Heimatgemeinde gratuliert Franziskanerin feiert in Neurhede ihr Ordensjubiläum

Von Hermann-Josef Döbber

Zahlreiche Gratulanten fanden sich zum Empfang im Gemeindehaus ein. Das Bild zeigt (von links) Frank Hunfeld, Schwester Sophia aus Albanien, Gerd Conens, Schwester Electa aus Thuine, Johann Rensen, Schwester Hildegarda, Pfarrer Pater Josef Danne, Johann Hackmann, Gerhard Husmann und Margret Hackmann. Foto: Hermann-Josef DöbberZahlreiche Gratulanten fanden sich zum Empfang im Gemeindehaus ein. Das Bild zeigt (von links) Frank Hunfeld, Schwester Sophia aus Albanien, Gerd Conens, Schwester Electa aus Thuine, Johann Rensen, Schwester Hildegarda, Pfarrer Pater Josef Danne, Johann Hackmann, Gerhard Husmann und Margret Hackmann. Foto: Hermann-Josef Döbber

Neurhede. Schwester M. Hildegarda Rensen hat in ihrer Heimatgemeinde Neurhede am Sonntag ihr 50-jähriges Ordensjubiläum gefeiert. Sie ist seit vielen Jahren für den Thuiner Franziskanerinnenorden in Delvine in Albanien tätig.

„Jubiläen sind immer ein Anlass, sich zu freuen, sich mit dem zu freuen, der jubiliert, in besonderer Weise zu danken“, so Pfarrer Pater Josef Danne zu Beginn der Eucharistiefeier in der St.-Joseph-Kirche. „Wir tun dies zusammen mit Schwester Hildegarda. Wir nehmen ihre Freude und ihre Dankbarkeit mit hinein in die große Danksagung der Kirche, in die Feier der Eucharistie.“

Die Kraft der Attraktion

„Den Ausruf ,Das war eine Attraktion‘ haben Sie sicherlich selber schon mal gemacht oder zumindest gehört“, sagte der Seelsorger beim Blick in die gut gefüllte Kirche. Vieles verberge sich hinter einem solchen Satz. Das könne beispielsweise ein Ereignis bei einem Jahrmarkt oder irgendein Sonderangebot in einem großen Kaufhaus oder eine bestimmte Persönlichkeit im Rahmen einer Veranstaltung sein. „Menschen leben gerade im Zeitalter der Werbung von Attraktionen. Dinge müssen attraktiv sein, anziehend.“ So könne man dieses Wort schlicht übersetzen. „Kirche ist im Augenblick in vielen Kreisen alles andere als attraktiv. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen“, so Danne. Vor 52 Jahren, als Schwester Hildegarda den Schritt ins Kloster getan habe, sei das anders gewesen. „Da war in Glaube und Kirche noch die Kraft der Attraktion, da war etwas anziehendes, das sie bewogen hat, diesen Schritt zu tun. Ja, ich behaupte bei allem, was in ihrem Leben auch Schwierigkeiten, Bedrängnissen, Belastenden vorhanden gewesen ist, diese Spannkraft hat gehalten. Die Anziehungskraft ist bis zur Stunde da“, stellte Danne fest.

Ein Leben in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam

Schwester Hildegarda könne berichten, wie Gott sie geführt und gezogen hat und sie sich von Jesus entdecken ließ. „Es wird für Sie ein ganz besonderer Tag gewesen sein als sie 28-Jährig am 16. Juli 1966 in die Kongregation der Franziskanerinnen vom heiligen Märtyrer Georg in Thuine eingetreten sind. Ganz bestimmt ist dieses Geschehen vor 52 Jahren in diesen Tagen noch einmal sehr gegenwärtig in Ihren Gedanken und Gebeten.“ Dann sei im März 1967 der Tag der Einkleidung gekommen, „Sie bekamen den Namen Schwester Hildegarda und fanden Aufnahme in das Noviziat. Mit 30 Jahren haben Sie sich im März 1968 an eine Gemeinschaft von Schwestern gebunden, sich auf ein Leben in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam eingelassen, dem Sie bis auf den heutigen Tag in echter Treue gefolgt sind.“

Von 1956 bis 1959 Verwaltungslehre absolviert

Pfarrer Danne stellte die Frage: Wer ist diese Frau? Der Bruder der Ordensfrau, Johann Rensen, habe ihn einiges wissen lassen. Als ältestes von fünf Kindern sei sie am 17. August 1938 in Neurhede geboren worden. Nach ihrer Volksschulzeit habe sie für ein Jahr die Hauswirtschaftsschule in Rhede besucht und anschließend zwei Jahre die Handelsschule in Aschendorf. Von 1956 bis 1959 habe sie eine Verwaltungslehre beim damaligen Landkreis Aschendorf-Hümmling absolviert und sei dort bis 1963 tätig gewesen, bevor sie als Landjugendreferentin in der Diözese Osnabrück tätig wurde und in dieser Zeit auch die Landjugend in Neurhede gründete.

2004 nach Deutschland zurückgekehrt

Nach folgenden 21 Jahren in der Gemeindearbeit unter anderem in Herford, Freren und Osnabrück sei für Schwester Hildegarda 1993 der Augenblick gekommen, in die Mission nach Tansania (Afrika) geschickt zu werden. Dort habe sie für zehn Jahre die Leitung der Verwaltung eines Krankenhauses übernommen. Im Jahr 2004 kehrte sie nach Deutschland zurück. „Als eine vorübergehende Aushilfe im Schwesternhaus im atheistischen Albanien gesucht wurde, waren Sie dazu bereit. Aus dieser Aushilfe wurde eine Versetzung bis zum heutigen Tag“, hatte der Seelsorger erfahren. Auch nach 50 Jahren sei Schwester Hildegarda nicht müde, im Auftrag ihres Ordens für die Menschen dazu sein.

An die Jubilarin gewandt wünschte Danne, dass Gott ihr auf die Fürsprache des heiligen Franziskus noch so manches schöne Jahr in Glück und Zufriedenheit geben möge. „Für Ihr Zeugnis und Ihren Dienst sagen wir Ihnen ein herzliches Vergelt`s Gott!“

Empfang im Gemeindehaus

Zahlreiche Gäste fanden sich im Anschluss an die Messe zum Empfang im Gemeindehaus ein. Hier überbrachte der Kreistagsabgeordnete Gerhard Husmann aus Neurhede unter anderem die Glückwünsche von Landrat Reinhard Winter. Dank und Anerkennung zollten der Jubilarin in ihren Grußworten auch der Vorsitzende des Kirchenvorstandes Johann Hackmann, Ortsbürgermeister Frank Hunfeld und der Rheder Bürgermeister Gerd Conens.