Umweltminister Lies zu Besuch Deichausbau zwischen Heede und Papenburg abgeschlossen

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Heede. Die Deichverstärkungs- und erhöhungsmaßnahmen im Gebiet des Deichverbands Heede-Aschendorf-Papenburg sind abgeschlossen. Seit 1980 sind dort rund 37 Millionen Euro investiert worden. Zum Festakt kam der Landesumweltminister Olaf Lies (SPD).

„Die Maßnahme ist vorläufig abgeschlossen“, sagte Bernhard Dickebohm, Vorsteher des Deichverbands beim Ortstermin auf dem Deich in Heede. Minister Lies wertete den derzeitigen Abschluss als „großen Erfolg“, dennoch aber stehe eine große Aufgabe bevor. In vier Jahrzehnten seien zunächst für den Küstenschutz und anschließend für den Hochwasserschutz oberstrom der Schleuse Herbrum an der Ems rund 37,25 Millionen Euro in die Deiche im Verbandsgebiet investiert worden, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mitteilte. Demnach sind die Deiche bis auf den Sandkern abgetragen und Schichten aus Klei mit einer Stärke zwischen 80 Zentimetern und einem Meter aufgesetzt worden. „Das neue Deichniveau liegt mit Höhen zwischen 6,1 und 7 Metern über Normal Null im Durchschnitt einen Meter höher als noch 1980“, heißt es weiter. Finanziert wurde die auf einer Länge von 36 Kilometern verstärkte Deichlinie hauptsächlich mit Bundes- und Landesmitteln und Mitteln der EU in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Lies fordert Klimafonds für Folgeschäden

Als eine „gewaltige Maßnahme“ hob Landtagsvizepräsident Bernd Busemann (CDU) den Abschluss der Maßnahme hervor. „Wir wollen unser Leben trockenen Fußes fristen.“ Das sei nicht immer selbstverständlich, sagte er und blickte auf seine Kindheitstage zurück, in denen er das Hochwasser von 1962 mitbekam. Die Stärkung der Deiche diene dem Schutz der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Schiffbarkeit der Ems. Er nannte die Arbeit ein „gutes Werk“ und lobte, wie auch Lies, das Engagement der Ehrenamtlichen des Deichverbands.

In seiner Ansprache in der anschließenden Feierstunde im Rheder Ortsteil Borsum erklärte Lies, dass die Hochwasserereignisse des Jahres 2017 ein Umdenken hervorgerufen hätten. Allerdings solle das Geld für solche Fälle nicht nur breiter verteilt werden, sondern man müsse auch sehen, „dass mehr Geld benötigt wird“. Denn: „Das werden wir aus den Mitteln für den Küstenschutz nicht abknapsen können“, sagte er mit Blick auf den künftig ansteigenden Meeresspiegel und Klimafolgen, die nicht mehr aufhaltbar sein. „Wir werden in den nächsten Jahren erhebliche Auswirkungen des Klimawandels spüren“, sagte der Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Er plädierte für einen Klimafolgenfonds, damit es eine verlässliche Sicherheit in der Finanzierung gebe.

Wassermanagement und Entwässerung bereiten Sorge

Besorgt zeigte Lies sich beim Thema Wassermanagement und Entwässerung. In Phasen der Trockenheit müsse Wasser gehalten werden, im umgekehrten Fall müsse man es loswerden. Viele Bauwerke wie Siele seien in die Jahre gekommen, und zwar „alles gleichzeitig, weil alles in den 1950er Jahren gebaut wurde“. Auch Kreisbaurat Dirk Kopmeyer sagte: „Wir müssen Wasser managen“ mit Blick auf Themenbereiche wie Nitrat, Pflanzenschutzmittel oder Keime.

Am Streitpunkt Wolf kam Lies auch in Borsum nicht vorbei und brachte ihn selbst auf die Agenda, weil Schafe als potenzielle Opfer in ihrer Funktion als Deichschützer zur Thematik gehören. „Wir müssen schnell handeln können“, sagte er. Erst wenn Schafe am Deich gerissen würden, gäbe es einen Grund zu handeln. Eine sogenannte wolfsfreie Zone einzuhalten, halte er für schwierig und auch, diese zu definieren.

(Weiterlesen: Dörpen und Herzlake: Wieder Schafe im Emsland gerissen)


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