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Feuer verursacht Millionenschaden Brennendes Windrad in Rhede sorgt für drei Feuerwehreinsätze

Von Nadine Grunewald, Daniel Gonzalez-Tepper und Hermann Hinrichs

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In einem Windpark in Rhede ist die Gondel eines Windrades ausgebrannt. Foto: NWM-TVIn einem Windpark in Rhede ist die Gondel eines Windrades ausgebrannt. Foto: NWM-TV 

Rhede. Im Windenergiepark in Rhede ist ein Windrad durch einen Brand in einem Maschinenhaus vollständig abgebrannt. Die Betreibergesellschaft Windpark Rhede GmbH & Co. KG geht davon aus, dass sich der entstandene Sachschaden auf bis zu 1,5 Millionen Euro belaufen könnte. Der Feuerwehr bescherte der Brand gleich drei Einsätze.

Nach Angaben der Polizei brach das Feuer im Windpark am Q-Weg im Nordwesten der Gemeinde gegen 3 Uhr am Freitagmorgen aus. Das Feuer war in oder an einem Maschinenhäuschen ausgebrochen und hatte sich dann auf die komplette Anlage ausgebreitet. Wie ein Sprecher der Polizei sagt, fiel ein Flügel des Windrads nach kurzer Zeit ab. Große Teile eines zweiten Flügels folgten später. 

Der dritte Flügel brannte zwar nicht, drohte jedoch ebenfalls herabzufallen, weil die Gondel des Windrades weitgehend zerstört war. Gegen 7 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Vermutlich aufgrund eines technischen Defektes ist in Rhede in einem Windrad ein Feuer ausgebrochen. Foto: NWM-TV

Da sich das Maschinenhaus in etwa 90 Meter Höhe befindet, konnte die Feuerwehr kaum eingreifen. Sie verfügt weder über eine solch hohe Drehleiter noch über so kräftige Pumpen, um das Wasser in solche Höhen zu bekommen. „Es musste kontrolliert abgebrannt werden“, sagte der Polizeisprecher. Die Feuerwehr sperrte mit Unterstützung des Bauhofs der Gemeinde Rhede die Einsatzstelle weiträumig ab.

Das Windrad brennt kontrolliert ab. Foto: Thorsten Albrecht

Stefan Schöpper, Gemeindebrandmeister der Feuerwehr Rhede, berichtete auf Anfrage, das brennende Windrad sei bereits vom Ortskern in Rhede aus gut zu sehen gewesen. "Suchen mussten wir den Brandort diesmal nicht", so Schöpper. Die Feuerwehr rückte mit zwei Fahrzeugen und 16 Kräften aus. Da es sich um ein Moorgebiet handelt, war zunächst die Sorge groß, dass ähnlich wie auf dem WTD-Gelände ein Moorbrand entstehen könnte, so der Sprecher. Das passierte aber nicht. 

Zwischenzeitlich musste allerdings eine Böschung gelöscht werden, die durch ein herabfallendes Teil in Brand geraten war. Gegen 7 Uhr konnte eines der beiden Feuerwehrfahrzeuge mit acht Kräften wieder abrücken. Zu dem Zeitpunkt war das Windrad größtenteils abgebrannt, zudem waren die Einsatzmöglichkeiten der Rettungskräfte ohnehin sehr eingeschränkt.

Ein Wartungswagen, der sich nach Angaben des Gemeindebrandmeisters direkt vor dem Windrad befunden hat, deute darauf hin, dass es Wartungsarbeiten an der Anlage gegeben habe. Der Wartungswagen wurde schwer beschädigt, weil ein brennender Flügel direkt auf ihn gefallen war.

Dieser Flügel war es auch, der direkt am Turm liegend am späten Nachmittag gegen 17 Uhr aufgrund noch vorhandener Glut erneut in Brand geraten war und der Feuerwehr Rhede ihren dritten Einsatz am Freitag bescherte. Zuvor waren die Einsatzkräfte in den Mittagsstunden bereits ein zweites Mal ausgerückt, um eine direkt angrenzende Schonung abzulöschen, die ebenfalls neuerlich Feuer gefangen hatte.

Das Windrad wurde bei dem Brand vollständig zerstört. Foto: Hermann Hinrichs

Wie es zu dem Feuer kam, ist noch unklar. Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Windparks, Alexander Jürgens, erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass man zurzeit davon ausgehe, dass ein technischer Defekt den Brand ausgelöst hat. Jürgens schätzt, dass sich der Sachschaden auf bis zu 1,5 Millionen Euro belaufen könnte. Die Brandursache, und ob die ausgebrannte Anlage tatsächlich einen Totalschaden erlitten hat, solle nun durch Sachverständige geklärt werden. "Dann werden wir entscheiden wie es weiter gehen kann, ob eine Reparatur in Frage kommt oder andere Maßnahmen."

Foto: Hermann Hinrichs

Der Windpark Brual, zwischen niederländischer Grenze und Autobahn 31 im nordwestlichsten Zipfel der Gemeinde Rhede und des Landkreis Emsland gelegen, besteht nach Angaben der Betreibergesellschaft aus 20 Windrädern.  Sie verfügen zusammen über eine Nennleistung von 42,2 MW, der Park kann bis zu 100 Millionen kWh pro Jahr Strom erzeugen. Das entspricht einem Bedarf von bis zu 28.000 Haushalten. 17 der Windenergieanlagen sind vom Typ Enercon E-66/18.70 mit jeweils einer Nennleistung von 1,8 MW, einer Nabenhöhe von 98 Metern und einem Rotordurchmesser von 70 Metern. Der Windpark wurde durch drei Anlagen in den vergangenen drei Jahren vergrößert. Alle Anlagen werden im Rahmen eines EPK-Vertrages (Vollwartungsvertrag) vom Enercon-Service betreut, heißt es auf der Internetseite des Betreibers.

Windrad in Haren im August abgebrannt

Es ist nicht der erste Brand eines Windrades in diesem Jahr im Emsland. Ende August brannte in Haren eine Windkraftanlage aus. Auch diese stammte vom Hersteller Enercon und auch in diesem Fall werden als Ursache Wartungsarbeiten vermutet. In Haren wurde die Höhe des Schadens vom Betreiber auf bis zu eine Million Euro beziffert.

Im Juli 2016 brannte im Renkenberger Ortsteil Melstrup-Siedlung eine Windkraftanlage ab. Der Windparkbetreiber beziffert den Schaden hierbei auf mehr als eine Million Euro. Als Ursache galt hier ein technischer Defekt in der Gondel des Windrades.


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