Darlehen über 2,4 Millionen Euro Gemeinde Rhede nimmt für A31-Gewerbegebiet noch mehr Geld in die Hand

Für die Erweiterung des Gewerbegebiets an der A31 greift die Gemeinde Rhede tief in die Tasche. Archiv/Foto: Hermann HinrichsFür die Erweiterung des Gewerbegebiets an der A31 greift die Gemeinde Rhede tief in die Tasche. Archiv/Foto: Hermann Hinrichs

Rhede. Um die Erschließung des erweiterten Gewerbegebiets an der Autobahn 31 finanzieren zu können, nimmt die Einheitsgemeinde Rhede ein Darlehen über 2,4 Millionen Euro auf. Der Gemeinderat verabschiedete in seiner jüngsten Sitzung den entsprechenden Nachtragshaushalt mitsamt der Kreditsumme.

Für das Jahr 2019 war die Gemeinde Rhede mit erheblichen Investitionen und mehreren Großprojekten nach vorne gesprescht: Die Erschließung des Gewerbegebiets südlich des Autobahnzubringers (L52), der Neubau der Mehrzweckhalle, der Ausbau von Baugebieten und einige Wegebaumaßnahmen. Allesamt Projekte, die sich im Finanzhaushalt der Einheitsgemeinde deutlich niederschlagen. Im Frühjahr 2019 verabschiedete der Gemeinderat folglich einen „Rekordhaushalt“ für Rhede.

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Um die damals festgesetzte Investitionssumme von insgesamt 12,1 Millionen Euro stemmen zu können, war ein Darlehen über 1,6 Millionen Euro eingeplant worden. Diese Kreditsumme wurde im Zuge des Nachtragshaushalt jedoch nun auf 2,4 Millionen Euro erhöht. Auch eine Anpassung bei den Investitionen wurde vorgenommen: Da die Summe der Zuwendungen, die die Gemeinde für ihre Investitionen erhält, von 4,9 Millionen auf etwa 3,5 Millionen korrigiert werden musste, wurde auch die Investitionssumme heruntergeschraubt: Von 12,1 Millionen auf 11,2 Millionen Euro.

Ohne Darlehen keine Erschließung

„2019 haben wir riesige Projekte angepackt, die aber auch viel gekostet haben. Die Frage ist natürlich: Wie soll es bezahlt werden?“, sagte Kämmerer Hermann-Josef Gerdes. Für einen Großteil der Investitionen könne man auf die Rücklagen der vergangenen Jahre zurückgreifen, in denen die Gemeinde regelmäßig Überschüsse erzielt habe. „Aber um das erweiterte Gewerbegebiet zu erschließen, brauchen wir das Darlehen. Wir kriegen das nur gestemmt, wenn wir die 2,4 Millionen Euro aufnehmen“, erklärte Gerdes.

„Hier ist Eile geboten, wir sind mit Volldampf dabei“Rhedes Bürgermeister Jens Willerding zur Erschließung von Gewerbeflächen

Die Bauplätze im vorhandenen Gewerbegebiet nördlich der Bellingwolder Straße (L52) sind laut dem Kämmerer fast komplett vergeben. Daher sei die Erweiterung des Gebietes die richtige Entscheidung gewesen. „Hier ist Eile geboten, wir sind mit Volldampf dabei. Denn uns gehen die Gewerbegrundstücke aus“, fügte Rhedes Bürgermeister Jens Willerding (CDU) hinzu. Das Gewerbegebiet soll an der Bellingwolder Straße praktisch gespiegelt werden; südlich der Straße entstehen etwa 12 Hektar neue Baufläche.

Gewerbegebiet A31 - Südlich L52 Quelle: Gemeinde Rhede • Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

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„Natürlich macht man nicht gerne Schulden, aber es ist nötig“, sagte Gerdes. Durch das Darlehen steige die pro-Kopf-Verschuldung in Rhede von bisher 60 Euro pro Einwohner auf etwa 630 Euro pro Einwohner. „Was ich damit sagen will: Die Ampel bei den Finanzen steht auf Gelb“, so Gerdes. „Wir müssen uns bei jeder Investition fragen: Wollen wir das machen? Und können wir das machen?“

Willerding: Stehen gut da, nur das Konto ist relativ leer

Willerding ergänzte: „Wir wollen sensibilisieren für die Situation. Wir stehen in Rhede gut da; nur ist unser Konto jetzt relativ leer.“ Es sei Vorsicht geboten, so Willerding weiter. Auch vonseiten der SPD fand der Nachtragshaushalt Zustimmung: Von einer „sauberen Sache“ sprach Ratsherr Joachim Hübner. „Wir verbraten das Geld ja nicht, sondern investieren es. Wir bieten durch das Gewerbegebiet etwas an.“ Der vorgestellte Nachtragshaushalt mit dem Darlehen über 2,4 Millionen Euro wurde einstimmig verabschiedet.

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