Infoveranstaltung am 30. März Rhede: Solidarische Landwirtschaft geht ins dritte Jahr

Neuerdings wird auf dem Hof im Folientunnel angepflanzt. Zum Team gehören Aidai Zhakypbekova (v. l., Praktikantin aus Kirgistan), die Hofbetreiber Kristian Lampen, Katharina Heimrath, Klaus Lampen, Matthias Lampen und Jörg Wulst (Käser). Foto: Maike PlaggenborgNeuerdings wird auf dem Hof im Folientunnel angepflanzt. Zum Team gehören Aidai Zhakypbekova (v. l., Praktikantin aus Kirgistan), die Hofbetreiber Kristian Lampen, Katharina Heimrath, Klaus Lampen, Matthias Lampen und Jörg Wulst (Käser). Foto: Maike Plaggenborg

Rhede. Vor zwei Jahren gegründet nimmt die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) auf dem Hof Emsauen in Rhede Fahrt auf. Ein Folientunnel für Gemüse und ein Container für Milchverarbeitung sind Teil einer Vergrößerung, die auch durch mehr Mitglieder erreicht werden soll. Am Samstag informiert der Hof darüber.

Der Startschuss fiel im Wirtschaftsjahr 2017, das im Mai begann. Damals waren es mehr als 40 Menschen, die sich der Solawi als zahlende Mitglieder anschlossen, wie Hof-Emsauen-Landwirt Kristian Lampen berichtet. Im zweiten Jahr stieg die Zahl bereits auf 60. Für das dritte Jahr ist eine Zahl von 80 angepeilt.

Mitglieder braucht eine Solawi, damit sie sich die Betriebskosten und den Arbeitslohn teilen, ebenso die Ernte. Auch die wird auf alle, die zahlen verteilt. Der Preis wird zu Beginn der Saison festgelegt. Abgeholt werden kann die Ware in Bio-Qualität auf dem Hof aus einem Container. Die monatlichen Beiträge dafür sind seit 2017 gestiegen. Anfangs lagen sie bei 40 Euro monatlich für Gemüse und Milchprodukte (plus Fleisch 60 Euro). Dann stiegen sie auf 61 und 83 Euro, was auf Kundenseite auch zu Austritten geführt habe.

Unberechenbar bei den für das Jahr fixe Kosten sind Unwägbarkeiten wie die Dürre des vergangenen Sommers, so Lampen. Die hatte mehr Kosten zur Folge. Die Weiden gaben den Kühen nicht genug Nahrung. „Wir haben teuer Futter dazu gekauft.“


Etwa 30 Sorten Gemüse hat der Solawi-Hof Emsauen derzeit im Angebot. Die Kunden aus Aschendorf, Rhede, Papenburg und Ostfriesland können die Ware vom Hof abholen. Foto: Maike Plaggenborg


Auch in diesem Jahr sei der Betrag neu kalkuliert worden, denn das Angebot wächst. Sichtbar ist das an einem neuen Folientunnel. Der macht vor allem den Anbau von Spinat und Salaten einfacher, sagt Katharina Heimrath, die die Solawi gemeinsam mit Ehemann Lampen betreibt. Zusätzlich könnten so auch Tomaten und Paprika angepflanzt werden. Die Gemüsepalette wachse damit auf das Jahr gesehen von anfangs 17 auf nun 30 Sorten an, darunter auch Pastinaken, schwarzer Rettich oder Postelein. Viele Kunden sagen, das Angebot sei eine Bereicherung, denn „sie wissen gar nicht, was man bekommt“, sagt Lampen.

Weitere Neuerung ist die Anschaffung eines Containers, in dem künftig die Milchverarbeitung stattfinden soll. Zur Produktion von Gemüse (je nach Ernte) und Fleisch(15 Kilogramm pro Jahr) gehören neben 3,5 Liter Milch wöchentlich auch Joghurt, Frischkäse und Quark. Der Container biete mehr Platz, sodass mehr verarbeitet werden kann, sagt Lampen. Und es gebe „mehr Möglichkeiten, die Produktpalette zu erweitern“.


Um mehr Platz für die Milchverarbeitung zu haben, haben Kristian Lampen und Ehefrau Katharina Heimrath einen Container angeschafft. Foto: Maike Plaggenborg


In der Überlegung ist, diese um Schnittkäse zu ergänzen, der mithilfe einer mobilen Käserei hergestellt werden könnte. Wegen der Erweiterungen steigen die Mitgliedsbeiträge ab diesem Mai für die kommende Saison auf 102 Euro inklusive Fleisch, auf 85 Euro für die vegetarische Variante.

„Wir glauben, dass wir weiter auf dem richtigen Weg sind“, sagt Heimrath, die eine weitergehende Expansion nicht ausschließt.

Laut dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft ist der Rheder Betrieb der einzige im Emsland. Über seine Art des Wirtschaftens informiert er am Samstag alle Interessierten und Mitglieder um 14.30 Uhr in der Gemeinde St. Josef im Vosseberg in Papenburg.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN