„Es gleicht einem Puzzle“ Rheder Ludgerusschule tüftelt neue Stundenpläne aus

Von Christian Belling


bell Rhede. Noch wenige Tage, dann sind die Sommerferien wieder vorbei. Ab dem 9. August rücken statt Freibad wieder Mathe, Deutsch oder Geschichte in den Vordergrund. Doch welcher Lehrer unterrichtet eigentlich welche Klasse und welches Fach? Die Ludgerusschule in Rhede gewährt einen Einblick in die komplizierte Gestaltung der Stundenpläne.

„Das Ausarbeiten der Stundenpläne für jede einzelne Klasse ist ein langwieriger Prozess, der einem Puzzle gleicht“, erklärt Schulleiter Otto Büning. Vom Schulkindergarten bis zum zehnten Jahrgang sind es nach seinen Worten 18 Klassen mit rund 300 Kindern und Jugendlichen, die an der Ludgerusschule unterrichtet werden wollen. Zur Verfügung steht dafür ein Kollegium mit derzeit 29 Lehrern sowie weiteren pädagogischen Mitarbeitern.

Arbeit beginnt vor dem Sommerferien

Die Arbeit an den neuen Stundenplänen der einzelnen Klassen beginnt Büning zufolge noch vor den Sommerferien. „Unsere Aufgabe besteht zu diesem Zeitpunkt darin, zu schauen, wie der Bedarf für das kommende Schuljahr aussieht.“ Dabei werden Fragen zu Schülerzahlen und Anzahl der Klassen beantwortet.

Nach der Bedarfsermittlung wird der Kontakt zur Landesschulbehörde gesucht, die mit der Ludgerusschule gemeinsam die Planung durchgeht um zu ermitteln, ob eventuell zusätzliche Lehrer benötigt werden, um den Bedarf zu decken.

Lehrer können Wünsche äußern

Ebenfalls noch vor den großen Ferien verteilt die Schulleitung sogenannte „Wunschzettel“ an das Kollegium. „Da kann dann jeder Lehrer angeben, welche Klasse und welches Fach er im kommenden Schuljahr gerne unterrichten würde und ob eine Funktion als Klassenlehrer vorstellbar wäre“, berichtet Konrektorin Mechthild Folkerts. Weitestgehend gelänge es im Anschluss, diese Wünsche zu ermöglichen. Nicht selten sei auch Überraschendes bei der Sichtung der Wunschzettel herausgekommen. „Manchmal wären wir selbst nie darauf gekommen, dass der Kollege diese Klasse oder dieses Fach unterrichten möchte“, so Folkerts.

Viele Aspekte berücksichtigen

Zu Beginn der Sommerferien setzen sich dann Schulleiter Büning, Konrektorin Folkerts und die didaktische Leiterin Christel Osteresch zusammen und nehmen die eigentliche Stundenverteilung vor. „Dabei müssen nicht wenige Aspekte berücksichtigt werden“, teilt der Rektor mit. Als Beispiele nennt er Kollegen in Teilzeit, die Regelstundenzahl, Abordnungen von und an anderen Schulen sowie Lehrer, die zusätzliche Funktionen übernehmen und somit weniger unterrichten können.

Langwieriger Prozess

Darüber hinaus müssen Abstimmungen mit der Gemeinde hinsichtlich der Turnhallennutzung und dem Hallenbad in Papenburg getroffen werden. Auch einzelne Kurse sowie Unterricht an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Papenburg müssen bei der Ausarbeitung der Stundenpläne beachtet werden. „Dieser Prozess kann durchaus zwei bis drei Tage dauern“, so Büning.

Computergestütztes Stundenplanprogramm

Sobald diese Arbeit abgeschlossen ist, übernimmt Konrektorin Folkerts die Feinabstimmung. Sie gibt die Daten in ein computergestütztes Stundenplanprogramm ein. „Ob Lehrer, Klassen, Fächer oder Räume: Hier wird alles hinterlegt“, erklärt sie. Bei Unstimmigkeiten wie der Doppelbelegung eines Raumes oder einer unerwünschten Freistunde einer Klasse erhält sie von dem Programm eine Fehlermeldung. „Ich arbeite solange daran, bis keine Fehlermeldung mehr auftaucht“, so die Konrektorin. Bislang sei ihr dies auch immer pünktlich zum Schuljahresbeginn gelungen.

Große Dienstbesprechung

Das Kollegium bekommt die neuen Plänen erst in einer Dienstbesprechung zwei Tage vor dem ersten Schultag vorgestellt. „Dann wissen die Lehrer, welche Klassen und Fächer sie unterrichten“, berichtet Folkerts. Unzufrieden sei bislang keiner der Kollegen aus dieser Besprechung gegangen. „Wenn überhaupt, muss nur noch an Kleinigkeiten gedreht werden.“


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