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"Fangen wir es an" Brual und Neurhede haben einen Plan für ihre Dörfer

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Die dringlichsten Aufgaben für Brual schrieb Ortsbürgermeisterin Adele Telgen auf den Plan für ihr Dorf. Foto: Christian BellingDie dringlichsten Aufgaben für Brual schrieb Ortsbürgermeisterin Adele Telgen auf den Plan für ihr Dorf. Foto: Christian Belling

Brual. Brual und Neurhede haben einen Plan, wie die Dörfer die Zukunft gestalten wollen. Am Donnerstagabend wurde im Brualer Dorfgemeinschaftshaus das Ergebnis des Projektes "Emsland Dorfplan" vorgestellt, an dem die zu der Einheitsgemeinde Rhede gehörenden Ortschaften seit Anfang des Jahres arbeiteten.

Neurhede und Brual gehörten zu fünf Kommunen im Emsland, die sich am Modellprojekt des Bundes beteiligen, das vom Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) finanziert wurde. Dabei ging es um die Zukunft der Dörfer, die sich die Bürger wortwörtlich ausmalen sollten.

Knapp 100 Interessierte fanden sich im Brualer Dorfgemeinschaftshaus ein, um sich über die Ergebnisse des Emsland Dorfplans zu informieren. Foto: Christian Belling

Knapp 100 Interessierte wollten am Donnerstagabend in Erfahrung bringen, welche Ideen und konkrete Maßnahmen dabei für Neurhede und Brual herausgekommen sind. "In den vergangenen Monaten haben wir gemeinsam mit den Bürgern geplant, wie die Zukunft unseres Dorfes aussehen kann", teilte Neurhedes Ortsbürgermeister Frank Hunfeld mit. Seine Brualer Amtskollegin Adele Telgen hob dabei das durchgehend große Interesse an dem und die Bereitschaft zum Mitmachen hervor. "Es handelt sich dabei definitiv um kein Alibi-Projekt, was schnell wieder in der Schublade verschwinden wird."

Ideen und Gedanken sprudelten

Annette Wilbers-Noetzel und Tim Strakeljahn vom begleitenden Planungsbüro „pro-t-in“ aus Lingen brachten für jeden der beiden Ortschaften einen Dorfplan mit. "Auch wenn sich viele Handlungsfelder decken, hat jedes Dorf seine individuellen Eigenschaften, Probleme und Voraussetzungen", erklärte Strakeljahn. Auf beiden Seiten genannt wurden Handlungsbedarfe in den Bereichen Grundversorgung, Miteinander und Wohnen. Die Neurheder brachten zudem noch den Aspekt "Umwelt" mit ein. "Nach anfänglicher Skepsis was das Malen betrifft, sprudelten im weiteren Verlauf die Ideen und Gedanken, die sich in reiner Gesprächsform wahrscheinlich nicht entwickelt hätten", so Hunfeld.

Als dringlichste Aufgabe für Brual stellte sich bei den Diskussionen in den Arbeitskreisen die Sanierung und der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses heraus, das laut Telgen "aus allen Nähten platzt". Auch die Attraktivierung des Badesees, ein Ausbau des Bürgerdialogs sowie verkehrsberuhigende Maßnahmen sollen angegangen werden. "Es wird nicht alles sofort umgesetzt werden können. Aber wir fangen jetzt an und wollen gemeinsam schauen, was machbar ist", so die Ortsbürgermeisterin.

Die Handlungsfelder für Neurhede stellte Tim Strakeljahn vom begleitenden Planungsbüro „pro-t-in“ aus Lingen vor. Foto: Christian Belling

Als Aufgaben auf Neuleher Seite kristallisierten sich die Gestaltung einer Multifunktionsfläche und der Spielplatzausbau am Gemeindehaus heraus. Auch die Versorgung älterer Mitbürger, die Einbindung Zugezogener sowie die Überprüfung älterer Bausubstanzen wurden genannt. "Das Problem leerstehender Höfe verstärkt sich bei uns. was nicht zu einer Verschönerung des Ortsbildes beiträgt", machte Hunfeld deutlich. Der Ortsbürgermeister appellierte an die Neurheder, die Dorfgemeinschaft attraktiv zu halten und sich weiter mit einzubringen.

5000 Euro für erste Maßnahmen

Für erste Umsetzungsmaßnahmen brachte Klaus Ludden von der Stabsstelle des Landkreises Emsland jeweils 5000 Euro für die beiden Dörfer mit. "Es gibt zudem weitere Fördermöglichkeiten. Mit den entwickelten Dorfplänen als Grundlage könnt ihr bei einer Antragsstellung vorstellig werden." 

Kreistagsmitglied Gerhard Husmann (CDU) aus Neurhede sprach von einem "positiven Druck", der aufgrund der großen Teilnahme an dem Projekt entstanden sei. "Eine Unterstützung bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen haben sich die Dorfgemeinschaften verdient." Nach seinen Worten sei es wichtig, dass die Dörfer, die ohne Schule, Ärzte oder eine Kneipe auskommen müssten, nicht vergessen werden. "Für die Einheitsgemeinde Rhede ist es wichtig, dass sich auch die Ortsteile entwickeln." 


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