Ein Stück Kulturgut auf Speichenrädern Landwirtschaftsmuseum Rhede zeigt historische Kinderwagen

Kunstvoll verziert und mit Speichenrädern ausgestattet sind viele der historischen Kinderwagen, die ab Sonntag im Rheder Landwirtschaftsmuseum zu sehen sind. Foto: Gerd SchadeKunstvoll verziert und mit Speichenrädern ausgestattet sind viele der historischen Kinderwagen, die ab Sonntag im Rheder Landwirtschaftsmuseum zu sehen sind. Foto: Gerd Schade

Rhede. Im Rheder Landwirtschaftsmuseum beginnt am Sonntag, 7. April 2019, die Sonderausstellung mit historischen Kinderwagen.

Alle der 51 Exemplare, die bis zum Saisonende im Herbst unter dem Namen „Historische Schmuckstücke – Kinderwagen aus vergangenen Zeiten“ in dem Museum zu sehen sein werden, stammen aus der privaten Sammlung von Jantje Specker aus Rhede. Die gebürtige Niederländerin möbelt seit Jahrzehnten alte Kinderwagen Stück für Stück und mit viel Liebe zum Detail auf. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Mann Hermann.

Foto: Gerd Schade


Auf einem Antikmarkt in Leer hat sich Jantje Specker vor etwa 30 Jahren den ersten historischen Kinderwagen zugelegt und restauriert. Das dafür notwendige Handwerkszeug hat sich die Rhederin selbst angeeignet. Ihr ältestes Exemplar stammt vermutlich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts – „ein handgeschmiedetes Meisterstück“, schwärmt Specker. Sie kennt jede Kleinigkeit ihrer Schätze: „Das Verdeck ist mit Porzellankopfnägeln verarbeitet“, beschreibt Specker den Wagen.

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Wie sie weiter berichtet, sind viele der Kinderwagen, die sie aufgetrieben hat, in einem trostlosen Zustand gewesen. Ihr sei es wichtig, dieses Kulturgut zu bewahren, sagt Specker. „Das muss für die Nachwelt erhalten bleiben.“ Zahlreiche Einzelteile für die Restauration bestellt Specker inzwischen im Internet.

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Die Wagen unterschiedlicher Größe und diversen Designs tragen Markennamen wie Phönix, Naether oder Opel. Manche sind mit Speichenrädern und Jutegeflecht ausgestattet, andere mit handgearbeiteter Verzierung, Gummibereifung und Riemenfedergestell. Ein Klappwagen aus dem Jahr 1910 kostete seinerzeit beispielsweise 30 Mark.

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Exponate früherer Babyutensilien vom Strampler über Windeln aus Baumwolle bis zur Flasche aus dem Jahr 1935 runden die Ausstellung ab. Zu sehen ist außerdem eine Puppe mit einem Matrosenanzug aus Wolle aus dem Jahr 1930 – „im Grunde alles, was mit Babys zu tun hat“, beschreibt Jantje Specker die Extras zur Ausstellung der Kinderwagen.

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Das Landwirtschaftsmuseum ist dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Weitere Infos gibt es unter Telefon 04964 1800.

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