Mehr als 3000 Figuren 3000 Playmobil-Figuren aus Rhede suchen neues Zuhause


Rhede. Wer kann schon von sich behaupten, dass er ein Restaurant, einen Duty Free Shop, ja sogar eine komplette Shopping Mall mit Friseur, Spielwarengeschäft, Buchhandlung, Zahnarzt, Blumenladen, Postzentrum und anderes mehr zuhause hat? Jürgen Eden aus Rhede kann.

Vor 20 Jahren hat der Journalist damit begonnen, Playmobil zu kaufen. Jetzt ist das Heim der Familie zu klein geworden und er sucht eine neue Heimat für mehr als 30 Themenwelten und rund 3000 Figuren.

„Mittelfristig suche ich einen geeigneten Ort für eine Dauerausstellung,“ erzählt Eden. Damit möglichst viele kleine und große Spielzeugliebhaber Freude an den sorgfältig gestalteten Gebäuden und Spielszenen haben können, wäre ihm eine Location mit 150 bis 200 Quadratmetern am liebsten. Hier in der Region sollte sie sein, an einem Ort mit Publikumsverkehr. Bislang reihen sich auf dem 60 Quadratmeter großen Dachboden der Edens Ritterburgen, Flughafen, Gerichtsgebäude, Schnellrestaurants und Schulen aneinander.

Schienen laufen durch die Szenerie, darauf fährt eine Großbahn von LGB (Gartenbahn), die digital gesteuert wird. Zwölf Digitalloks und rund 50 Wagen sind Teil der Anlage. Die Großbahn hat den gleichen Maßstab wie Playmobil. Verschiedenste Fahrzeuge wie Rettungswagen, Polizeiwagen, Sportboote und vieles mehr wuseln auf der blauen Auslegewahre herum und selbst über Edens Kopf schweben Flugzeuge, Hubschrauber und ein Ufo an Fäden von der Decke herab.

Aufgebaut sind: Polizei, Feuerwehr, Medienhaus mit Redaktion und TV-Studio, Krankenhaus, Schulzentrum, Hotel, Justiz, Verkehrszentrum, mit Flughafen und großer Zollkontrolle sowie Bahnhof mit Autoverladung. Außerdem sind auf Edens Dachboden ein Finanzamt, ein Rathaus und das königlich bayrische Amtsgericht zu finden. Komplettiert wird die Playmobilwelt mit einem Schnellrestaurant, inklusive Autoschalter, einem landwirtschaftlichen Dorf, einer Großraumdisco, einem Güterverkehrszentrum und einem Hafenviertel. „Eine Vielzahl der Gebäude ist aus vielen 100 Bauteilen sehr individuell zusammengesetzt und im Handel in dieser Form gar nicht zu kaufen,“ erzählt der dreifache Vater.

Die Mädchen von Maresa und Jürgen Eden sind zwischen zwei und neun Jahre alt. Sie haben ihren eigenen Spielbereich auf dem Dachboden mit eigenen Häusern. „Sie wissen genau, dass sie dort spielen dürfen und in dem anderen Bereich nicht“, erzählt ihr Papa. Aber natürlich macht er gerne eine Ausnahme, wenn die Mädchen vorher fragen. Das kann schon vorkommen, denn für die wichtigen Dinge im Leben (Shoppen oder Entbindung im Krankenhaus) muss man natürlich in die Stadt.

Dort ist immer was los: eine Demo, Badegäste im Hafen, Haftprüfung im Gerichtsgebäude, Papstbesuch, die Polizei schießt „teure Fotos“, Kriminalbeamte im Einsatz.

Nicht aufgebaut hat Eden Material für zehn weitere Themenwelten. Sie sind im Keller eingelagert. Ein Zirkus mit 40 Wagen und den Arenen aus vier Epochen, Zoo, Camping, Freizeit, Western mit Fort, Feenwelt, Dinoabenteuer, Safari, die ersten Gebäude aus dem 1970er Jahren und einiges mehr.

Highlight im Westernbereich ist die Streaming Mary, die im Originalkarton auf ihren Aufbau wartet. Außerdem nicht aufgebaut sind Baustelle, Jahrmarkt, Prinzessinnenwelt, Seeräuberinsel, Seeräuberschiffe, Autobahn mit vielen Fahrzeugen und Raststätte.

„Im Keller habe ich ein eigenes Ersatzteillager eingerichtet, aus dem ich für die Erweiterung von Gebäuden oder zur Vervollständigung von Fahrzeugen Bauteile holen kann.“

Die Sammlung wird flankiert von den Produkten anderer Anbieter wie Play Big oder MS-Seidel, die 1974 versuchten, den Trend aufzunehmen. . Nach langen Marktrechtstreitigkeiten nahmen sie ihre Erzeugnisse wieder vom Markt. Im Winter 2011 hatte der Sammler aus Rhede eine Untersuchung der BBS Papenburg über das Theoprax-Projekt in Auftrag gegeben. Schüler des Wirtschaftsgymnasiums hatten damals rund 200 Leute befragt, von denen 80 Prozent Edens Ausstellung besuchen würden.

Für Interessierte, die nicht so lange warten mögen, hat Jürgen Eden einen Tipp: Zum 40 jährigen Playmobil-Bestehen zeigt das Historische Museum in Speyer noch bis zum 22. Juni eine Sonderausstellung.


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