Deutsch-niederländischer Fachtag Rhede: Mehr grenzüberschreitendes Netzwerk in der Bildung

Mit dem dauerhaften Netzwerk zwischen Deutschland und den Niederlanden befassten sich Jan Held von der Maximilianschule Rütenbrock (von links), Autorin und Journalistin Kerstin Schweighöfer, Landrat Reinhard Winter und Otto Büning, Schulleiter der Ludgerusschule in Rhede. Foto: Landkreis EmslandMit dem dauerhaften Netzwerk zwischen Deutschland und den Niederlanden befassten sich Jan Held von der Maximilianschule Rütenbrock (von links), Autorin und Journalistin Kerstin Schweighöfer, Landrat Reinhard Winter und Otto Büning, Schulleiter der Ludgerusschule in Rhede. Foto: Landkreis Emsland

Rhede. Die Vernetzung Deutschlands und der Niederlande auf allen Ebenen der Bildung von der Kita bis zur Erwachsenenbildung ist die Absicht, die auf dem Deutsch-Niederländischen Fachtag in Rhede formuliert worden ist. Ein Ansatz zielt vor allem auf Sprachkenntnisse und den Austausch.

Vor einem Publikum aus deutschen und niederländischen Fach- und Führungskräften aus Kindertagesstätten, Schulen und dem Bildungsbereich machte Landrat Reinhard Winter (CDU) deutlich, dass gegenseitiges Vertrauen, Verständnis und die Kenntnis der landestypischen Gepflogenheiten die Grundlage für ein erfolgreiches Miteinander darstellten, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises. Winter verwies auf die Bedeutung der Sprachkenntnisse, die möglichst früh erworben werden sollten, und regte an, dies an den Schulen durch gemeinsame Projekte, Klassenfahrten und Tagesausflüge weiterzuführen. Lehrer sollten in diese Schul- und Ausbildungspatenschaften einbezogen werden. „Für Arbeitskräfte, Facharbeiter und Studenten darf die Grenze künftig keine Barriere mehr bei der Wahl des Arbeits- oder Studienortes sein – eine Vision für unsere Region“, sagte Winter in der Mitteilung.

Als Beispiele für bereits erfolgreich bestehende Kooperationen nannte er den gemeinsamen Ausbau der Autobahn 31 und der Europastraße 233 sowie für den kulturellen beziehungsweise touristischen Bereich den Naturpark Moor-Veenland, der bereits seit mehr als zehn Jahren die beiden Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland mit der niederländischen Provinz Drenthe verbindet.

Deutsche Autorin spricht über Leben in den Niederlanden

Die Fachreferentin Kerstin Schweighöfer, gebürtige Deutsche, freie Autorin und Auslandskorrespondentin, die in den Niederlanden lebt und arbeitet, vermittelte allen Teilnehmern ihre Sicht auf die niederländischen Nachbarn. Humorvoll berichtete sie von den kleinen und großen Unterschieden der beiden Länder beispielsweise im niederländischen Gesundheitswesen. Kaum ein Volk schlucke so wenig Pillen und Medikamente wie die Niederländer, sagte sie. Auch in der niederländischen Sprache mit ihren Ähnlichkeiten zur deutschen Sprache begegneten einem immer wieder die „falschen Freunde“ der Übersetzung. Beste Beispiele: „bellen“, was auf Niederländisch bedeutet, jemanden anzurufen, mit ihm zu telefonieren. Das deutsche „doof“ bedeute taub, und „klar“ stehe im Niederländischen mit leicht veränderter Schreibweise („klaar“) für „fertig, aus“.

Schweighöfer stellte eine zunehmende Sympathie beider Länder fest. So werde Deutschland mehr und mehr als Urlaubsland erschlossen und nicht nur durchquert oder umfahren. Schlusszitat aus ihrem Buch „Auf Heineken können wir uns eineken – Mein fabelhaftes Leben zwischen Kiffern und Kalvinisten“ lautet deshalb auch: „Freu Dich doch (…) Bislang habt ihr Deutschen uns Niederländer doch immer einseitig so toll und putzig gefunden (…) Jetzt wird diese Liebe erwidert.“

Im Weiteren Verlauf des Fachtags wurde die künftige gemeinsame Vorgehensweise zur Etablierung eines dauerhaften Kontakts in vier deutsch-niederländischen Workshops erarbeitet. Darüber hinaus wurden Best-Practice-Beispiele aus Kitas, Schulen und Einrichtungen der beruflichen Bildung vorgestellt.


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