Vortrag an der Ludgerusschule Von den Grausamkeiten im Lager III Brual-Rhede

Von pm

Über die Grausamkeiten im Lager III Brual-Rhede berichteten Gebina Bors und Albert Vinke den Schülern der Klassen 9 und 10 der Ludgerusschule Rhede. Foto: LudgerusschuleÜber die Grausamkeiten im Lager III Brual-Rhede berichteten Gebina Bors und Albert Vinke den Schülern der Klassen 9 und 10 der Ludgerusschule Rhede. Foto: Ludgerusschule

Rhede. Von den Grausamkeiten im Lager III Brual-Rhede zur Zeit der Nationalsozialisten hat der Rheder Heimatforscher Albert Vinke gemeinsam mit Gebina Bors den Schülern der Klassen 9 und 10 der Ludgerusschule Rhede berichtet.

Einer Mitteilung der Schule zufolge lauschten die Oberschüler mucksmäuschenstill, als Vinke von dem damaligen Emslandlager in ihrer Heimatgemeinde an der Stelle der heutigen „Katzenburg“ erzählte. Es handelte sich um ein nationalsozialistisches Strafgefangenenlager, das im Mai 1934 errichtet wurde und ursprünglich als Konzentrationslager geplant worden war. „Es waren bis zu 1000 Gefangene in 22 Baracken untergebracht“, erinnerte Vinke. 

"Es waren bis zu 700 Gefangene, die bei Wind und Wetter ins Moor gingen“ Heimatforscher Albert Vinke


Die Inhaftierten seien vorwiegend vom NS-Regime aus politischen, rassistischen, sozialen oder religiösen Gründen verfolgt worden. Viele von ihnen hätten täglich harte Zwangsarbeit zur Kultivierung des Bourtanger Moores leisten müssen. Vinke: „Es waren bis zu 700 Gefangene, die bei Wind und Wetter ins Moor gingen.“ Wie Gebina Bors ergänzte, seien viele von ihnen als Akademiker und Künstler schwere Arbeit nicht gewohnt gewesen und hätten zudem unter dem Laufen in Holzschuhen gelitten.  

Menschenunwürdige Umstände

Grausam sei die Behandlung der Gefangenen durch die Wachmänner gewesen: Hier seien brutalste Methoden und übelste Schikane angewandt worden, etwa durch Schläge mit einem Knüppel, das Schlafen auf dem Fußboden oder durch einem Entzug von Essen, was die schlimmste Strafe dargestellt habe. Ohnehin seien die Umstände für die Gefangenen menschenunwürdig gewesen: Viel zu wenig und nährstoffarme Nahrung, Kälte und desaströse hygienische Zustände setzten den Inhaftierten zu. 

Ein Krankenblatt eines Häftlings inklusive Krankenverkauf verdeutlichte den Schülern den Leidensweg, den die betroffenen Menschen damals erleiden mussten. Bors las den Schülern anschließend aus Erfahrungsberichten des in Brual-Rhede Inhaftierten Wilhelm Henze und der im Lager als Schreibkraft tätigen Susanne Kock vor.

„Das alles ist passiert. Auch hier in Rhede“Gebina Bors


Laut Vinke waren im Februar 1945 im Lager noch 700 Gefangene inhaftiert. Im April 1945 sei das Lager aufgelöst und die Gefangenen in andere Emslandlager gebracht worden. „In den 15 Emslandlagern waren etwa 120000 Gefangene, darunter rund 20000 Tote“, gab Vinke die traurige Bilanz wieder.

„Das alles ist passiert. Auch hier in Rhede“, betonte Bors gegen Ende des Vortrages. „Es ist eine Geschichte, an die wir uns erinnern müssen, damit es nie wieder passiert, dass Menschen so etwas erleiden müssen“, gab sie den Schülern als mahnende Worte mit.


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