Fünfte und sechste Gruppe vor dem Start Rheder Krippenlandschaft wächst und wächst

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Stein auf Stein: Am St.-Nikolaus-Kindergarten gehen die Arbeiten am Anbau weiter voran. Foto: Gerd SchadeStein auf Stein: Am St.-Nikolaus-Kindergarten gehen die Arbeiten am Anbau weiter voran. Foto: Gerd Schade

Rhede. An gleich zwei Stellen schreitet der Ausbau der Krippenlandschaft in Rhede voran. Wenn alles weiter nach Plan läuft, verfügt die Einheitsgemeinde zum kommenden Kindergartenjahr über sechs Krippengruppen mit insgesamt 90 Plätzen. Was die Betreuungsquote betrifft, ist die Kommune damit Spitzenreiter im Emsland.

Ein Teil des Anbaus an den St.-Nikolaus-Kindergarten ist buchstäblich Baustelle. Ein Betonmischer dreht sich. Mitarbeiter des Bauunternehmens Kuper aus Wippingen schleppen Steine für das Verblendmauerwerk heran. Das Dach ist mit Folie und einer Lattenkonstruktion für die spätere Ziegeleindeckung überspannt.

(Weiterlesen: Spatenstich für neue Rheder Krippe gesetzt)

Zu einer Stippvisite im neuen Krippenraum trafen sich (v. l.): Lukas Wiemker, Rita Pott, Hermann-Josef Gerdes, Pfarrer Hermann Prinz, Markus Karpow, Karin Hackling, Anni Schlömer, Gerhard Husmann, Gerd Conens, Hans Hermann Wagner und Angela Haasken.


Währenddessen kann ein unter Federführung des Dörpener Architekten Hans Hermann Wagner bereits fertiggestellter Teil des Anbaus genutzt werden. In hellen Tönen vor großen Fenstern ist außer dem ersten von zwei neuen Krippenräumen eine Mensa gestaltet, die sich durch flexible Wandelemente mit wenigen Handgriffen in einen größeren Multifunktionsraum verwandeln lässt. Direkt an die Mensa grenzt eine Küche. Damit steht dem Anlaufen der Ganztagsbetreuung im St.-Nikolaus-Kindergarten nichts mehr im Wege. Mehrere Kinder nutzen es bereits, wie Kindergartenleiterin Angela Haasken bei einer Stippvisite unserer Redaktion im Anbau erläutert. 

Haupteingang verlegt

Wagner zufolge ist es auf dem vergleichsweise knapp bemessenen Grundstück im Kreuzungsbereich Kolpingstraße/Kirchstraße/Zollstraße und Neurheder Straße gar nicht einfach gewesen, den Trakt an das bestehende Kindergartengebäude anzugliedern. Letztlich sei es aber gelungen, nicht nur den Haupteingang zu verlegen, sondern auch 20 zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Mit dem Anbau der beiden Krippenräume plus Mensa, Küche, Büro, Hauswirtschafts- und Vorratsraum sowie behindertengerechten Toiletten sei der Platz nun aber ausgeschöpft, so der Architekt.

Kleine Tische vor großen Fenstern: die Mensa. Foto: Gerd Schade


Die neue Krippengruppe, die mit Jahresbeginn an den Start gegangen ist, ist Haasken zufolge voll belegt. Mit dem Anbau war im vergangenen April begonnen worden. Bis zum Beginn des nächsten Kindergartenjahres soll alles fertiggestellt sein. Dann stehen am St.-Nikolaus-Kindergarten insgesamt fünf Krippen zur Verfügung.

(Weiterlesen: Rhede arbeitet an Krippe Nummer fünf)

So soll der Anbau an den St.-Nikolaus-Kindergarten aussehen, wenn alles fertiggestellt ist. Foto: Gerd Schade/Grafik: Architekturbüro Wagner


Aber auch an der zweiten Kindertagesstätte in Rhede, dem Kindergarten Westeresch, wird die Krippenlandschaft beackert. Die Gemeinde hat ein direkt an den Kindergarten angrenzendes Wohnhaus gekauft, in dessen Erdgeschoss die Räume für einen Krippenbetrieb hergerichtet worden sind. In diesen Tagen steht die Endreinigung in der „Außenstelle“ an. Sie ist im Übrigen so konzipiert, dass dort später auch eine Regelgruppe betrieben werden kann.

Kraftakt für Gemeinde

Das Gesamtfinanzierungsvolumen für den Krippenausbau in Rhede beziffert Gemeinde-Kämmerer Hermann-Josef Gerdes auf gut zwei Millionen Euro. 1,24 Millionen Euro davon trägt die Einheitsgemeinde. „Das ist für uns eine absolute Kraftanstrengung“, sagt Gerdes. Gleichwohl sei dies eine wichtige Investition in die Zukunft. Die anhaltende Nachfrage sei da: Schließlich würden alle Krippenplätze belegt sein. Ein gutes Betreuungsangebot habe nicht zuletzt mit Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität zu tun. Die Rheder hoffen, dass sich weitere Menschen in ihrer Gemeinde ansiedeln. Aktuell leben in der Einheitskommune etwa 4200 Menschen.

Hell und freundlich gestaltet wirkt auch die Küche. Foto: Gerd Schade


Bei der Finanzierung des Krippenausbaus rechnet die Gemeinde mit Mitteln des Landkreises Emsland, des Bistums Osnabrück und des Landes Niedersachsen. Träger für den Bau der vierten und fünften Krippe ist die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus, Träger für Krippe Nummer sechs ist die politische Gemeinde.

Sorgen unbegründet

Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) erinnert daran, dass man durchaus Bauchschmerzen gehabt habe, als 2009 die erste Krippe in Rhede entstanden sei. „Wir haben uns gefragt, ob es das Richtige ist, und als innerhalb der nächsten fünf Jahre zwei weitere Krippen hinzukamen, haben wir uns gefragt, ob uns nicht bald schon Leerstände drohen“, erklärt Conens. Wie sich jetzt herausstelle, seien die Sorgen jedoch unbegründet gewesen, im Gegenteil. „Wir sind froh, dass wir diese Schritte gegangen sind“, betont der Bürgermeister. Stolz sind die Rheder auf ihre Betreuungsquote. Sie liegt Gerdes zufolge bei 93 Prozent. „Das ist ein Spitzenwert im Emsland“, hebt er hervor.


In diesem Einfamilienhaus in direkter Nachbarschaft des zweiten Rheder Kindergartens (Westeresch) entsteht eine weitere Krippengruppe. Foto: Gerd Schade


Derweil treibt die Leiterinnen der beiden Kindergärten das Thema Fachkräftemangel um. Im St.-Nikolaus-Kindergarten sind Haasken zufolge derzeit 19 Erzieherinnen beschäftigt, die 81 Kinder betreuen würden. Im Kindergarten Westeresch sind es Leiterin Rita Pott zufolge 16 (bei 93 Kindern). Beide würden nach eigenem Bekunden im Übrigen gerne auch Männer in ihrem Team sehen.

(Weiterlesen: Gemeinde Rhede offiziell als "familienfreundlich" zertifiziert)


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