Erstes Punktspiel nach 51 Jahren Derbyzeit in Rhede: Der SuS fordert Sparta Werlte heraus

Von Hermann-Josef Döbber

Das letzte Punktspiel in Rhede zwischen dem SuS und Sparta Werlte gewannen die Hümmlinger am ersten Dezembersonntag des Jahres 1966 mit 2:0 Toren. Tags darauf berichtete die Ems-Zeitung über ein gutes Spiel vor 900 Zuschauern. Foto: Hermann-Josef DöbberDas letzte Punktspiel in Rhede zwischen dem SuS und Sparta Werlte gewannen die Hümmlinger am ersten Dezembersonntag des Jahres 1966 mit 2:0 Toren. Tags darauf berichtete die Ems-Zeitung über ein gutes Spiel vor 900 Zuschauern. Foto: Hermann-Josef Döbber

Rhede. Derbyzeit in Rhede: Nach 51 Jahren findet am Ostermontag, 2. April, um 15 Uhr wieder zu einem Punktspiel zwischen den ersten Fußballmannschaften des SuS Rhede und Sparta Werlte statt.

Möglich gemacht hat diese Paarung der Wiederaufstieg der Rheder in die Kreisliga Emsland. Dieser Spielklasse gehören die Werlter, die in den 1960er Jahren den Rhedern auf fußballerischer Ebene enteilten und bis zu vier Klassen höher spielten, nach mehreren Abstiegen seit 2013 an.

Der SuS war in der Saison 1966/67 mit dem bislang letzten Aufeinandertreffen im vierten Spieljahr wieder auf Bezirksebene am Ball. 1962/63 hatten sich Rhede und Werlte ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel geliefert. Die Entscheidung fiel am letzten Spieltag zugunsten der Rheder (68:28 Tore/42:10 Punkte) gegenüber den Spartanern (95:35/40:12). Die Hümmlinger kehrten 1966 auf die fußballerische Bezirksebene zurück.

Sparta siegt vor 900 Zuschauern

Beide Begegnungen im folgenden Spieljahr gewann Sparta. In Rhede siegten die Hümmlinger am 4. Dezember 1966 auf der damaligen Sportanlage hinter der Ludgerusschule. Der Zweite siegte beim Fünften in dem 2375 Einwohner zählenden Rhede vor 900 Zuschauern mit 2:0 (1:0). Die Begegnung habe ein gutes Niveau gehabt, war tags darauf in der Ems-Zeitung zu lesen. Beide Mannschaften hatten im Vorfeld mächtig Eigenwerbung betrieben. So ging Rhede nach Siegen gegen den FC Leschede (3:2), in Schöninghsdorf (2:1), gegen den SV Bad Bentheim (6:0) und beim SC Schüttorf (3:1) in die Partie. Sparta war wie der SuS an den vier vorhergehenden Novemberspieltagen ebenfalls ungeschlagen gewesen. Absolviert wurden Begegnungen gegen den SV Bad Bentheim (5:0), beim Schüttorf (3:1) und Blau-Weiß Lünne (1:1) sowie gegen den SV Biene/Holthausen (4:0).

Werlte holt drei Meisterschaften in vier Jahren

Als am 30. April 1967 das Rückspiel angepfiffen wurde und Sparta mit 3:1 Toren gewann, hatten sich die Werlter die Meisterschaft bereits gesichert. Die Wege der beiden Traditionsvereine, trainiert von Hubert Espel (Sparta) und Johannes „Hannes“ Peiler (SuS) trennten sich wieder – für 51 Jahre. Sparta Werlte stieg zum zweiten Male nacheinander auf, diesmal in die Bezirksliga, Staffel Emsland. 1969 gelang in dieser Staffel der Gewinn der dritten Meisterschaft innerhalb von vier Jahren. Über Entscheidungsspiele gegen den SC Lüstringen, Meister der Bezirksliga, Staffel Osnabrück, machten die Hümmlinger den Aufstieg in die Staffel West der damals viergeteilten niedersächsischen Verbandsliga perfekt.

Deutsche Meisterschaft der Deutschen Jugendkraft

Der Aufstieg erfüllte die Sparta-Familie mit Stolz. Die „Erste“ schlug sich auch in den nächsten Jahren beachtlich. 1973 gewann sie mit Coach Horst Schröter die deutsche Meisterschaft der Deutschen Jugendkraft (DJK). 1969 und 1977 sicherte sich Sparta die deutsche Vizemeisterschaft unter dem Dach der katholischen Sportorganisation. Im Zuge einer Spielklassenreform wurde Sparta Werlte 1979 der Bezirksoberliga zugeteilt, die 1994 in Landesliga umbenannt wurde.

Rheder werden Meister der Bezirksklasse

Der SuS Rhede wurde im Spieljahr 1966/67 Sechster – die ersten fünf Mannschaften stiegen auf. In der folgenden Saison wurde Rhede Vizemeister, 1968/69 Meister der Bezirksklasse Emsland und auch Bezirksmeister der Bezirksklassen im damaligen Regierungsbezirk Osnabrück gegen die TSG Burg Gretesch. Es war der bislang größte Erfolg der Fußballer aus der Emsgemeinde. Gegner waren damals im Osnabrücker Raum unter anderem Blau-Weiß Hollage, Viktoria Gesmold und die Sportfreunde Oesede.

Erstmals gemeinsam in einer Spielklasse am Ball waren Sparta Werlte und der SuS Rhede im Spieljahr 1947/48. Zur Bezirksklasse Emsland-Nord gehörten ferner Eintracht Börger, TuS Aschendorf, SV Schwarz-Rastdorf, SV Gehlenberg, SV Vinnen, SV Holte sowie der SV Amisia 09 und FC Germania 08 Papenburg, die 1994 zum SC Blau-Weiß fusionierten.