Grenzübergreifende Demonstration Proteste gegen Großstall bei Neurhede

„Macht aus Ost-Groningen keinen Megastall!“ war auf den Transparenten der Demonstranten zu lesen, die gegen einen geplanten großen Tierhaltungsbetrieb im niederländischen Bourtange protestierten. Foto: Florian Feimann„Macht aus Ost-Groningen keinen Megastall!“ war auf den Transparenten der Demonstranten zu lesen, die gegen einen geplanten großen Tierhaltungsbetrieb im niederländischen Bourtange protestierten. Foto: Florian Feimann

Bourtange, NL. Gegen den geplanten Stall für 1000 Kühe und 800 Stück Jungvieh haben am Samstag rund 100 Umwelt- und Tierschützer aus Deutschland und den Niederlanden demonstriert. Organisiert hatte die Veranstaltung die Bürgerinitiative Ora, die Linke Niedersachsen und die niederländische Umweltschutzpartei Milieu Defensie.

Am vorgesehenen 10 Hektar großen Standort machten sie ihre Forderung mit Transparenten und Rufen deutlich: „Maak van Oost-Groningen geen Megastal!“, „Macht aus Ost-Groningen keinen Megastall!“ Es ging ihnen vor allem um den Tierschutz, die Vermeidung von erhöhtem Verkehrsaufkommen, Krankheiten und den Erhalt der niederländischen Landschaft.

„Was wir fürchten ist, dass wir die offene Landschaft verlieren. Hier kann es nachts noch richtig dunkel werden!“, sagte Willie Raaijmakers von der deutsch-niederländischen Bürgerinitiative bei der Kundgebung.

Während sie und ihre Mitstreiterin Jacomijn Pluimers von Milieu Defensie die Forderungen auf Deutsch und Niederländisch verbreiten, kommen immer wieder zustimmende Rufe von den Demonstranten: „Nein, nein, Megaställe, nein!“ und „Genug ist genug!“ finden sie. Nach Auffassung der Demonstranten würden die Tiere in dem „Giga-Milchviehbetrieb“, so Raaijmakers, „zu einem Produktionsmittel“.

Durch die inflationäre Verwendung von Antibiotika würden Bakterien resistent und damit nicht mehr behandelbar, ist eines der Argumente der Demonstranten. Zudem würde durch die notwendigen Transporte zu und von dem Stall die Straßennutzung durch Lastwagen stark zunehmen. Für Pluimers heißt die Alternative daher „lokale Landwirtschaft für die Menschen“.

Der von dem Landwirt Ad Buijs aus Rosmalen geplante Stall soll auf einem Areal von zehn Hektar nur wenige Hundert Meter von der deutsch-niederländischen Grenze etwa auf Höhe der Ortschaft Neurhede errichtet werden. Den Bauplatz hat der Landwirt bereits gekauft. Anfang 2012 hatte sich bereits Widerstand gegen den Stall geregt, als der Rat der Gemeinde Vlagtwedde über den Stallbau beraten hatte.

Die BI Ora (lat. Grenze), die zu den Protesten aufgerufen hatte, war Mitte September von deutschen und niederländischen Gegnern von großen Tierhaltungsanlagen gegründet worden.


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