385.000-Euro-Trakt entsteht Dritte Krippe für Rhede im Bau

Von Gerd Schade

Es geht voran: Über den Baufortschritt für die Krippe am Kindergarten Westeresch freuen sich (von links) Gerrit Terfehr, Gerd Conens, Hermann-Josef Gerdes, Hans Hermann Wagner, Frank Kremer, Maria Behrends-Rethorn (Vorsitzende des Sozialausschusses im Gemeinderat) und Rita Pott. Foto: Gerd SchadeEs geht voran: Über den Baufortschritt für die Krippe am Kindergarten Westeresch freuen sich (von links) Gerrit Terfehr, Gerd Conens, Hermann-Josef Gerdes, Hans Hermann Wagner, Frank Kremer, Maria Behrends-Rethorn (Vorsitzende des Sozialausschusses im Gemeinderat) und Rita Pott. Foto: Gerd Schade

Rhede. Ein Baugerüst versperrt den freien Blick auf den Haupteingang des Kindergartens Westeresch in Rhede. Der Platz vor dem Kindergarten ist zurzeit Baustelle. Für rund 310.000 Euro wird dort eine Krippe errichtet. Der Trakt für bis zu 15 Kinder unter drei Jahren, der links vom Haupteingang ebenerdig an den Kindergarten andockt, soll bis Jahresende fertig sein.

Der Regelbetrieb im Kindergarten mit bereits zehn Krippenkindern läuft parallel zu den Bauarbeiten ganz normal weiter. „Für die Kinder ist das aber natürlich spannend“, berichtet die Leiterin der Kindertagesstätte, Rita Pott, davon, dass sich die Mädchen und Jungen mit neugierigen Blicken auf die Baustelle gelegentlich die Nase an den Fensterscheiben platt drücken.

Nach dem Aufmaß für die Fenster steht auf der Baustelle aktuell das Gießen der Betondecke an, wie Bauleiter Frank Kremer berichtet. In 14 Tagen soll der Rohbau komplett stehen, dann beginnt der Innenausbau. Die Gemeinde als Bauherr, Architekt Hans Hermann Wagner und Bauunternehmer Gerrit Terfehr sind mit dem Fortgang der Arbeiten, die seit Ende August und nicht wie ursprünglich geplant seit Mai laufen, zufrieden. „Dabei ist das gar nicht so einfach“, verweist Wagner auf die vielen Rundungen in dem Bauwerk.

„Erstklassiges Zeugnis“

Wie Gemeinde-Kämmerer Hermann-Josef Gerdes erläutert, umfasst das Finanzvolumen für das Bauprojekt insgesamt 385.000 Euro. Denn außer der Krippe unter anderem mit Gruppenraum, Ruheraum, Intensivraum, Sanitäranlagen und Kinderwagenabstellfläche wird auch ein Personalraum geschaffen. In die Finanzierung der Krippe fließen Gerdes zufolge Bundes- und Landesmittel in Höhe von 115.500 Euro. Zudem hofft die Gemeinde auf einen 50.100-Euro-Zuschuss vom Landkreis Emsland. Für die Kommune verbleibt dann ein Eigenanteil von rund 145.000 Euro. Bei der Finanzierung der baulichen Veränderungen außerhalb des Krippenanbaus kalkulieren die Rheder mit einer Förderung durch den Landkreis in Höhe von 19.000 Euro.

In Rhede entsteht damit nach 2009 und 2011 die dritte Krippe. Die ersten beiden Krippengruppen mit 15 beziehungsweise 12 Plätzen sind im St.-Nikolaus-Kindergarten untergebracht. „Wir betrachten unsere beiden Kindergärten aber als Einheit“, beton Bürgermeister Gerd Conens (parteilos). Mit derzeit 92 Kindergarten- und 36 Krippenkindern liege die Betreuungsquote in Rhede bei 94 Prozent. „Das ist ein erstklassiges Zeugnis für unsere beiden Kindergärten“, sagt Gerdes. Beide Einrichtungen sind in kirchlicher Trägerschaft.

Anfang Februar hatte im Kindergarten Westeresch eine Übergangskrippe mit zehn Mädchen und Jungen den Betrieb aufgenommen. Mit dem Provisorium hatte die Gemeinde auf eine seit vergangenem Herbst überraschend gestiegene Nachfrage reagiert.

Schon mit ihren bisherigen beiden Krippen hält Rhede für 61 Prozent der unter Dreijährigen aus der knapp 4500 Einwohner zählenden Einheitsgemeinde einen Krippenplatz vor. Damit ist sie bereits eindeutiger Spitzenreiter im Emsland.