„Unser Dorf hat Zukunft“ Vier Ortsteile aus Lathen und Rhede im Kreiswettbewerb

Vier Dörfer aus dem nördlichen Emsland machen beim 26. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit. Symbolfoto: KemperVier Dörfer aus dem nördlichen Emsland machen beim 26. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit. Symbolfoto: Kemper

Rhede/Lathen. Vier Ortsteile aus der Samtgemeinde Lathen und der Gemeinde Rhede machen beim 26. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit – darunter die Orte Sustrum-Moor und Lathen-Wahn sowie Brual und Borsum. Ende August sind die nicht-öffentlichen Ortsbesichtigungen.

Wie Heinz-Hermann Hoppe (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Sustrum, auf Anfrage erklärt, geht es im Sustrumer Ortsteil Sustrum-Moor (SG Lathen) um das Hauptthema „Hier lebt die Gemeinschaft“, das das rund 600 Einwohner starke Dorf als Leitbild entwickelt hat. Es zeichne sich durch viele Gruppen und Ehrenamtliche aus. Die Altersstruktur sei gut, so Hoppe, und der Altersdurchschnitt liege im Mittelfeld. Sustrum-Moor, erst 60 Jahre alt, entstand durch die Ansiedlung von Vertriebenen nach dem Krieg. Bei der Besichtigung gezeigt werden sollen die Kirche, die Schule und das Gewerbegebiet. Zu erinnern sei an das nationalsozialistische Konzentrationslager, das sogenannte Lager fünf.

Lathen-Wahn vor 77 Jahren gegründet

In Lathen-Wahn wird die Jury, bestehend aus elf Vertretern der Kreispoltik, des Amtes für regionale Landesentwicklung, der Kreislandfrauenvereine, der Kreisverwaltung, des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes und des Tourismusverbandes, das Dorf via Planwagenfahrt erkunden. Das teilte Luise Redenius-Heber (CDU), Bürgermeisterin der Gemeinde Lathen, auf Anfrage mit. Das Markenzeichen des vor rund 77 Jahren gegründeten Dorfes sei auch hier die Vereinsarbeit. „Die Kirche ist wichtig für die Wahner“, sagt Redenius-Heber. Dort gebe es noch eigene Messzeiten. Lathen-Wahn ist außerdem der Standort des kommunalen Kindergartens Purzelbaum, der ehrenamtliche Gärtner, Leihomas und einen Fahrdienst hat.

Mit einer Präsentation im Dorfgemeinschaftshaus will die Gemeinde Brual die Jury des Kreiswettbewerbs überzeugen, wie Ortsbürgermeistern Adele Telgen (CDU) auf Anfrage mitteilt. Darin will sie die Arbeit der Gruppen und Vereine vorstellen, die Stärke der Wirtschaft und zukünftige Vorhaben wie etwa die Entwicklung eines Dorftreffs. Als Pluspunkt schätzt Telgen unter anderem ein, dass „junge Leute das Leben in Brual zu schätzen wissen und ihr ‚Nest‘ in Brual bauen“.

Jury wird in Borsum mit dem Bus durch das Dorf geführt

Der Ortsvorsteher des Dorfes Borsum, Lars Biergans, will die Jury via Bus durch den Ort führen. Im Anschluss werden die Vereine ihre Arbeit vorstellen. Das Ehrenamt, so Biergans, sei die große Stärke des Dorfes, das 158 Einwohner hat. Besonders hebt er dabei die 72-Stunden-Aktion der Landjugend oder auch das Erdbeerfest hervor.

„Ziel des Wettbewerbes ist, die vielfältigen Initiativen der Dörfer mit ihren Einwohnerinnen und Einwohnern an den gesellschaftspolitischen, strukturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen ihres Lebensumfeldes anzuerkennen und zu mehr Wahrnehmung zu verhelfen“, teilt Landkreissprecherin Anja Rohde auf Anfrage mit. Eine „breite Unterstützung und Beteiligung“ sei wünschenswert. Landesweit aber seien die Teilnehmerzahlen am Wettbewerb rückläufig. „Im Emsland konnte entgegen diesem Trend die Teilnehmerzahl bei den letzten Wettbewerben konstant gehalten werden“, so Rohde weiter. Demnach gab es in den Jahren 2005, 2008, 2011 und 2014 zwischen 13 und 15 Teilnehmern.

Gewinner nimmt an Landesentscheid teil

Der Gewinner des Kreiswettbewerbs nimmt am Landesentscheid teil. Wer unter anderem dort den Weg auf das Siegertreppchen schafft, wird schließlich Kandidat im Bundeswettbewerb. Wie das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf seiner Webseite weiter mitteilt, sind die Wettbewerbe auf Kreis-, Landes- und Bundesebene für sich genommen eigenständig. Zwei Mal in Folge kam einer der mehreren Bundessieger aus dem nördlichen Emsland. Im Juli 2016 holte die Hümmlinggemeinde Vrees die Goldmedaille für den Sonderpreis Demografie beim 25. Bundeswettbewerb. 2013 ging einer der neun Preise in der Kategorie Gold nach Oberlangen.

Im gesamten Emsland beteiligen sich acht Dörfer am Wettbewerb. Für den 1. Platz wird ein Preisgeld von 5000 Euro gegeben, für den 2. Platz 3500 Euro, 2500 Euro gibt es für den 3., 1500 Euro für den 4. Platz. Für Platz 5 bekommt der entsprechende Teilnehmer 1000 Euro. Alle Dörfer, die mitmachen, können zusätzlich einen 2000-Euro-Zuschuss beim Landkreis beantragen – „für konkrete gestalterische Maßnahmen“ oder den Aufwand für den Wettbewerb, so Rohde. Zusätzlich werde in diesem Jahr ein Sonderpreis für Integration mit einem Preisgeld von 2000 Euro ausgelobt. Zwei weitere Ortsteile nehmen daran teil.


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