Buch über Kriegsende 1945 Rheder Heimatforschung weckt Interesse in den Niederlanden

Nach einem Bericht im „Dagblad van het Noorden“ stieg das Interesse an der Arbeit des Rheder Heimatforschers Albert Vinke und seinem Buch „Als Rhede vom Krieg überrollt wurde“ in den Niederlanden rasant. Foto: Gerd SchadeNach einem Bericht im „Dagblad van het Noorden“ stieg das Interesse an der Arbeit des Rheder Heimatforschers Albert Vinke und seinem Buch „Als Rhede vom Krieg überrollt wurde“ in den Niederlanden rasant. Foto: Gerd Schade

Rhede. Knapp 20 Bücher hat der Rheder Heimatforscher Albert Vinke verfasst. Seine regional viel beachtete Arbeit hat dank eines Zeitungsberichtes jetzt erstmals auch größeres Interesse in den Niederlanden geweckt. Der Stein war auf dem Rheder Weihnachtsmarkt ins Rollen gekommen. Über die Resonanz aus dem Nachbarland freut sich Vinke sehr.

„Das habe ich noch nicht erlebt“, sagt der Rheder Ehrenbürger im Gespräch mit unserer Redaktion. An seinem Bücherverkaufsstand auf dem Weihnachtsmarkt war er mit Niederländern aus Blijham bei Winschoten ins Gespräch gekommen. Wie Vinke berichtet, interessierten sie sich vor allem für sein jüngstes Werk „Als Rhede vom Krieg überrollt wurde“, in dem Zeitzeugen über das Ende des Zweiten Weltkrieges in der Emsgemeinde berichten. Der Heimatforscher hatte das Buch, in dem er auch seine persönlichen Kriegserlebnisse aus Kindheitstagen eindrucksvoll schildert, im Frühjahr 2015 anlässlich des 70. Jahrestages zum Weltkriegsende herausgegeben.

(Weiterlesen: „Rhede war nur noch ein Trümmerhaufen“)

Vinke hätte nicht damit gerechnet, dass Niederländer Interesse an einem Buch haben, das in Rhede erschienen ist. Wie groß das Interesse tatsächlich ist, erfuhr der Buchautor zwei Tage nach der Begegnung am Weihnachtsmarktstand. Ein Redakteur der niederländischen Tageszeitung „Dagblad van het Noorden“ rief an und interviewte Vinke eine halbe Stunde am Telefon. Das Resultat war ein mehr als halbseitiger Bericht in dem Blatt – inklusive Foto. Für das großformatige Bild in Vinkes Arbeitszimmer war ein zweiköpfiges Kamerateam angereist, das auf dem Weg für die bildliche Berichterstattung über die zerstörte Friesenbrücke bei Weener einen Abstecher nach Rhede gemacht hatte.

Unmittelbar nach Erscheinen des Artikels erhielt Vinke nach eigenem Bekunden etliche Anrufe und auch Besuche aus den Niederlanden. Zudem habe er auf diesem Weg mehrere Bücher verkauft.

Die Leute, die ihn am Weihnachtsmarktstand kontaktiert hatten, sind Mitglieder einer heimathistorischen Arbeitsgruppe, die unter dem Titel „Oorlog en Bevrijding“ (Krieg und Befreiung) und der Federführung von Harm Frits Korvemaker Erinnerungen aus Blijham-Wedderveer zusammengestellt haben. Das Buch kam wie Vinkes Werk im April 2015 heraus. Engeren Austausch pflegt Vinke zu Loes Nomden-Edens, der an dem Buch mitgewirkt hat.

In seinem Buch schildert Vinke unter anderem anhand von bewegenden Zeitzeugenberichten die Erlebnisse der letzten Kriegstage in Rhede. In dem Feuersturm zwischen dem letzten Aufgebot der deutschen Wehrmacht und den aus den Niederlanden unaufhaltsam vorrückenden Alliierten sterben 75 Soldaten und acht Zivilisten. Unter ihnen ist Vinkes Bruder Heinrich, der – von einem Granatsplitter am Hals getroffen – vor seinen Augen am Eingang eines Laufgrabens in den Armen seines Vaters verblutet. Er wurde nur elf Jahre alt. Für ihn sowie für die anderen Kriegstoten hatten Vinke und die Gemeinde in der Alten Rheder Kirche eine feierliche Gedenkveranstaltung organisiert.

(Weiterlesen: Rheder lassen Kerzen für Kriegstote brennen).


0 Kommentare