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08.10.2017, 12:41 Uhr KOMMENTAR

Rheder Ruf nach Ausbildungspflicht gerechtfertigt

Kommentar von Christian Belling

In Rhede wird der Ruf nach einer Ausbildungspflicht für Unternehmen laut. Symbolfoto: Wolfram Kastl/dpaIn Rhede wird der Ruf nach einer Ausbildungspflicht für Unternehmen laut. Symbolfoto: Wolfram Kastl/dpa

Rhede. Der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe in Rhede fordert eine Ausbildungspflicht für Betriebe. Wer dieser nicht nachkommt, soll eine Ausgleichszahlung an ausbildungswillige Firmen leisten. Nach Ansicht unseres Kommentators der richtige Ansatz.

Der vom Rheder Unternehmer Günter Terfehr getätigte Ruf nach einer Ausbildungspflicht für Firmen ist nicht neu. Und doch erscheint die Forderung aktueller denn je.

Quer durch die Republik ist seit Monaten das Klagen über fehlendes Fachpersonal und unqualifizierte Bewerber zu hören. Besonders das Handwerk, das in Rhede sehr stark ist, findet keine Arbeitskräfte. Auf der anderen Seite stehen Schulabsolventen, die gerne eine Ausbildung in Angriff nehmen würden, aber die Anforderungen der Betriebe nicht erfüllen.

Aus diesem Grund nicht auszubilden, kann nicht die Konsequenz sein. Zum einen kann es sich die Wirtschaft aktuell aufgrund des Personalmangels schlichtweg nicht leisten, potenzielle Fachkräfte von morgen nicht zu berücksichtigen. Auch wenn der Weg dahin steinig ist.

Zum anderem handelt es sich um eine gesellschaftliche Verantwortung, noch nicht „fertiges“ Personal an die Hand zu nehmen und dem Nachwuchs das nötige Handwerkszeug zu vermitteln. Schließlich will das Wissen erfahrener Kräfte weitergegeben werden.

Der Ruf nach Ausgleichszahlungen an ausbildungswillige Firmen ist gerechtfertigt, auch wenn einige darin eine Bevormundung des Staates sehen. Jeder ist gefordert, seinen Beitrag zu leisten.


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