Weihnachtskonzert in Rheder Kirche Musikalische Reise von Verkündigung bis Christi Geburt

Von Daniel Lösker

Durch Sopranistin Monika Mauch und das Ensemble Bell’arte Meisterhaft interpretierte Weihnachtsmusik des 16. bis 18. Jahrhunderts in der Alten Rheder Kirche. Foto: Daniel LöskerDurch Sopranistin Monika Mauch und das Ensemble Bell’arte Meisterhaft interpretierte Weihnachtsmusik des 16. bis 18. Jahrhunderts in der Alten Rheder Kirche. Foto: Daniel Lösker
Daniel Lösker

Rhede. Das Ensemble Bell’arte Salzburg und die Sopranistin Monika Mauch haben in der Alten Rheder Kirche die Weihnachtszeit mit stimmungsvoller Musik aus dem 16. bis 18. Jahrhundert eingeleitet.

Der d-Moll-Akkord bleibt beständig im Basso continuo, die Violine hebt an, erzählt – beinahe improvisatorisch – in aufstrebend virtuosen Passagen ihre Geschichte der Verkündigung an Maria. So beginnt die erste der berühmten Rosenkranz-Sonaten des Heinrich Ignaz Franz Biber. Und so beginnt auch der schlicht „Weihnachtskonzert“ genannte Abend mit dem glänzend aufspielenden Salzburger Ensemble Bell’arte und der Sopranistin Monika Mauch.

Dass Bibers Meisterwerk gleich zu Beginn erklingt, ist angesichts seiner Programmatik erklärbar und sinnvoll, zieht aber leider mit sich, dass damit der musikalische Höhepunkt eigentlich schon erreicht ist. Zwar zeigen Ensemble-Leiterin Annegret Siedel und ihre Mitstreiter auch in der Folgezeit ihre Extraklasse, wird Monika Mauch ihren knabenhaften Sopran freudig erblühen lassen, doch kompositorisch stehen die meisten anderen Werke, mit Ausnahme der begeisternden Triosonate in g-Moll von Henry Purcell, der Musik Bibers etwas nach. 

Herzen schlagen höher 

Das Violinspiel Siedels ist vorzüglich. Ihr von Jakob Stainer um 1670 hergestelltes Instrument setzt sie klug und gewinnbringend ein. Der unübertroffene Klang jener Geigen des Tiroler Meisters mit ihren typisch hochgewölbten Decken lässt einem das Herz höher schlagen. Genauso bei ihren nicht minder kongenialen Partnern. 

Die Viola da gamba hört man selten so rein, kunstfertig und klangschön, wie unter den Händen von Christian Zincke. Michael Freimuths Theorbe groovt sonor, füllt den Raum mit delikatem Bass. Und Margit Schultheiß an der italienischen Orgel aus dem 18. Jahrhundert erzeugt auf dem „antiken“ Instrument mitunter kurioseste Klangfarben. Ihr Tastenspiel zeugt von großer Meisterschaft.

Perfekte Stimme

Mauch besitzt eine für die Musik der Spätrenaissance und des Frühbarock perfekte Stimme. Vibratoarm, mit leicht dunkel gefärbten Nuancen versehen, erstrahlt der Sopran in langgezogenen Legatobögen; und Koloraturen werden zum Spiel von fast kulinarischer Leichtigkeit. 

Sie singt, begleitet von Bell’arte, Klassiker, wie Johann Eccards „Übers Gebirg Maria geht“, hier in einer Fassung für Solostimme, oder Johann Walters „Resonet in laudibus“, besser bekannt als „Joseph, lieber Joseph mein“. Interpretiert Georg Philipp Telemanns „Gott will Mensch und sterblich werden“ vielleicht ein wenig flott, aber mit Sinn für Text und Inhalt, und zeigt mit Carlo Mannelis „La Piva“, jenem Hirtenlied, welches dem Dudelsack huldigt, der immer erklingen solle um Jesus zu preisen, ihre humoristische Seite.

Publikum lässt sich verzaubern

Das Publikum, eingestimmt durch die einführenden Worte von Martin Gehrenkamp, Erster Kreisrat des Landkreises Emsland, der als Veranstalter fungiert, geht die Reise von Verkündigung bis Jubelgesang nach Christi Geburt mit, lässt sich vom prächtigen Gesang Mauchs und der historisch informierten Kunst Bell’artes gerne verzaubern und spendet entsprechenden Applaus.


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