Schneeserie 1979 Wie eine Frau aus Rhede ihren Geburtstag im Schnee verbracht hat

Im Februar 1979 hat Gesine Jansen ihren Geburtstag in Rhede mit einer Gruppe Eingeschneiter gefeiert. Foto: Maike PlaggenborgIm Februar 1979 hat Gesine Jansen ihren Geburtstag in Rhede mit einer Gruppe Eingeschneiter gefeiert. Foto: Maike Plaggenborg

Rhede. Vor genau 40 Jahren hat Gesine Jansen aus Rhede einen turbulenten Tag mitten in der Schneekatastrophe von 1978/79 erlebt. Sie musste Medikamente für ihren fibrigen Sohn besorgen. Und obendrein hatte sie Geburtstag. Eines sei gesagt: Der Tag fand einen guten Verlauf.

Gesine Jansens Geburtstag vor 40 Jahren war einer, an den sie sich noch heute gut erinnert. Ihr erging es, wie vielen anderen damals in der Region: Sie saß mehr oder weniger zuhause fest wegen der ungeheuren Schneemassen. Wege mit einem herkömmlichen Auto waren kaum zu bewältigen. Sozusagen ungelegen kam ihr dann die Krankheit ihres Sohnes, wie sie berichtet. Der Zwölfjährige hatte hohes Fieber und brauchte Medikamente. "Hier war ja noch nichts – kein Arzt, keine Apotheke", sagt sie. Jansen brauchte damals beides. 

Im Auto festgesessen

Die Hinfahrt nach Aschendorf sei noch möglich gewesen. Später wurde es dann "schon kritisch". Sie blieben stecken. "Der Wind hatte den Schnee aufgetürmt." Es gab keinen Weg mehr aus dem Auto heraus, in dem auch ihr Mann und der Zwillingsbruder des Kranken saßen. Vorwärts und rückwärts ging nichts, erzählt die heute 73-Jährige. "Dann kam ein Lkw und hat uns freigeschaufelt." Allerdings reichte das nicht. In Bewegung konnte er das kleine Gefährt nicht bringen. Ein angelegtes Seil riss. Die Mutter konnte im Lkw mit nach Aschendorf fahren. Der Weg führte zum Arzt, zum Rezept, zum Medikament. Den Käfer hatten schließlich Trecker befreien und ihn bis nach Hause ziehen können. 

Das Bild zeigt drei der fünf Kinder von Gesine Jansen und ihrem Mann Hermann, die den Schnee damals sehr genossen haben. Foto: Sammlung Familie Jansen

Später am Tag – die Jansens waren versammelt mit ihren fünf Kindern zuhause – verstopfte ein steckengebliebener Milchwagen die Straße, an der sie noch heute wohnt, berichtet Jansen weiter. Notgedrungen kamen auch die Autos dahinter zum Stehen. "Die Leute kamen alle aus den Autos". Und landeten bei der Familie. "Das war schön", sagt Jansen und lacht auch heute noch darüber. "Die haben sich hier alle gesammelt und aufgewärmt." Bei den Jansens glühte der Stangenofen rot, erinnert sich die Rhederin an Zeiten ohne Heizung und Doppelverglasung. Die unerwarteten Gäste waren nur mehr oder weniger bekannt, Geburtstag gefeiert wurde trotzdem. Am späten Nachmittag seien sie wieder gegangen. "Wie die wieder weggekommen sind, weiß ich nicht." 

Im Februar 1979 musste Gesine Jansen die mit der Milch der eigenen Kühe gefüllten Kannen aus dem Schnee freischaufeln. Foto: Sammlung Familie Jansen



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