aufstellen, schließlich haben wir mit unseren Arbeitsplätzen etwas Wichtiges zu verteidigen.“ Nach seinen Worten braucht sich die Einheitsgemeinde im Wettbewerb nicht zu verstecken. „Wir haben hier Vollbeschäftigung. Das bedeutet aber auch, dass sich die Unternehmen strecken müssen, um qualifiziertes Personal in den eigenen Reihen zu haben.“

„Haben die Pflicht alle mitzunehmen“

Terfehr machte dabei deutlich, dass er nichts vom „oft zu hörenden Gejammer über fehlende Fachkräfte“ hält. Nach seiner Auffassung stehen die Betriebe in der Pflicht alle mitzunehmen. „Das bedeutet, dass wir dir fit machen, die noch nicht das nötige Handwerkszeug mitbringen.“ Unternehmen, die sich weigern auszubilden, sollen dem Vorsitzenden zufolge sanktioniert werden und eine Ausgleichsabgabe zahlen. Terfehr: „Jeder muss sich kümmern und Verantwortung übernehmen.“ Er lobte dabei die gute Zusammenarbeit mit der Ludgerusschule hinsichtlich der Ausbildungsinitiative.

Junge Rheder kommen wieder zurück

Als noch nicht komplett ausgeschöpfte Ressource sieht der Unternehmer die Gewinnung von Flüchtlingen für freie Stellen. „Wir müssen die Bemühungen verstärken, sie in Arbeit zu bekommen.“ Erfreulich ist nach seinen Worten der Trend, dass viele junge Rheder nach einem Studium oder auswärtiger Arbeit wieder zurück in die Heimat kommen. „Das zeigt, dass es sich lohnt in Rhede zu wohnen. Nur muss man dies auch deutlich machen.“

Werbefilm in Arbeit

Dafür sorgen soll unter anderem ein Werbefilm, der aktuell in Arbeit ist. „In drei bis vier Minuten wollen wir zeigen, was wirklich in uns steckt“, so Terfehr. Viele wüssten gar nicht, dass es in der Einheitsgemeinde Unternehmen gibt, die international agieren. Während des Neujahrsempfangs 2018 soll der Film erstmals präsentiert werden. Finanziert wird dieser von der Gemeinde und dem HHG. Bürgermeister Conens machte deutlich, dass dabei die Dynamik des Ortes ebenso zur Geltung kommen soll wie das alltägliche Dorfleben. „Die Mischung macht es aus.“

Weitere Ziele des HHG sieht Terfehr in dem Ausbau des grenzüberschreitenden Netzwerkens. Dabei bezieht er die Niederlande ebenso ein wie das benachbarte Ostfriesland oder das Oldenburger Land.

Kaufkraft im Ort bedienen

Ein Fokus der Vorstandsarbeit liegt zudem darin, die Kaufkraft im Ort zu bedienen. Darunter fällt die Teilnahme an der IHK-Initiative „Heimatschoppen“. Damit soll der Handel angekurbelt werden. Flyer, die auf die Aktion aufmerksam machen, wurden bereits Anfang September an 1400 Haushalte verteilt. Ebenfalls vor wenigen Tagen abgeschlossen ist die Erneuerung der Säulen am Kreisel Burgstraße/Bellingwolder Straße. Unter den Rubriken Gewerbe, Handel und Handwerk präsentieren sich Rheder Betriebe mit den Firmenlogos. Eingeführt wurde im vergangenen Jahr zudem ein Unternehmerfrühstück, das einmal im Quartal stattfindet.

Alle Ortsteile einbinden

Damit alle Ortsteile in die Arbeit des HHG eingebunden werden, sind Vertreter aus Borsum, Brual und Neurhede in die Arbeitskreise berufen worden. Terfehr: „Jeder soll mitgenommen werden.“

Das der Verein mit seinen Initiativen nicht falsch liegt, zeigt der Zuwachs bei der Mitgliederzahl. Lag diese vor einem Jahr noch bei 45, sind es Conens zufolge aktuell 87. „Die 100 peilen wir als Nächstes an.“

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