Nach Frachterunfall Friesenbrücke: Polizei ermittelt gegen Kapitän und Lotsen



Weener. Nach dem Frachterunfall auf der Ems an der Friesenbrücke bei Weener ermittelt die Wasserschutzpolizei in Emden gegen den 53-jährigen Kapitän sowie dessen 57-jährigen Lotsen. Das berichtete der NDR unter Berufung auf die Zentralen Polizeidirektion in Hannover.

Den Männern werde Gefährdung des Schiffverkehrs sowie gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr vorgeworfen, sagte Karsten Wolff von der zuständigen Zentralen Polizeidirektion in Hannover gegenüber dem NDR. Ob der Kapitän, der die russische Staatsbürgerschaft hat, wegen Fluchtgefahr eine Sicherheitsleistung hinterlegen muss, darüber will die Staatsanwaltschaft Aurich am Montag entscheiden. Kapitän und Lotse wollten sich laut Polizei bislang in Befragungen nicht äußern.

Am Donnerstagabend hatte der Frachter „Emsmoon“ die 335 Meter lange Eisenbahnbrücke über der Ems gerammt. Die längste Klappbrücke Deutschlands wurde dabei in zwei Teile gerissen. Die Kollision ist nicht auf einen technischen Fehler am Schiff zurückzuführen.

Busersatzverkehr eingerichtet

Nach Angaben der Deutschen Bahn kann die Friesenbrücke nicht mehr repariert werden. Ein Neubau wird Jahre dauern. Der Zugverkehr zwischen Leer und dem niederländischen Groningen ruht auf unbestimmte Zeit. Zwischen Leer und Bad Neuschanz ist ein Busersatzverkehr für die betroffene niederländische Arriva-Bahnlinie bereits eingesetzt. (Weiterlesen: Friesenbrücke in Weener muss neu gebaut werden)


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