Knotenpunkt fällt weg Unfall an Friesenbrücke wirkt sich auf Radtourismus aus

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Die Route des Emsradweges führt eigentlich über die Friesenbrücke bei Weener. Nach dem Frachterunfall kann sie nun nicht mehr passiert werden. Foto: Christoph SchillingmannDie Route des Emsradweges führt eigentlich über die Friesenbrücke bei Weener. Nach dem Frachterunfall kann sie nun nicht mehr passiert werden. Foto: Christoph Schillingmann

Papenburg/Weener. Der Frachterunfall vom vergangenen Donnerstag auf der Ems an der Friesenbrücke bei Weener hat auch Auswirkungen auf den Radtourismus in der Region. Künftig müssen die sich etwa auf dem Emsradweg befindlichen Radfahrer entscheiden, welchen Weg sie wählen, um nach Leer zu gelangen. Denn nach dem Unfall fällt eine Möglichkeit weg, die Ems zwischen Papenburg und Leer zu überqueren.

Nachdem der Frachter „Emsmoon“ mit voller Wucht in die geschlossene historische Brücke geprallt war, wurde die Brücke in zwei Teile gerissen. Nach Angaben der Deutschen Bahn kann die Friesenbrücke nicht mehr repariert werden . Ein Neubau wird Jahre dauern. (Weiterlesen: Unfall an der Friesenbrücke: Stand der Lotse am Steuer?)

375 Kilometer entlang der Ems

„Der Unfall wird sich auf den Emsradweg auswirken. Aber inwieweit, das können wir noch nicht sagen“, sagte eine Sprecherin der Interessengemeinschaft Emsradweg mit Sitz in Hövelhof (Nordrhein-Westfalen, Kreis Paderborn) auf Anfrage unserer Redaktion. In der Gemeinde in der Senne startet die 375 Kilometer lange Route des Emsradweges, einer der beliebtesten Fahrradrouten in Deutschland. Er führt von den Quellen über Warendorf, Greven, Rheine, Lingen, Meppen, Papenburg und Leer bis nach Emden, wo der Fluss in die Nordsee mündet.

Jann-Berghaus-Brücke nächste Möglichkeit

In der Fehnstadt verläuft die Route von Aschendorf und Bokel kommend über den Hauptkanal, die Bahnhofstraße und „Zur Seeschleuse“ bis hin zur Brücke der Rheiderlandstraße, wo es über die Ems geht. Dann führt der Radweg linksseitig entlang der Ems bis zur Friesenbrücke. Weil diese nicht mehr passiert werden kann, ist nach Angaben von Ulrich Schmunkamp, Büroleiter der Fehn- und Dollardroute von der Touristik GmbH Südliches Ostfriesland, die Jann-Berghaus-Brücke in Leer erst wieder die nächste Möglichkeit, die Ems zu überqueren.

Fehn- und Dollardroute nicht direkt betroffen

Radreisen wie die Fehn- und die Dollardroute sind laut Schmunkamp nicht direkt betroffen. Die beiden Routen würden zwar an der Ems und auch an der Friesenbrücke vorbeiführen, jedoch sei das Überqueren der Eisenbahnbrücke nicht zwingend erforderlich. „Es fällt lediglich die Möglichkeit weg, einen Halt in Weener zu machen“, sagte Schmunkamp. Die Brücke sei aber eine wichtige Verkehrsverbindung für das regionale und lokale Tagesausflugsverhalten gewesen. „Das wird sich bemerkbar machen.“

Sorge bei der Stadt Weener

Für die Stadt Weener stellt die Friesenbrücke eine sehr wichtige Verbindung innerhalb des Radwegenetzes mit verschiedenen Routen dar, wie die Hafen und Tourismus GmbH Weener auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Darunter fielen die Dortmund-Ems-Kanal-Route, der Kreuzfahrtweg, die Deutsche Fehnroute und der Emsradweg. Die Brücke sei eine Art Knotenpunkt. „Darüber hinaus wird die Brücke von vielen Radfahrern genutzt, die das touristische Angebot der Stadt nutzen und etwa den alten historischen Hafen, die Altstadt oder das Organeum aufsuchen möchten. Im Sommer wird sie von vielen Gästen genutzt, um das Friesenbad zu erreichen.“ Hier besteht seitens der Hafen und Tourismus GmbH die Sorge, dass diese Angebote und Sehenswürdigkeiten nicht mehr so stark wie bislang aufgesucht werden.

Lange Umwege die Alternative

Nach Angaben des Unternehmens besteht im Prinzip keine Alternative, sondern es gibt nur lange Umwege. „Das Ziel sollte es sein, so schnell wie möglich wieder eine Verbindung zu schaffen“, so die Hafen und Tourismus GmbH. Die Brücke habe für den Bereich Tourismus einen sehr hohen Stellenwert. Die Stadt lebe ganz entscheidend vom Radtourismus, dieser sei einer der wichtigsten Pfeiler. Problematisch sei auch, dass die Bahnverbindung aus Groningen zur Zeit nur bis Bad Neuschanz erfolgt. Auch hier sei befürchten, dass weniger Gäste nach Weener kommen würden.


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