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02.12.2016, 18:15 Uhr KOMMENTAR

Zu Ortsschildern auf Platt in Rhede: Sprache gezielt fördern

Kommentar von Gerd Schade

Noch ohne plattdeutschen Zusatz: die Ortsschilder in Rhede. Foto: Dirk HellmersNoch ohne plattdeutschen Zusatz: die Ortsschilder in Rhede. Foto: Dirk Hellmers

Rhede. Aus Rhede (Ems) wird zusätzlich Rheen an de Ämße. Mit ihrem Beschluss zur Ergänzung ihrer Ortsschilder setzt die Einheitsgemeinde als erste Kommune im Emsland ein identitätsstiftendes Signal zum Erhalt der plattdeutschen Sprache. Das ist nicht nur gut, sondern verdient auch Nachahmer.

Gleichwohl genügt ein solches Bekenntnis allein nicht. Eine Sprache kann nur lebendig bleiben, wenn sie auch gesprochen wird – so wie in der Esterweger Familie Thomes, in der von der Oma bis zum Enkel über drei Generationen hinweg die plattdeutsche Sprache aktiv gepflegt wird. Dafür wurde sie unlängst vom Heimatverein Aschendorf-Hümmling ausgezeichnet. Dazu passt, dass der Verein 2016 zum Plattdeutschen Jahr ausgerufen und es mit einer Vielzahl von Veranstaltungen auch mit Leben gefüllt hat. Sie alle verfolgten dasselbe Ziel: den Erhalt einer Sprache, die im nördlichen Emsland früher fast jeder konnte und Hochdeutsch eine Ausnahme war.

Die Platt-Pflege auf breiter Ebene kann nur über eine gezielte Förderung in Kitas und Schulen gehen. Und warum im digitalen Zeitalter nicht auch die sozialen Medien nutzen? Beispielsweise könnten Facebookseiten „up platt“ zum Erhalt beitragen und ihren eigenen Charme entwickeln, indem dort „frei Schnauze“ so geschrieben wie gesprochen wird.


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