Anwohner beschweren sich Beim Rheder Schöpfwerk piept ́s

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Das Schöpfwerk Rhede nahe dem Wohngebiet am Spieksee macht Geräusche, von denen einige Anwohner genervt sind. Foto: Maike PlaggenborgDas Schöpfwerk Rhede nahe dem Wohngebiet am Spieksee macht Geräusche, von denen einige Anwohner genervt sind. Foto: Maike Plaggenborg

Rhede. Wenn das Schöpfwerk am Rheder Wohngebiet am Spieksee arbeitet, pfeift es. Anwohner fühlen sich gestört vom angeblich hellen Dauerton. Aktuell aber ist Ruhe, weil die Anlage nicht läuft.

Immer wieder seien Geräusche vom Schöpfwerk am Rheder Ems-Altarm zu hören gewesen, sagt Uwe Satzinger. Seit gut zwei Jahren lebe er nun in der Siedlung am Spieksee, und etwa seit Herbst 2014 seien die Geräusche lauter geworden. Ohnehin sei dieses Schöpfwerk ungewöhnlich laut. Satzinger kann da nach eigenem Bekunden auf Vergleichswerte zurückgreifen. Als seine eigenen Kinder, die über Weihnachten zu Besuch da gewesen seien und auch über Silvester bleiben wollten, dann aber wegen des Pieptons vorzeitig abgereist seien, habe es ihm gereicht, erzählt er. „Die Kinder konnten nicht schlafen.“ Satzinger schrieb einen Brief an den Bürgermeister. Seitdem ist Ruhe.

„Es gibt nur technische Gründe für den Betrieb“

Doch einen Zusammenhang scheint es zwischen dem Schreiben und der Stille nicht zu geben. „Es gibt nur technische Gründe für den Betrieb“, sagt Rhedes Bürgermeister Gerd Conens (parteilos). Darauf habe die Gemeinde keinen Einfluss. „Wenn das Teil arbeiten muss, arbeitet es“, sagt auch Heiner Niehaus, der Geschäftsführer vom für das Schöpfwerk zuständigen Unterhaltungsverband 104 Ems IV ist. „Bei einem gewissen maximalen Wasserstand startet die Anlage“, sagt Niehaus. Wenn sie laufe, dann meistens zwischen zwei und drei Stunden am Stück. Grundsätzlich sei das aber wetterabhängig. Bei Dauerregen etwa komme man mit dieser Zeit nicht hin. Die meiste Zeit im Jahr werde nicht gepumpt, denn „im Normalfall geht das Siel ohne Pumpe auf.“

Schöpfwerk läuft aus Rücksicht nur tagsüber

Hinsichtlich der Lärmbelästigung sagt Niehaus: „Ein Geräusch lässt sich nicht vermeiden.“ Bei anderen Schöpfwerken sei das auch so. Aber: „Wir sind den Leuten entgegengekommen.“ Der Verband betreibt das Werk nun „kostenmäßig ungünstig“, so Niehaus, denn es laufe nicht mehr nachts, wenn der Strom günstiger ist, sondern frühestens morgens ab sechs Uhr.

Dabei scheinen die Anwohner gleichzeitig auch selbst verantwortlich dafür zu sein, dass das Schöpfwerk arbeitet. Niehaus: „Aus unserer Sicht müsste deutlich weniger gepumpt werden“, doch im Jachthafen und im Ems-Altarm werde ein gewisser Wasserstand benötigt, um die Wege mit Sportbooten befahrbar zu machen – zumindest im Sommer. Bei Ebbe nämlich laufe das Wasser aus dem Altarm ab. Dann könnten keine Boote fahren, also würden die Sieltore vorher geschlossen. Dadurch werde aber wiederum der maximale Wasserstand auf der Binnenseite, bei dem die Pumpe anfängt zu arbeiten, früher erreicht.

Ohne das Schöpfwerk „wäre Rhede eine Insel“

Conens sagt zur Geräuschbelästigung: „Ich kann es nicht beurteilen.“ Er beteuert, dass der Unterhaltungsverband alles tue, was in seiner Macht stehe. Für den Bürgermeister geht es in dieser Sache um Rhede selbst: „Die Entwicklung der letzten 50 Jahre hätte nicht stattfinden können“ – ohne das Schöpfwerk. Rhede wäre dann eine Insel, so Conens, denn wegen des Hochwassers der Ems könne das Wasser nicht natürlich abfließen. „Das ist den Personen im Wohngebiet am Spieksee schon häufiger erklärt worden“, fügt er hinzu.

Gebaut wurde das Rheder Schöpfwerk 1963, so Niehaus. Es hat drei Pumpen und entwässert ein Einzugsgebiet von 22 Quadratkilometern, darunter – laut Conens – landwirtschaftliche Flächen sowie Wohn- und Gewerbegebiete.

(Weiterlesen: Vermarktung von Bauland am Spieksee stockt)


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