Jens Willerding im Porträt Rheder Bürgermeisteramt als Höhepunkt der Karriere

Der 40-jährige Jens Willerding möchte Bürgermeister der Einheitsgemeinde Rhede werden. Foto: Mirco MoormannDer 40-jährige Jens Willerding möchte Bürgermeister der Einheitsgemeinde Rhede werden. Foto: Mirco Moormann 

Rhede. Von der Ausbildung beim Landkreis Emsland über ein Studium in Dublin und Anstellungen in internationalen Konzernen zurück in die Heimat nach Rhede: An Erfahrung fehlt es Jens Willerding, CDU-Kandidat für das Bürgermeisteramt in der Einheitsgemeinde, nicht.

Der 40-Jährige tritt bei der Wahl am 26. Mai als einziger Kandidat an, nachdem Amtsinhaber Gerd Conens (parteilos) vor einem Monat überraschend verkündet hatte, nicht wieder für das Amt des Bürgermeisters zur Verfügung zu stehen. 

Als Willerding im August 2018 seinen Hut in den Ring geworfen hatte, war dies noch nicht abzusehen. Deshalb sei es auch "eine sehr schwierige Entscheidung" gewesen, meint Willerding. Nicht nur, weil er mit Conens einen starken Gegner gehabt hätte, sondern auch, da er im Falle einer Wahl seinen lieb gewonnenen Job als Kaufmännischer Leiter bei Bergmann Maschinenbau in Meppen wieder aufgeben muss, so Willerding.

Karriere beim Landkreis gestartet

Die Stelle im Familienunternehmen mit 240 Mitarbeitern hat der 40-Jährige 2017 angetreten. In der Zeit davor hat Willerding seine Karriere stets ausgebaut: Mit 17 beginnt er im Jahr 1995 seine Ausbildung zum Verwaltungsbeamten beim Landkreis Emsland, bis 2001 ist er dort tätig. Dann folgt der erste wichtige Schritt: Willerding gibt seinen Beamtenstatus auf und geht studieren. In Emden und Dublin stehen internationale Wirtschaftsbeziehungen auf dem Plan. Als frischgebackener Diplomkaufmann und Fachmann in Sachen Finanzmanagement und Controlling steht der erste Job beim Unternehmen Ecolab in Düsseldorf und später auch zweieinhalb Jahre in Wien an. 

Die Zeit in Wien verbringt Willerding mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Franziska, mit der er zwei Kinder hat und heute gemeinsam in Rhede lebt. Nach einer Anstellung im Controlling bei der Symrise AG in Holzminden geht es zurück ins Emsland. 2013 wird Willerding Abteilungsleiter Controlling bei KS Gleitlager (Kolbenschmidt) in Papenburg. Dann folgt der Job bei Bergmann in Meppen, den Willerding bis heute inne hat. Doch in all den Jahren – egal ob in Dublin oder Wien – hat der 40-Jährige nie den Kontakt in seine Heimat abgebrochen. "Ich war immer einmal im Monat in Rhede", sagt Willerding.

Auch politisch durchgestartet

Auch politisch hat der gebürtige Rheder eine steile Karriere hingelegt – auch wenn diese relativ spät begann. Nach der Rückkehr in die Heimat sei er von vielen Personen angesprochen worden, sich im Ort zu engagieren. Das Ehrenamt wurde ihm bereits in die Wiege gelegt, wie er meint. Denn schon seine Eltern waren sehr stark ehrenamtlich in Rhede eingebunden. Auch er wird in jungen Jahren aktiv – er wird Fußball- und Tischtennistrainer, Gruppenleiter in der katholischen Kirche und zeichnet einige Jahre mit für das Rheder Zeltlager verantwortlich. 

Deshalb sei es für ihn selbstverständlich gewesen, sich nach der Rückkehr wieder zu engagieren, meint Willerding. Nach einigen Gesprächen habe dann festgestanden, dass es die Politik sein soll, der er sich in seiner durch den Job recht eingeschränkten Freizeit widmen möchte. "Ich habe gemerkt, dass es das Richtige für mich ist, da man sich ein breites Spektrum abdeckt", meint Willerding. Auf Anhieb holt er 2016 bei den Kommunalwahlen die zweitmeisten Stimmen, wird darauf Fraktionsvorsitzender der CDU im Rheder Gemeinderat. "Das war für mich schon eine Motivationsspritze." 

Projekte in der Pipeline

Schon damals hätten Freund und Bekannte zu ihm gesagt, dass er einmal Bürgermeister von Rhede werde, sagt Willerding. Das habe er in der Jugend noch abgetan, nun soll es aber Realität werden. Unterstützung bei der Kandidatur habe er von vielen Seiten erfahren: "Dieser Rückenwind hat mich weiter ermutigt."  

Im Falle seiner Wahl stünden schon zahlreiche Projekte an, die bereits angestoßen worden seien. Diese gelte es weiterzuführen, meint Willerding, der drei Wochen vor der Wahl seinen 41. Geburtstag feiern wird. Doch er hat weitere Ziele. Dazu zählt er die Einführung eines digitalen Rathauses und einen Generationswechsel in der Verwaltung, da einige Leistungsträger in Rente gingen. So müssten diese Stellen entsprechend nachbesetzt werden. 

Einen Schwerpunkt möchte Willerding auf die Freizeitmöglichkeiten in Rhede legen. Im Dialog mit Bürgern, Vereinen und der Jugend könne etwa darüber nachgedacht werden, wie die Badeseen aufgewertet werden könnten. Grundsätzlich setze er auf das Gespräch mit den Bürgern, so wie er es in diesen Tagen auf Bürgerversammlungen bereits mache. Auch als möglicher Bürgermeister hat er viele dieser Abendtermine, das ist Willerding bewusst: "Das ist kein Job von 8 bis 16 Uhr." 




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