Händler feilschten und Besucher staunten Rheder Markt 2018 mit über 200 Pferden

Von Katharina Preuth

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Rhede. Auf dem Markt in Rhede haben am Montag 60 Händler 215 Pferde, 100 Rinder und allerhand Kleintiere zum Verkauf angeboten. Händler feilschten um die Tiere und tausende Besucher bestaunten das Spektakel.

„Was kennt die denn?“, fragt ein Besucher aus den Niederlanden mit Blick auf eine schwarze Westfalenstute. „Die ist super zugeritten“, antwortet Dieter Rauschenberg, Pferdebesitzer aus Cuxhaven. Interessiert lässt sich der potenzielle Käufer von Rauschenberg ein kleines rotes Buch zeigen: die Papiere des Pferdes. In dem Equidenpaß stehen neben Namen und Adresse des Besitzers, Farbe und Geschlecht des Tieres, sein Diagramm mit Abzeichen und Impfungen. Der Händler bindet die Stute los und trabt mit ihr an der Leine durch die Menschenmenge, die dafür eine Gasse bildet. „Sie kennt keine Märkte und ist nervös“, erklärt Rauschenberg. „Eine schönes Pony“, urteilt der mögliche Kunde. Beim Preis werden sich die beiden jedoch nicht einig: 3500 Euro ist der Niederländer nicht bereit zu zahlen. „Kein Problem. Ich bin mit vier Ponys hier, wenn ich sie nicht verkaufe, nehme ich sie wieder mit“, so der Cuxhavener.

Viele Ponys

Etwa 215 Pferde von 60 Händlern stehen angebunden auf dem Platz des Marktes, darunter etliche Ponys. Anneliese Schöpper aus Papenburg steht vor einem dunkelbraunen Vierbeiner mit Streifen im Fell, die eher an ein Zebra erinnern. „Das ist ein ganz besonderes Pony, so eins habe ich noch nie gesehen“, sagt sie. Seit Jahren steht der Rheder Pferdemarkt fest in ihrem Terminkalender. „Meine Tochter hatte früher auch Pferde, heute sind wir aus dem Alter heraus“, so Schöpper. Dennoch schaut sie sich mit Interesse um. Anders als Schöpper seien laut Rhedes Bürgermeister Gerhard Conens einige Besucher mit einer konkreten Kaufabsicht hier. „Ich weiß von zehn Händlern, die mit leeren Anhänger gekommen sind“, so Conens.

Mit 17 Pferden ist Heinrich Sparling aus der Grafschaft Bentheim nach Rhede gereist. In seinem Besitz befinden sich vor allem Shetlandponys. „Die Kinder wollen so ein Pferd haben“, sagt er. Darum hofft er, dass sein Geschäft anläuft, sobald die Familien den Platz stürmen. Das kann nicht mehr lange dauern, denn für den Markt haben die Kleinen einen Tag schulfrei bekommen. Die Gemeindemitarbeiter dürfen laut Eike de Weedt, selbst bei der Gemeinde angestellt, immerhin ab 10 Uhr dem bunten Treiben beiwohnen, wenn sie sich nicht sowieso Urlaub genommen haben.

Pferde, Rinder, Kaninchen und Hühner

Die ersten zehn Hühner hat Familie Meyer aus Garrel im Landkreis Cloppenburg schon früh am Morgen an den Mann gebracht. Außer Pferde und 100 Rinder bietet der Markt allerhand Kleintiere. „In Rhede verkaufen wir immer besonders viel Geflügel“, erzählt Susan Meyer. Die Familie hat 32 Kaninchen und 30 Hühner und Gänse im Gepäck. Außerdem blöken, mäen und piepen noch Schafe, Ziegen und Vögel in ihren Käfigen die Besucher an, die die Tiere durch die Gitterstäbe bewundern. Trotz der für diese Jahreszeit warmen Temperaturen gehe es den Tieren gut. Sie bekommen ausreichend Nahrung und Flüssigkeit, betont der Bürgermeister. „Es gibt Kontrollen durch das Kreisveterinäramt des Landkreises“, so Conens. Als Cheforganisator zeigt sich der Bürgermeister mit dem Treiben zufrieden, wenn er auch etwas angespannt ist. „Es sind mehrere Tausend Menschen hier, da muss alles laufen“, sagt er.

Große Verlosung

Gerade ist die große Verlosung, die Conens moderiert hat, vorüber. Der Großteil der Besucher hat sich dafür um das Gemeindeoberhaupt versammelt und blickt auf die blauen Zettel mit den Losnummern. Die meisten Gewinner kennt Conens persönlich und erzählt kleine Anekdoten über sie ins Mikrofon, während seine Mitarbeiter wie Eike de Weerdt Präsentkörbe, Eierpackungen, einen Sack Späne, Pferdefutter, vier halbe Schweine und als Hauptpreis eine Wochenendreise an die Glückslosbesitzer verteilen.

Obwohl zwei Kamele des Gestüts Rosenberger aus Trendelburg bei Kassel zum Reiten bereit stehen, fällt das traditionelle Rennen in diesem Jahr aus. „Nach drei Jahren sind die Leute satt, es zieht nicht mehr“, sagt der Bürgermeister.


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