Vorreiter im Emsland Ortsschilder in Rhede künftig auch auf Plattdeutsch

Der plattdeutsche Name „Rheen an de Ämße“ wird künftig die Ortsschilder in Rhede ergänzen. Darüber freuen sich Gerd Conens (links) und Ratsvorsitzender Theo Staars. Foto: Dirk HellmersDer plattdeutsche Name „Rheen an de Ämße“ wird künftig die Ortsschilder in Rhede ergänzen. Darüber freuen sich Gerd Conens (links) und Ratsvorsitzender Theo Staars. Foto: Dirk Hellmers

Rhede. Mit alten Namen betritt die Gemeinde Rhede Neuland: Als erste Kommune im Emsland wird es dort künftig zweisprachige Ortsschilder geben. Nach einem Ratsbeschluss wird auf den Tafeln neben „Rhede (Ems)“ zusätzlich auf Plattdeutsch „Rheen an de Ämße“ stehen.

„Das soll noch vor Weihnachten noch geschehen“, hat es Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) nach dem einstimmigen Votum des Rates eilig mit dem öffentlichen Bekenntnis zur plattdeutschen Sprache. Für ihn ist es ein Beitrag zum Erhalt der Sprache. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass in der Ludgerusschule die Förderung der plattdeutschen Sprache aktuell verstärkt werde. Allerdings benötigt die Gemeinde für die neuen Ortsschilder nicht nur die Zustimmung des Rates, sondern auch die der Straßenverkehrsbehörden. Conens hofft auf baldiges grünes Licht. Die Voraussetzungen seien nach seiner Auffassung eingehalten und Nachweise für den plattdeutschen Namen erbracht.

Schwierigleiten bereite allerdings die Rechtschreibung, da in der Vergangenheit bei dem erstmals im Jahr 829 in einer Hebeurkunde des Klosters Corvey erwähnten Ort immer wieder unterschiedliche Schreibweisen auftauchten. Neue Ortsschilder sollen auch die Rheder Ortsteile Brual (Bruwoal), Neurhede (Nairheen) und Borsum (Bössen) bekommen. Unterstützung für die Namensvorschläge gibt es vom Institut für Niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen. Das INS hat bei den historischen Namen auf Nachvollziehbarkeit geprüft. Der Rest sei meist nur eine Formalität, sagt Conens.

Das Vorhaben bekommt auch vom Heimatverein Aschendorf-Hümmling Zuspruch. „Ich halte das für eine gute Idee“, sagt Vorsitzender Karl-Heinz Weber. Im Emsland sei es das erste Ortschild mit zwei Sprachen. Seit einem entsprechenden Erlass des Niedersächsischen Kulturministerium aus dem Jahr 2009 haben nach Auskunft der Ostfriesischen Landschaft in Aurich acht Gemeinden in Ostfriesland neue Schilder aufgestellt. Eine landesweite Erhebung gibt es nicht. Die Ostfriesische Landschaft nutzt „Auerk“ (Aurich) als Ortsbezeichnung auf Briefbögen und Visitenkarten. Weber, der auch Samtgemeindebürgermeister in Lathen ist, könnte sich das für seine eigene Kommune auch gut vorstellen. Allerdings sei das Sache der Gemeinde. In der Region startete zuletzt der Ortsrat Ihrhove Überlegungen für neue Ortsschilder und wäre bei einem zeitnahen Beschluss im Landkreis Leer Vorreiter.

In Rhede sollen in den nächsten Wochen die Hälfte knapp 30 Ortsschilder ausgetauscht werden. Die Kosten dafür betragen rund 100 Euro pro Schild, wie Conens erklärt. Einen Kostenvoranschlag habe er bereits. Die restlichen Tafeln sollen nach und nach bei Verwitterung ausgetauscht werden. Die alten Ortsschilder ohne plattdeutsche Bezeichnung will die Gemeinde versteigern.


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