Jens Willerding will’s wissen Rheder CDU-Bürgermeisterkandidat mit Kampfansage an Conens

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Rhede. Jetzt ist es amtlich: Mit überwältigender Mehrheit hat der CDU-Ortsverband Rhede Jens Willerding zum Bürgermeisterkandidaten gekürt. 30 der 31 anwesenden Mitglieder stimmten für den 40-Jährigen, der damit offiziell als Herausforderer von Amtsinhaber Gerd Conens (parteilos) ins Rennen geht. Gewählt wird am 26. Mai 2019.

Kompetent, zuverlässig, bodenständig – mit diesen Attributen beschrieb CDU-Ortsverbandsvorsitzender Hermann-Josef Kruse bei der Mitgliederversammlung am Freitagabend im Gasthof Prangen den einzigen Bewerber der Christdemokraten, der seinen Hut öffentlich erstmals im August in den Ring geworfen hatte. Willerding, der bei der Kommunalwahl 2016 auf Anhieb in den Gemeinderat gewählt wurde und dort seitdem die CDU-Mehrheitsfraktion führt, sei für den Posten bestens geeignet, so Kruse. Als Fraktionschef mache er einen hervorragenden Job und sei politisch auch überörtlich gut vernetzt. Der Vorstand der knapp 80 Rheder Christdemokraten, die bei der Wahl 2011 keinen eigenen Bewerber ins Rennen geschickt und davor mit ihrem Kandidaten Hermann-Josef Gerdes gescheitert waren, hatte sich im September einstimmig für Willerding ausgesprochen.

40 Jahre, verheiratet, zwei Kinder

Der 40-jährige Diplomkaufmann, der sich über das nahezu uneingeschränkte Vertrauen der CDU-Mitglieder (eine Gegenstimme) erfreut zeigte, ist gebürtiger Rheder, verheiratet und hat zwei Kinder. Nach einer Ausbildung beim Landkreis Emsland Mitte der 90er-Jahre absolvierte er in Emden und Dublin (Irland) ein Wirtschaftsstudium und war danach für mehrere Großkonzerne unter anderem in Düsseldorf und Wien tätig. Aktuell arbeitet Willerding als kaufmännischer Leiter beim Maschinenbauunternehmen Bergmann in Meppen, einem Familienbetrieb mit rund 250 Mitarbeitern.

Familiär und freundschaftlich verwurzelt

Obwohl er 14 Jahre nicht in seiner Heimatgemeinde gelebt habe, sei er im Ort dank intensiver Kontaktpflege familiär und freundschaftlich gut verwurzelt. Nach seiner Rückkehr wolle er sich nicht nur wie früher unter anderem als Jugendbetreuer im Zeltlager wieder ehrenamtlich engagieren, sondern auch Verantwortung übernehmen.

„Alte Zöpfe abschneiden“

Entsprechend entschlossen, Conens nach zwei Amtszeiten zu beerben, zeigte sich Willerding in seiner Antrittsrede. „Es wird Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden und die Zähler mal wieder auf Null zu setzen“, formulierte der Kandidat seine Kampfansage an den Amtsinhaber. Er will es wissen.

Kein Verdienst eines Einzelnen

Bei der Weiterentwicklung der Einheitsgemeinde sei in vielen Bereichen „jede Menge Luft nach oben“. Gute wirtschaftliche Entwicklung, steigende Einwohnerzahlen und Schuldenfreiheit seien nicht das Verdienst eines Einzelnen, sondern das Ergebnis guter Arbeit in Verwaltung, Politik, Ehrenamt und Unternehmen. In Bezug auf die Betriebe bescheinigte Willerding Conens „gute“ und „schlechte“ Kontakte. „Welche das sind, sage ich aber nicht“, so der Bewerber.

Noch kein Wahlprogramm

Er habe zwar noch kein Wahlprogramm, nannte außer den Standard-Schwerpunkten Baulandentwicklung, Wirtschaftsförderung und Pflege der Schullandschaft weitere Aspekte wie Jugendarbeit, Freizeit- und Lebensqualität und Digitalisierung der Verwaltung. „Da hinken wir im Rathaus hinterher“, meinte Willerding zu Letzterem. Verwaltung bedeute für ihn Serviceorientierung. Auf die Jugendlichen werde er aktiv zugehen und der von Conens in den vergangenen Jahren massiv vorangetriebene und deshalb stark gewachsene Rheder Markt sei unbestreitbar toll, „aber es gibt noch 363 weitere Tage im Jahr, die gestaltet werden müssen“. Kritik äußerte er in diesem Zusammenhang an dem Zustand der Rheder Badeseen, an deren Erscheinungsbild im Rekordsommer 2018 die Verwaltung erst nach massiven Beschwerden etwas verbessert habe.

Vision entwickeln

Überdies gelte es, eine Vision für die kommenden 20 bis 30 Jahre zu entwickeln. „Wenn wir wollen, dass junge Menschen lange in Rhede leben, müssen wir den Bürgern auch sagen, warum es sich lohnt“, betonte Willerding. Er warb zudem für eine Stärkung des Miteinanders der Ortsteile. „Wir müssen das Gefühl ,Wir Rheder‘ wiederherstellen“, so der Bürgermeisterkandidat.


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