Turnusgemäße Prüfung Rheder Flutbrücke zunächst weiterhin sicher

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Mit einem Spezialfahrzeug (oben), an dessen Arm sich eine Bühne befindet, untersuchten Prüfingenieure jüngst die Rheder Flutbrücke. Foto: Jürgen EdenMit einem Spezialfahrzeug (oben), an dessen Arm sich eine Bühne befindet, untersuchten Prüfingenieure jüngst die Rheder Flutbrücke. Foto: Jürgen Eden

jed Rhede. Aus Sicherheitsgründen muss die Flutbrücke bei Rhede in den kommenden Jahren durch eine Neue ersetzt werden. Ist das aus den 1970er-Jahren stammende Bauwerk denn aktuell noch sicher? Jüngst hatte eine Fachfirma im Auftrag des Straßenbauamtes Lingen eine turnusgemäße Überprüfung der rund 300 Meter langen Brücke vorgenommen. Weiterreichende Verkehrsbeschränkungen scheint es zunächst nicht zu geben.

„Die endgültigen Ergebnisse der turnusgemäßen Prüfung, die in zeitlichen Abschnitten von drei Jahren durchgeführt wird, stehen noch nicht fest. Aber wir gehen derzeit davon aus, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht erforderlich sind“, sagt Matthias Eßling vom zuständigen Straßenbauamt Lingen auf Nachfrage. Die bestehende Gewichtsbeschränkung von 40 Tonnen wird nach derzeitigem Stand ebenfalls nicht ausgeweitet. Das abschließende Gutachten wird nach Eßlings Worten allerdings erst zum Jahresende erwartet.

Die rund 300 Meter lange Flutbrücke entstand in einer Zeit, als das Arbeiten mit Spannbeton noch in den Kinderschuhen steckte. Das bedeutet, dass die seinerzeit verarbeiteten Stahlgestänge im Beton rosten und brechen können. Damit ist die Stabilität mittelfristig gefährdet. Bei der Rheder Flutbrücke handelt es sich um eine von schätzungsweise 3000 Brücken, die bundesweit von sogenannten Spannungsrisskorrosionen im Stahlgestänge betroffen sind.

Von außen sind derartige Korrosionen nur schwer feststellbar und nur durch spezielle Untersuchungen nachzuweisen. Würden die verantwortlichen Stellen nicht rechtzeitig einen Neubau errichten lassen, wäre es nur eine Frage der Zeit, bis die Flutbrücke wegen Einsturzgefahr gesperrt werden müsste.

Beim Straßenbauamt Lingen laufen bereits die Planungen für den Neubau der Brücke. Rund 15 Millionen Euro werden für das Projekt veranschlagt. Nach derzeitigem Stand könnte im Jahr 2017 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bereits im Vorfeld wurden mehrere Trassen geprüft. Dabei kristallisierte sich eine Trasse heraus, die sich etwa 40 Meter südlich der derzeitigen Brücke befindet.

Im nächsten Schritt soll ein rund 18-monatiges Planfeststellungsverfahren starten, in das zahlreiche Stellen und Verbände, aber auch Bürger eingebunden werden. Parallel dazu wird eine Kampfmitteluntersuchung vorgenommen, denn im Zweiten Weltkrieg galten Brücken als wichtige strategische Ziele.


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