Flexible Umgestaltung Aus Bauland in Brual wird ein Dorfplatz

Von Gerd Schade


Brual. Das Neubaugebiet „Sandpoh“ in Brual ist 2014 volljährig geworden. Und doch steckt es teilweise noch immer in den Kinderschuhen, denn zuletzt lagen 11 der 42 Grundstücke brach. Das wollten sich die Brualer und die Gemeinde Rhede nicht länger mit ansehen. In einer gemeinschaftlichen Aktion haben Anwohner und Kommune drei Grundstücke in einen Gemeinschaftsplatz, einen Bolzplatz und einen Spielplatz umgewandelt.

Am Samstag feierten Anwohner und Gemeindevertreter den Abschluss der Umgestaltung mit mehr als 1000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden. Die Gemeinde steuerte 23500 Euro Materialkosten bei. Die Neugestaltung im „Sandpoh“ ist Teil eines Ortsentwicklungskonzeptes für Brual, mit dem die Kommune Professor Edgar van Schayck von der Fachhochschule Osnabrück beauftragt hatte.

Dass sich das Ergebnis sehen lassen kann, darin waren sich alle Beteiligten bei der offiziellen Eröffnung einig. Clemens Dickebohm vom Organisationsteam der Anwohner betonte, dass das Baugebiet eine deutliche Aufwertung erfahren habe. Er berichtete, dass alle brachliegenden Grundstücke zunächst gefräst und umgepflügt worden seien. Auf dem Grundstück an der Einfahrt ins Baugebiet wurde ein kleiner Dorfplatz mit Pavillon, Sitzgruppe und Pflasterung geschaffen. „Das ist jetzt ein ganz anderes Bild, wenn man hier reinfährt“, sagte Ortsbürgermeisterin Adele Telgen (CDU). Bolz- und Spielplatz wurden inmitten des Baugebietes hergerichtet. Auf den übrigen acht freien Stücken säten die Brualer Blumen.

„Es wirkt ganz anders“

Auf dem Gemeinschaftsplatz sollen möglicherweise ein Lichterfest oder ein kleiner Weihnachtsmarkt für die ganze Dorfgemeinschaft gefeiert werden können. Telgen zeigte sich von dem Engagement der Brualer begeistert. „Wenn ich das sehe, kriege ich eine Gänsehaut“, sagte sie mit Blick auf die Arbeitsergebnisse. Der ganze Ort habe voll hinter dem Projekt gestanden, betonte Telgen und lobte den Zusammenhalt im Ort. „Ich weiß nicht, ob man das woanders auch so findet.“

Rhedes Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) betonte, dass die Gemeinde für alle Ortsteile etwas tun müsse und auch tue. Das im „Sandpoh“ umgesetzte Konzept nannte er vielversprechend. Und auch von der Umsetzung zeigte er sich begeistert. „Es wirkt gleich ganz anders. Außerdem hält etwas viel länger vor, wenn es gemeinschaftlich angepackt wird.“

Und doch gilt für alle jetzt umgestalteten Flächen, dass sie bei Bedarf jederzeit wieder zu dem werden, was sie eigentlich sind – Bauland. Der Quadratmeterpreis für die zwischen 650 und 850 Meter großen Grundstücke beträgt 25 Euro. Auf einem Platz wird inzwischen gebaut, auf einem zweiten soll es bald losgehen. „Das Konzept hat also schon Früchte getragen“, meinte der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Hermann-Josef Gerdes.