Insektensterben entgegenwirken Es summt, surrt und schwirrt im Garten von Dieter Weber aus Rhede

Von Sabrina Holthaus

Dieter Weber aus Rhede inmitten seiner Blühwiese. Foto: Sabrina HolthausDieter Weber aus Rhede inmitten seiner Blühwiese. Foto: Sabrina Holthaus

Rhede. Es summt, surrt und schwirrt in diesen Tagen im Garten von Dieter Weber in Rhede. Seit drei Jahren bewirtschaftet er seine Blühwiese und ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Die Idee kam ihm, als er die Blühwiesen bei einem Tag der offenen Gärten sah. „Ich finde das schön“, erklärt Weber im Gespräch mit unserer Redaktion. Er beschäftige sich gerne mit der Gartenarbeit. „Ich habe meine Freude daran, da kann ich runterfahren.“ Auch dem Insektensterben möchte er entgegenwirken. Es kämen nach seinen Worten immer weniger Schmetterlinge vor, genauso Bienen oder Hummeln. Doch in seinem „wilden Garten“ flattert und summt es kräftig. Die unterschiedlichen Insekten bedienen sich an dem reichen Nahrungsangebot. 

Das Insektenhotel. Foto: Sabrina Holthaus


Früher war der hintere Teil des Grundstücks verpachtet. Da dieses jedoch nur circa ein dreiviertel Hektar groß ist, wurde es zu klein für landwirtschaftliche Zwecke. 1992 ging es an Weber zurück und wurde von ihm in den Folgejahren bewusst als Wildwiese gehalten und bewirtschaftet. Vor drei Jahren säte er zum ersten Mal eine große Blühwiese aus. „Ich bin kein Experte“, sagt Weber. So musste er aus ersten Fehlern lernen. Beispielsweise säte er zuerst eine Bergwiese, von der jedoch im folgendem Jahr nichts wiederkam. Nun setzt er auf eine regional abgestimmte Saat.

Die "Raseninseln". Foto: Sabrina Holthaus


Zum Frühjahr lässt er sich den Bereich für die Blühwiese von einem befreundeten Landwirt grubben. Das sei notwendig, damit das schneller wachsende Gras die Blumen nicht ersticke. Danach sät er die Blumen per Hand. Dafür mischt der Rheder mehrere handelsübliche Blumenmischungen zusammen, um eine große Vielfalt zu erreichen. Während des Sommers gießt er die Blumen häufig. Hierfür nutzt er Grundwasser aus seinem eigenen Brunnen. Bei der derzeitigen Trockenheit und so einer großen Fläche bedeute dies einiges an Arbeit. „Doch das mache ich gerne“, so Weber.

Wild wachsender Rasen

Zur weiteren Gestaltung nutzt er seine Kreativität. So werden beispielsweise hohle Baumstümpfe mit einer Füllung aus Stroh zu Insektenhotels. Gemäht wird nur ein kleiner Teil des Gartens, den restlichen Rasen lässt er wild wachsen. Diesen „Wildwuchs“ sieht er als guten Tipp für andere an, die Insekten unterstützen wollen.

Von den Nachbarn bekommt er nach eigenen Angaben positive Rückmeldungen auf die Blumenwiese. Manche hätten ebenfalls selbst eine im kleinen Format angelegt. Ein Nachbar hält Bienen, die nun von den Blumen profitieren würden. Doch auch wilde Insekten werden Weber zufolge von der Blühwiese angelockt. Der Rheder freut sich, dass auf seiner Wiese so viel los ist. Die Insekten zu unterstützen, ist ihm ein wichtiges Anliegen. „Das muss.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN