Litfaßsäulen aufgestellt Rheder Grundschüler finden plattdeutsche Wörter wieder

Von Insa Pölking

Gelungenes Projekt: Die zwölf Kinder der Plattdeutsch-AG der Ludgerusschule in Rhede stellten die von den Jungen und Mädchen erstellten Litfaßsäulen vor. Foto: Insa PölkingGelungenes Projekt: Die zwölf Kinder der Plattdeutsch-AG der Ludgerusschule in Rhede stellten die von den Jungen und Mädchen erstellten Litfaßsäulen vor. Foto: Insa Pölking

isp Rhede. Zwölf Kinder der Rheder Ludgerusschule haben im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Kinner prootet Platt“ verschwundene Wörter aus dem plattdeutschen Sprachgebrauch „wiedergefunden“. Zwei Litfaßsäulen mit den Wörtern schmücken nun die Gemeinde.

Vor der Schule am Marktplatz steht die gut drei Meter hohe Litfaßsäule und soll die Gemeinde an bereits vergessene plattdeutsche Wörter erinnern. Der Begriff „Bunkies“, der auf der Säule vorzufinden ist, beschreibt laut Edeltraud Wotte, Leiterin der Platt-AG, hohles brüchiges Eis. „Und ein Kaouelmors wird jemand genannt, der viel Unsinn redet“, erklärte Wotte weiter. Eine zweite Säule hat die Gemeinde an der Straße „Hogesand“ aufgestellt. „Es ist wichtig, dass Plattdeutsch wieder mehr unter das Volk kommt“, sagte Bürgermeister Gerd Conens (parteilos).

Spezielle Drucktechniken

Die plattdeutschen Wörter wurden mit speziellen Drucktechniken zuerst auf Papier und im Anschluss auf die Säule gebracht. Bei einem Siebdruck haben die Kinder mithilfe einer Schablone und einem Rakel, Farbe durch ein Sieb gepresst. Mit diesem Schablonen-Druckverfahren konnten die detaillierten Muster präzise abgebildet werden. „Das hat besonders viel Spaß gemacht“, so der 10-jährige Lukas Schade.

„Ihr erhaltet eine Sprache wie diese am Leben“

Das Projekt entstand in Kooperation mit der Kunstschule Zinnober aus Papenburg und dem Künstler Ingo Heintzen. Initiiert wurde es von Linda Wilken, zuständig für den Fachbereich Plattdeutsch bei der Emsländischen Landschaft. Diese förderte die Umsetzung außerdem mit einem finanziellen Zuschuss.

Christel Osteresch, didaktische Leiterin der Ludgerusschule, führte zusammen mit den Schülern der Klasse 4 b ein rhythmisches Theaterspiel auf. Das von Schulleiter Otto Büning geschriebene Stück handelte ebenfalls von dem „Wärfinnen“ plattdeutscher Wörter.

„Früher sprachen deutlich mehr Menschen die plattdeutsche Sprache“, richtete sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann an die Dritt- und Viertklässler. „Deswegen seid ihr unsere Zukunft, ihr erhaltet eine Sprache wie diese am Leben.“


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