Im Landwirtschaftsmuseum Dauerausstellung über den Künstler Hellerbernd in Rhede

Von Jonas Brinker


jbri Rhede. Dem Künstler Bernhard Heller, genannt Hellerbernd, aus dem Rheder Ortsteil Borsum wird im Landwirtschaftmuseum in Rhede eine Dauerausstellung gewidmet. In dieser werden seine Biografie und einige seiner Werke ausgestellt.

„Das ist eine kleine und feine Dauerausstellung“, sagte Gerhard Conens, Bürgermeister der Gemeinde Rhede, bei der Eröffnung des Zimmers. Anlässlich des 80. Todestages des Künstlers trafen sich rund 20 Interessierte im neuen Ausstellungszimmer, um dem Künstler zu ehren. „Hellerbernd hat viel in seinem kurzen Leben geschafft. Und das, obwohl er und seine Kunst vom Ersten und Zweiten Weltkrieg betroffen war“, so Conens weiter. Der Bürgermeister stellte aber auch fest, „dass Hellerbernd lange verkannt wurde.“ Umso wichtiger sei es, ihm nun mit dieser Dauerausstellung zu würdigen.

1878 in Borsum geboren

Bernhard Heller wurde 1878 in Borsum geboren. Als Sohn eines Bauern begann er nach der Schule eine Ausbildung zum Bildschnitzer. Mit viel Talent gesegnet, begann er schon jungen Jahren mit künstlerischen Arbeiten. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 wurde auch der Borsumer eingezogen, in dessen Verlauf er verwundet wurde. Zwischen den Weltkriegen arbeitete er unter anderem in Lathen, und verschrieb sich ganz künstlerischen Tätigkeiten. Im August 1937 verstarb Hellerbernd in Lathen, vermutlich wegen zu viel Steinstaub in seiner Lunge.

Skulpturen und Bildhauerei

Zu seinen Werken gehören vor allem Skulpturen und Bildhauerei. Dabei bediente sich Hellerbernd verschiedener Materialien, beispielsweise Holz für Predigstühle und Kommunionbänken in Kirchen. Gerade die christlichen Werke und Abbildungen standen bei dem Künstler aus Borsum im Vordergrund. So fertigte er schier endlose Marienbilder und -skulpturen an. Auch Kreuze, Kruzifixe oder Jesu-Refliefs gehörten zu seinem Werken. Zudem entwarf er viele Grabsteine. Für weltliche Zwecke gestaltete er Kriegerdenkmale und Gedenktafeln für Verstorbene des Ersten Weltkrieges. Doch nicht nur plastische Arbeiten gehörten zu seiner Leidenschaft. So schrieb er auch viele Gedichte in plattdeutscher Sprache.

Seine Werke sind bis heute vorrangig im nördlichen Emsland zu sehen, aber auch im Raum Meppen, Lingen, Osnabrück und in Teilen Nordrhein-Westfalens und Schleswig-Holsteins war Hellerbernd tätig.

Der Gehstock von Hellerbernd ist zu sehen

Das nun eröffnete Hellerbernd-Zimmer beinhaltet neben einigen Bildern und Reliefs auch Gedichte. Zudem ist der Gehstock von Hellerbernd zu sehen, den er im Ersten Weltkrieg als Stütze nutzen musste. Als Blickfang steht eine Rohschale vom Guss der Statue im Raum, deren Original auf dem Rheder Marktplatz steht.

„Wir wollen mit dieser Ausstellung das Leben und die Werke von Hellerbernd darstellen, damit es nicht verloren geht“, sagt Albert Vinke, Sprecher des Hellerbernd-Arbeitskreises, der sich maßgeblich mit einem Team seit gut 20 Jahren um die Erinnerung an den Künstler kümmert.

Die Ausstellung ist von April bis Ende Oktober im Landwirtschaftmuseum in Rhede von dienstags bis donnerstags jeweils von 14 bis 17 Uhr zu sehen.


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