Tiere sorgen für viele Besucher Doppelter Nachwuchs beim Weißstorchpaar in Rhede

Von Sabrina Holthaus

Beschützt von den Eltern wachsen die zwei Jungstörche in Rhede auf. Foto: Hermann RobbenBeschützt von den Eltern wachsen die zwei Jungstörche in Rhede auf. Foto: Hermann Robben

Rhede. Zwei Jungvögel sitzen seit Mitte Juni in dem Storchennest auf dem Hof Emsauen von Klaus Lampen in Rhede. Der Nachwuchs sorgte für Freude bei der ganzen Familie Lampen – und für viele Besucher mehr.

Im April hatte Lampen berichtet, dass die Störche erstmals auf seinem Hof brüteten. Eine Seltenheit im Emsland, wie Diplom-Biologe und Vogelexperte Axel Degen damals bestätigte. Nun ist der Nachwuchs geschlüpft. Viel sehen kann man von den beiden Jungstörchen, die mittlerweile fast so groß wie ihre Eltern sind, jedoch meistens nicht, da sie einen Großteil der Zeit geduckt im Nest sitzen. Den Rest verbringen sie mit ersten Flugversuchen. Hierfür stellen sie sich im Nest auf und Flattern mit den Flügeln, wie Klaus Lampen mitteilt. Noch sind ihre Schnäbel schwarz, doch das Gefieder ähnelt schon dem eines ausgewachsenen Storches.

Nest steht seit 45 Jahren

Eine große Freude für die Familie Lampen, die bereits seit 45 Jahren zwei Storchennester auf ihrem Hof bewirtschaftet. Die Begeisterung dafür kommt, so Lampen, von seinen Eltern, die aus Faszination für die Großvögel auf ihrem Hof ein Storchennest bauten. Nun sehe er jeden Tag mehrmals nach dem Nest, wobei er bereits die ein oder andere interessante Beobachtung machte: So breiten die Elterntiere an warmen Sommertagen ihre Flügel wie einen Sonnenschirm für die Kleinen aus. 

Foto: Klaus Lampen


Lampen hilft den Tieren jedoch vorerst nicht. „Solange sie genug zu Fressen finden, möchten wir uns nicht einmischen.“ Die Nahrung, dazu zählen Mäuse und auch Insekten, holen sich die Störche von den umliegenden Äckern, besonders dann, wenn gerade gemäht oder gepflügt wurde. Die Freude über die Störche ist in der ganzen Familie wiederzufinden. Täglich gibt es neue Bilder im gemeinsamen Gruppenchat, berichtet Lampen. Gerne fotografiere er auch in der Dämmerung, wenn beide Elterntiere nach der Begrüßung durch Schnabelklappern gemeinsam im Nest sitzen.

Besucher kommen

Doch auch immer mehr Besucher kommen auf den Hof, um das Storchennest zu betrachten. Die Begeisterung für die Vögel steckt an, so Lampen. Einige hätten nach ihrem Besuch selbst Storchennester aufgestellt. Andere schauen immer wieder bei den Rheder Störchen vorbei. Dieses Interesse sei gut für die gefährdete Art, die in Europa immer seltener vorkommt, meint Lampen.

Klaus Lampen hofft, dass die Störche auch im kommenden Jahr wieder nach Rhede kommen. Foto: Sabrina Holthaus


Bis Mitte August werden die kleinen Störche noch in Rhede verweilen, bevor sich die ganze Familie in den Süden aufmacht. Da männliche Störche meistens zum selben Nest zurückkehren, hofft Lampen, dass sein Storch im nächsten Jahr wieder den Weg zum Hof Emsauen findet.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN