Holzreliefs und Acryl Kunstwerke mit Gefühl und Logik im Museum Rhede

Von Otto Büning

Eine Kombination aus Gefühl und Logik drücken Gerard Leerkes und Anja Weber in ihren Bildern aus. Foto: Otto BüningEine Kombination aus Gefühl und Logik drücken Gerard Leerkes und Anja Weber in ihren Bildern aus. Foto: Otto Büning

Rhede. Besucher des Rheder Landwirtschaftsmuseums haben derzeit die Gelegenheit, gleich mehrere Ausstellungen auf einmal zu erleben: Zu den neuesten Exponaten zählen die Werke des Künstlerpaares Gerard Leerkes und Anja Weber, die Holzreliefarbeiten und Acrylbilder miteinander verbinden.

Von ihrem künstlerischen Vorgehen her sind die beiden gebürtigen Niederländer höchst unterschiedlich: Gerard Leerkes hat sich auf eine besondere Form der Kunst spezialisiert: Er fertigt Bilder an, für die er Holz mit Acryl bemalt, ausschneidet und in zusammenfügt. Seine Werke zeichnen sich durch klare, kräftige Farben aus, die Motive sind in der Regel figuriert und erkennbar. Leerkes: „Bevor ich anfange zu arbeiten, habe ich den Entwurf im Kopf schon fertig.“

Ganz im Gegensatz zu seiner Lebensgefährtin Anja Weber: „Meine Bilder entwickeln sich spontan und intuitiv, aus dem Herzen heraus.“ Ihre Werke sind abstrakt gehalten, Farben gehen ineinander über und bestehen aus mehreren Schichten. „Ich gebe meinen Bildern ungern einen Namen, denn ich möchte, dass jeder Betrachter es frei für sich wahrnehmen und interpretieren kann“, so Weber.

Seit rund einem Jahr kombiniert das Paar die beiden Techniken: Leerkes fertigt dafür ein Holzrelief nach seinen Vorstellungen an und stellt es wortlos in die Werkstatt seiner Frau, woraufhin diese es nach eigenem Ermessen bemalt und fertigstellt. „Oder ich gebe meinem Mann ein Bild, welches er dann im Rahmen seiner Technik zerschneidet und neu zusammenfügt“, so Weber. Es sei für beide immer eine große, positive Überraschung, was aus ihrer Anfangsidee entstehe. Laut Leerkes ist die Kombination optimal: „Meine Frau steuert das Gefühl bei, ich durch meine Arbeit die Logik.“

Elf Arbeiten des Künstlerpaares, darunter gemeinsam und einzeln angefertigte, sind fortan im vorderen Bereich des Rheder Landwirtschaftsmuseums ausgestellt. Zwei weitere Präsentationen von Leerkes und Weber, die sich in der deutsch-niederländischen Kunstvereinigung „kunst aan de rand van nederland“ engagieren, laufen momentan auch in ihrem Heimatland. Die Ausstellung in Rhede kann bis zum 15. Oktober besucht werden.

Zudem verweist Museumsangestellte Tina Effenberger auf die Ausstellung eines Teils einer Playmobil-Sammlung des Rheders Jürgen Eden: So können die Besucher die kleine Figurenwelt in den Bereich Camping, Bauernhof und Zirkus detailgetreu erleben.

Des Weiteren ist nach wie vor die Hauptausstellung über die Geschichte des Einmachens eröffnet. Hier haben die Verantwortlichen einige weitere Exponate aus der Geschichte der ländlichen Vorratshaltung hinzugefügt.

Das Landwirtschaftsmuseum ist dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.