Planwagenfahrt durch die Gemeinde Treffen von Ärzten und Medizinstudenten in Rhede

Von Otto Büning

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Unterwegs mit einem Planwagen waren Mediziner, Medizinstudenten, Nils Siemen von der Ems-Achse (Dritter von rechts), Johanna Sievering vom Landkreis Emsland (Zweite von rechts) sowie Bürgermeister Gerd Conens (rechts). Foto: Doris Conens-KrollUnterwegs mit einem Planwagen waren Mediziner, Medizinstudenten, Nils Siemen von der Ems-Achse (Dritter von rechts), Johanna Sievering vom Landkreis Emsland (Zweite von rechts) sowie Bürgermeister Gerd Conens (rechts). Foto: Doris Conens-Kroll

Rhede. Aktiv wird derzeit auf Kreis- und Kommunalebene mit verschiedenen Konzepten versucht, den drohenden Ärztemangel auf dem Land zu beheben. Nach Ansicht von Rhedes Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) spielen bei allen Anreizen auch Vernetzung sowie der persönliche Bezug zur jeweiligen Gemeinde eine wichtige Rolle. Erstmals hat die Gemeinde daher mit den Medizinern vor Ort eine Planwagenfahrt für Medizinstudenten durchgeführt.

Wie Conens erklärte, ist die Situation in Rhede mit zwei Fachärzten für Allgemeinmedizin, einem Zahnarzt und einem Apotheker derzeit so gut wie noch nie. Um diese Versorgung jedoch auch dauerhaft zu sichern, hätten die örtlichen Mediziner und die Gemeindeverwaltung in Abstimmung mit dem Landkreis Emsland
vereinbart, Medizinstudenten aus Rhede und der näheren Umgebung anzuschreiben, um miteinander in Kontakt zu kommen und das Interesse an einer beruflichen Tätigkeit in der Region zu wecken.

Conens legt Wert darauf, dass es hierbei nicht darum gehen soll, anderen Gemeinden potenzielle Mediziner abzuwerben. Vielmehr solle dies eine Werbung für die gesamte Region sein. Grundsätzlich sei es nämlich wichtig, dass Ärzte bei ihrer Standortwahl auch einen emotionalen Bezug zur künftigen Gemeinde hätten und um die örtlichen Gegebenheiten und Strukturen wüssten.

Tabea Sickert, angehende Medizinstudentin aus Rhede, zeigte sich im Anschluss an die gemeinsame Planwagenfahrt begeistert: „Es ist schön, Informationen aus erster Hand von Medizinern vor Ort zu bekommen und von ihren Erfahrungen zu hören.“ Ihrer Ansicht nach kann es ein Reiz für junge Ärzte sein, sich in der Region niederzulassen, wenn sie wüssten, dass sich vor Ort um sie gekümmert werde. Bert Bouma, Zahnarzt in der Einheitsgemeinde, sieht den Vorteil Rhedes darin, dass es „klein, aber zentral gelegen“ sei.

Dr. Franz Koettnitz, Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Marienhospital in Papenburg, hob den Bezug der hiesigen Gemeinden zu den Niederlanden als Vorteil hervor: „Wir können im grenzüberschreitenden Austausch auf medizinischer Ebene viel voneinander lernen und zum Wohle der Patienten nutzen.“

An der Aktion der Gemeinde Rhede nahmen ferner Johanna Sievering, Geschäftsführerin der „Meilenstein- Weiterbildungsgesellschaft für Ärztinnen und Ärzte im Landkreis Emsland“ sowie Nils Siemen, Fachkräftemanager der Wachstumsregion Ems-Achse, teil. „Um junge Mediziner in die Region zu holen, bedarf es eines guten Netzwerkes, in dem man sich kennt und persönliche Treffen initiiert“, so Sievering. Siemen verwies zudem auf die Initiativen des Landkreises und der Ems-Achse, darunter Informationsbroschüren und Beratungsangebote. „Wenn die Mediziner in einer Region fehlen, dann fehlen auf Dauer auch die anderen Berufsgruppen“, betonte Siemen.


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