Großes Bild aus Schrott Rheder Schmiedetag erinnert an ein altes Handwerk

Von Hermann-Josef Döbber

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Rhede. Seinen ersten Schmiedetag hat am Wochenende der Heimatverein Rhede durchgeführt. Anlass war das 10-jährige Bestehen der Schmiede, die der Verein 2008 in Weener erwarb und auf dem Vereinsgelände neu errichtete. Seitdem trifft sich die Schmiedegruppe jeden Mittwoch, um nach historischen Vorlagen handwerklich zu arbeiten.

Bei der Premiere dabei waren neben den Hobbyschmieden der Emsgemeinde auch Gruppen aus Emsbüren, Sustrum, Wippingen und von der Johannesburg in Surwold. Hinzu kamen zehn Schüler der Klasse 9 der Rheder Ludgerusschule. Sie schmiedeten an beiden Tagen gemeinsam mit Heinrich Schlömer und Joachim Hübner aus Schrott ein großes Bild, das im Museum des Heimatvereins einen Platz bekommen soll.

Beruf in den 1950er-Jahren erlernt

Unter den Schmieden waren mit Gerd Lade (Rhede) und Hermann Beck (Emsbüren) zwei Männer, die in den 1950er Jahren den Beruf erlernten. Zu den damaligen Schmieden kamen vor allem Landwirte, um ihre Pferde beschlagen zu lassen. Dabei wurden acht Eisennägel, die in der Schmiede selbst gefertigt wurden, durch jeden Huf geschlagen. Es habe aber noch andere Aufgaben gegeben, ergänzte Beck. „Wir fertigten zum Beispiel die Bereifung für die Ackerwagen der Bauern.“ Die Eisen wurden stark erhitzt und in Ringform noch in heißem Zustand über die Holzräder gespannt.

Von den Anfängen des Schmiedehandwerks

Die Anfänge des Schmiedehandwerks im Emsland gehen auf das Jahr 1404 zurück. In Schriftstücken wird eine Schmiedegilde in Haselünne erwähnt. Die günstige Verkehrslage der Stadt bewog viele Handwerker, sich hier niederzulassen. Die Ems-Zeitung berichtete am 19. Juni 1899 über eine Zwangsinnung für das Bauhandwerk, der Schmiede, Maurer, Tischler, Schlosser, Klempner, Maler und Glaser angehörten. Von den 1950 arbeitenden 1362 Handwerksbetrieben im nördlichen Emsland gab es 60 selbstständige Schmiede, darunter die Rheder Betriebe Hermann Specker, Lukas Hackmann und die heutige Bauschlosserei Gerhard Stubbe.

Betriebe mussten sich umstellen

Im Verlauf der 1950er Jahre führten die fortschreitende Motorisierung und Technisierung der Landwirtschaft und des Verkehrswesens zu einer Strukturwandlung im Schmiedehandwerk. Der Beschlagschmied wurde gezwungen, seinen Betrieb auf die Pflege des Schleppers umzustellen. Der Fahrzeuge bauende Schmied musste auch schnelllaufende Fahrzeuge und Hänger in sein Programm aufnehmen. Diese Umstellung erforderte die Modernisierung der Werkstätten, deren Finanzierung vielfach Schwierigkeiten bereitete. Mitte der 1960er Jahren wurden die beiden Innungen, Aschendorf und Hümmling, aufgelöst.


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