"Lüttje Werft" mit systemischem Ansatz Zertifikat für Rheder Familientherapieeinrichtung

Zur "Lüttjen Werft" gehören unter anderem (von links) Hermann Kaupa, Brigitte Sandmann, Christopher Yeoh und Pia Schmitz. Foto: Maike PlaggenborgZur "Lüttjen Werft" gehören unter anderem (von links) Hermann Kaupa, Brigitte Sandmann, Christopher Yeoh und Pia Schmitz. Foto: Maike Plaggenborg

Rhede. Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung "Lüttje Werft" im Rheder Ortsteil Borsum hat ein Zertifikat von der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) bekommen. Auch Einrichtungen aus Sögel und Aschendorf reihen sich ein.

Die DGSF bescheinigt damit nach eigenen Angaben die Einhaltung von Qualitätsstandards. Fünf Kliniken aus dem Bereich hat der Dachverband seit 2013 in seiner Liste. Bereits zum zweiten Mal taucht darin die Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie des Marien Hospital Papenburg Aschendorf auf. Deren Chefarzt ist Dr. Filip Caby, der außerdem stellvertretender Vorsitzender des Verbands ist. Auch die Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Hümmling aus Sögel ist eine von insgesamt 27 zertifizierten Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, ebenfalls zum zweiten Mal inzwischen. Das Zertifikat müsse alle fünf Jahre erneuert werden, sagt Christopher Yeoh, der Inhaber und Geschäftsführer der Lüttjen Werft ist und nun ebenfalls Teil der Liste.

Die Wohngruppe dort, die eine – derzeit voll besetzte – Kapazität von acht Plätzen hat, setzt auf ein systemisches Konzept. Das versinnbildlicht Yeoh mit einem Mobile. Kommt eines der Elemente darin in Bewegung, wirkt es auf die übrigen. So stelle es sich auch in der Lebenswelt von Kindern dar. Die Arbeit mit ihnen finde, so Yeoh, in Einzelberatung, in der Wohngruppe und in sogenannten Familienkonferenzen statt. Die Eltern selbst sollen außerdem an systemischen Beratungen, gegebenenfalls auch in einer Paarberatung, teilnehmen. "Es gibt Themen, die gehören nicht in Kinderohren", sagt Yeoh. Grundsätzlich seien die Schwierigkeiten nicht beim Kind, sondern es sei Symptomträger. Für ihn gehören die Probleme wertgeschätzt, denn "jeder Mensch hat einen Grund dafür, dass er so ist, wie er ist", sagt er. Yeohs Haltung: "Ich unterstelle jedem gute Absichten, auch wenn es schlechte Auswirkungen hat."

Initiator der Unterbringung ist das Jugendamt, sagt der 41-Jährige. Derzeit sei kein Kind aus dem Emsland in der Einrichtung. Anfragen gebe es laufend aus den umliegenden Landkreisen wie Oldenburg, Ammerland, Leer oder auch Cloppenburg. Ziel ist es die Kinder, die etwa für ein bis zwei Jahre Teil der Wohngruppe bleiben, wieder in die Familie zu integrieren. 

Übergeben wird das Zertifikat am Mittwoch, 15. Mai, als Teil eines Fachtags mit dem Titel "Die neue Autorität" nach Haim Omer und Arist von Schlippe in der Zeit von 9.30 bis 15.30 Uhr. Daran nehmen mehrere Einrichtungen aus Papenburg und Umgebung teil.

(Weiterlesen: Wohngruppe „Lüttje Werft“ in Borsum eröffnet)


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