Infoveranstaltung Solidarische Landwirtschaft in Rhede nimmt Formen an

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Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern wollen Katharina Lampen (von links), Martin Heck und Kristian Lampen eine solidarische Landwirtschaft in Rhede aufbauen. Foto: Maike PlaggenborgGemeinsam mit weiteren Mitgliedern wollen Katharina Lampen (von links), Martin Heck und Kristian Lampen eine solidarische Landwirtschaft in Rhede aufbauen. Foto: Maike Plaggenborg

pm/mpl Papenburg/Rhede. Die Pläne, eine solidarische Landwirtschaft auf dem Hof Emsauen in Rhede aufzubauen, werden konkreter. Mehr als 80 Interessierte kamen zu einer Informationsveranstaltung. Anmeldungen sind noch bis Freitag, 31. März, möglich.

Das Konzept fand auf der Veranstaltung großen Zuspruch und wurde von einigen Zuhörern als Leuchtturmprojekt für das Emsland bezeichnet. Das teilte die Familie Lampen vom Hof Emsauen in einer Pressemitteilung mit. Bei der Veranstaltung „Global denken, lokal handeln“, wo die Mitglieder der Arbeitsgruppe solidarische Landwirtschaft – kurz „Solawi“ – vom Hof Emsauen das Konzept der Öffentlichkeit vorstellten, warb auch Pastor Gerrit Weusthof für die Unterstützung der Idee. Sie habe Vorbildcharakter. Es sei eine gute Ergänzung zum sozialen Ökohof, mit dem eine Kooperation angestrebt werde.

40 bis 60 Euro pro Monat für regionale Lebensmittel

Martin Heck, einer der Interessenten der ersten Stunde, erklärte, dass sich bei einer solidarischen Landwirtschaft Verbraucher und Erzeuger zusammenschließen. Die Verbraucher zahlen einen festen monatlichen Betrag an den Betrieb, der zu Beginn des Wirtschaftsjahres bestimmt wird. Derzeit vorgesehen sind 40 Euro pro Monat für Gemüse und Milchprodukte. Im Gegenzug erhalten sie im Laufe des Jahres Ernteanteile an regionalen Lebensmitteln. Wer zusätzlich auch Fleisch und Wurst erhalten möchte, zahlt 60 Euro pro Monat. Diese Preise sind nicht mit den Marktpreisen im Supermarkt vergleichbar. Sie decken die Sach- und Lohnkosten für den Hof Lampen ab und ermöglichen den Aufbau der Solawi.

Auf dem Biolandhof von Familie Lampen, ein Milchviehbetrieb im Rheder Brook, sollen Rindfleisch, Wurst, Milchprodukte sowie Gemüse angeboten werden. Zu den Milchprodukten zählen Milch, Joghurt, Quark und Frischkäse, die ab Mai produziert werden. Der Gemüseanbau umfasst 17 verschiedene Gemüsesorten, die ab Anfang Juni geerntet werden.

Mitglieder können auch selbst mitarbeiten

Der Hof profitiert davon, indem die Betriebskosten mit dem Monatsbeitrag vorfinanziert werden und der Absatz der Ernte gesichert wird. Dadurch werden sie unabhängig von den Schwankungen der Marktpreise. Verbraucher erfahren so mehr über die Produktion ihrer Lebensmittel, erhalten ökologische Produkte aus der Region und sind durch den Zusammenschluss mit dem Betrieb verbunden. Manche Menschen arbeiten auch selbst mit. Art und Menge der Produkte sind auf die Mitglieder abgestimmt, so wird Überproduktion vermieden.

Das von Katharina Heimrath und Kristian Lampen vorgestellte Konzept sieht vor, dass im ersten Jahr circa 20 Haushalte vom Hof versorgt werden können, die sich für zwölf Monate verpflichten, einen festen Beitrag zu zahlen. Dieser Beitrag ist gestaffelt nach Gemüse, Milchprodukte und Fleisch. Wer nur Gemüse und Milchprodukte möchte, zahlt pro Monat einen Beitrag von 40 Euro pro Person.

Interessierte können sich bis Freitag, 31. März, beim Hof Ems Auen melden und sich für die Teilnahme an der solidarischen Landwirtschaft anmelden. Das Teilnahmeformular ist auf der Internetseite von Hof Emsauen unter www.hof-emsauen.de erhältlich. Ein erstes Treffen der Mitglieder ist für Anfang April geplant.


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