2017 soll es losgehen Flut- und Emsbrücke bei Rhede werden neu gebaut

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Den Neubau der Flutbrücke bei Rhede planen (von links) Entwicklungsingenieur Matthias Geßling und Ernst Kock vom Straßenbauamt Lingen, Landschaftsplaner Johannes Dietz und Klaus Haberland. Foto: Jürgen EdenDen Neubau der Flutbrücke bei Rhede planen (von links) Entwicklungsingenieur Matthias Geßling und Ernst Kock vom Straßenbauamt Lingen, Landschaftsplaner Johannes Dietz und Klaus Haberland. Foto: Jürgen Eden

Rhede. Die in den 1970er-Jahren erbaute Flutbrücke bei Rhede muss in den kommenden Jahren abgerissen und gegen eine neue Brücke ersetzt werden. Aus Sicherheitsgründen. Gleichzeitig soll auch eine neue Emsbrücke entstehen. Ab 2017 könnte es mit den Bauarbeiten losgehen. Die Gesamtkosten werden auf bis zu 15 Millionen Euro geschätzt. Der Abriss soll erst erfolgen, wenn die neue Brücke steht. Derzeit wird eine neue Trassenführung abgeklopft.

Die rund 300 Meter lange Flutbrücke entstand in einer Zeit, als das Arbeiten mit Spannbeton noch in den Kinderschuhen steckte. Das bedeutet, dass die seinerzeit verarbeiteten Stahlgestänge im Beton rosten und brechen. Damit ist die Stabilität gefährdet.

„Die Stabilität der Flutbrücke wird von uns in regelmäßigen Abständen überprüft. Aktuell ist die Tragfähigkeit noch gegeben“, sagt Klaus Haberland, Leiter des Straßenbauamtes in Lingen. Aber: Über 40 Tonnen wiegende Schwerlasttransporte müssen das Bauwerk jetzt schon meiden. Sie erhalten schon seit längerer Zeit keine Ausnahmegenehmigung für diese Route von und zur Autobahn 31.

Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Sperrungen für den Begegnungsverkehr wären weitere vorübergehende Maßnahmen zum vorläufigen Schutz des Bauwerks. „Im schlimmsten Fall müsste die Brücke komplett gesperrt werden“, sagt Haberland. Aber so weit ist es noch nicht.

Bei der Rheder Flutbrücke handelt es sich um eine von schätzungsweise 3000 Brücken, die bundesweit von sogenannten Spannungsrisskorrosionen im Stahlgestänge betroffen sind. Spannungsrisskorrosion ist nach Haberlands Worten ein Problem, das an Bauwerken auftritt, die bis 1978 errichtet wurden. Von außen ist zwar keine Korrosion erkennbar und sie von daher nur schwer feststellbar, sie lässt sich aber durch entsprechende Untersuchungen nachweisen. Demnach wäre es nur eine Frage der Zeit, bis die Flutbrücke eines Tages einstürzen könnte.

Vor einigen Jahren haben Bund und Land ein Erneuerungsprogramm aufgelegt. Seit rund einem Jahr ist das Straßenbauamt mit verschiedenen Stellen wie beispielsweise dem Landkreis Emsland, der Gemeinde Rhede und Naturschutzverbänden im Gespräch, um für den Neubau der Flutbrücke eine Trasse zu finden.

Höher und breiter

Auch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hatte frühzeitig Interesse an dem Vorhaben signalisiert, denn mit dem Neubau einer Flutbrücke soll auch die Stahlbrücke über dem Dortmund-Ems-Kanal erneuert werden. Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1949. Die neue Emsbrücke soll nicht nur breiter, sondern auch höher angelegt werden, um so den dreilagigen Containerverkehr von Schiffen zu ermöglichen.

Mehrere Trassen wurden nach Worten von Landschaftsplaner Johannes Dietz bereits im Vorfeld geprüft und gegen die Schutzbedürfnisse von Mensch, Natur sowie dem Landschaftsschutz und kommunalen Entwicklungsmöglichkeiten abgewogen. So kristallisierte sich bei den Voruntersuchungen eine Trasse heraus, die sich etwa 40 Meter neben der derzeitigen Brücke befindet und zwischen der bisherigen Flutbrücke und der Alten Rheder Straße verläuft.

Im nächsten Schritt soll ein rund 18-monatiges Planfeststellungsverfahren starten, in das zahlreiche Stellen und Verbände, aber auch Bürger eingebunden werden. Parallel dazu wird eine Kampfmitteluntersuchung vorgenommen, denn im Zweiten Weltkrieg galten Brücken und Flussläufe als wichtige strategische Stellen, die stark umkämpft waren. Die Bauzeit ist mit rund drei Jahren veranschlagt.


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