Mobiles Großgerät im Einsatz Zoll durchleuchtet Lkw in Rhede mit Röntgen-Scanner


Rhede. Um Lastwagen schnell und doch gründlich zu durchleuchten, hat der Zoll am Donnerstag erstmals in der Region einen mobilen Röntgen-Scanner eingesetzt. Dabei wurden mehrere Verstöße festgestellt, die genauen Ergebnisse der Aktion müssen nach Angaben der Behörde aber noch ausgewertet werden.

Der Sattelzug an der Spitze der Warteschlange auf dem Schotterparkplatz des Autohofs an der A 31 in Rhede wirbelt jede Menge Staub auf, als ihn der Fahrer nach Aufforderung eines Zollbeamten direkt unter den ausladenden Scanner-Arm des Röntgen-Lkw manövriert. Kurz nachdem der Fahrer ausgestiegen ist, ertönt ein nervtötendes Piepen, und der Lkw mit dem Scanner-Arm schiebt sich langsam an dem Sattelzug vorbei.

Im Innern des vor etwa eineinhalb Jahren angeschafften und mit Technik im Wert von rund 1,5 Millionen Euro vollgestopften Zollfahrzeugs sitzt Zollhauptsekretär Frank Dunkelgut und überprüft das Röntgenbild des Sattelzuges. Fallen ihm falsch deklarierte Warenladungen oder Schattierungen auf, die auf mögliche Hohlräume für Verstecke von beispielsweise Zigaretten, Drogen oder gar Waffen schließen lassen, markiert er die entsprechenden Stellen auf dem Röntgenbild und gibt es an die Kollegen draußen weiter. Sie nehmen das betreffende Fahrzeug dann genauer unter die Lupe. Bei einem Einsatz in Schleswig-Holstein seien mithilfe des Röntgen-Scanners einmal 120000 Zigaretten zwischen einer Ladung Baumwolle entdeckt worden, berichtet Dunkelgut.

In Rhede gibt es bis zum Mittag jedoch keine nennenswerten Auffälligkeiten, und die meisten Lkw-Fahrer werden nach kurzen Wartezeiten durchgewinkt. „Wir rechnen hier auch nicht mit 20 Kilo Kokain. Aktionen wie diese sind letztlich immer auch Präventionsmaßnahmen“, erklärt Ralph Witfer, Sprecher des Hauptzollamtes Oldenburg, zu dem das Zollamt Papenburg gehört, in dessen Zuständigkeitsbereich die Röntgenanlage nun erstmals zum Einsatz kommt. Wie Dunkelgut erklärt, verfügt der Zoll bundesweit über drei dieser mobilen Anlagen. Eine ist demnach in Lübeck, eine in Köln und eine in Ulm stationiert. Fest installierte Großscanner stehen beispielsweise in den Seehäfen.

Witfer vergleicht das Scannen mit dem Durchleuchten des Gepäcks von Flugreisenden. Seine Kollegen fischen derweil auf der A31 einen Lkw nach dem anderen aus dem Verkehr und lotsen sie mit Blaulicht auf den Schotterplatz. Niederlande, Polen, Baltikum – die meisten haben ausländische Kennzeichen. Bis zu sechs Lkw werden pro Stunde durch den Scanner geschleust.

Nach welchen Kriterien sich die Zollbeamten die Lastwagen herauspicken? „Das ist eine Frage der Erfahrung und des Gefühls“, erklärt Witfer. Die Lkw-Fahrer reagieren gelassen. „Die kennen das Prozedere“, sagt der Zollsprecher. „Wir wollen sie ja nicht ärgern. Und in der Regel ist ja auch alles in Ordnung.“ Die Zollbeamten, an deren Gürtelhalftern Funkgeräte und Dienstpistolen baumeln, verständigen sich mit den Straßenkapitänen zumeist auf Englisch. Mancher Fahrer beherrscht ein paar Brocken Deutsch. „Ich muss nach Frankreich“, sagt einer, als ihm ein Zollbeamter seine Papiere zurückgibt. Dann zieht er die Tür seines Führerhauses zu, startet den Motor und lenkt seinen Sattelzug zurück in Richtung Autobahn.


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