Ohne Kreditaufnahme 5,9 Millionen Euro: Rhede investiert so viel wie noch nie

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So viel Geld wie noch nie nimmt die Gemeinde Rhede in diesem Jahr für Investitionen in die Hand. Archivfoto: Dirk HellmersSo viel Geld wie noch nie nimmt die Gemeinde Rhede in diesem Jahr für Investitionen in die Hand. Archivfoto: Dirk Hellmers

Rhede. Rekord in der Einheitsgemeinde: 5,9 Millionen Euro will die Gemeinde Rhede in diesem Jahr für Investitionen in die Hand nehmen. „Zahlen in dieser Höhe hat es bislang noch nie gegeben“, betonte Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) während der Ratssitzung am Donnerstag.

Trotz der Rekordinvestitionen plant die Gemeinde ohne eine Kreditaufnahme. „Es bleibt sogar etwas übrig. Von solchen Verhältnissen haben wir früher nur träumen dürfen“, so Conens. Kämmerer Hermann-Josef Gerdes stellte die Schwerpunkte des Zahlenwerks vor, das der Rat einstimmig verabschiedete. „Auch wir profitieren von der guten konjunkturellen Jahre und haben fast Vollbeschäftigung. Das schlägt sich auch auf die stetig steigenden Einnahmen bei der Gewerbe- und Einkommenssteuer nieder. Besonders deutlich wird dies bei der Gewerbesteuer. Lagen die Einnahmen in Jahr 2000 noch bei 280.000 Euro, „könne man jetzt durchaus eine Null dranhängen“, so Gerdes.

Baugebiet „Südlich Spiekweg“ wird erweitert

Zu den Großprojekten im investiven Bereich zählt nach Worten des Kämmerers mit 440.000 Euro die Erschließung des zweiten Bauabschnittes im Areal „Südlich Spiekweg“, bei dem etwa 25 weitere Grundstücke entstehen sollen. Die Kosten für einen Bauplatz liegen nach Angaben von Conens zwischen 57 und 63 Euro pro Quadratmeter. Mit 700.000 Euro schlägt der Endausbau des Baugebietes „Am Timphauk“ zu Buche.

Sielbauwerke „einzigartige Kulturgüter“

Knapp 600.000 Euro plant die Gemeinde laut Gerdes für die Erneuerung der beiden Sielbauwerke sowie der Sielstraße ein. „Es handelt sich dabei um einzigartige Kulturgüter, die wir für die Zukunft sichern wollen“, so der Kämmerer. Für die Arbeiten an der Mehrzweckhalle wird mit 1,5 Millionen Euro kalkuliert. Zudem steuert die Gemeinde 615.000 Euro für die Erweiterung des Kindergartens St. Nikolaus um eine Krippengruppe sowie weiteren Aufenthaltsräumen bei. Für zahlreiche Vorhaben konnten Gerdes zufolge bereits Fördermittel eingeworben werden.

Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 71 Euro

Aufgrund der guten Ertragslage sowie der Rücklage von Überschüssen plant der Kämmerer keine Kreditaufnahme. „Es bleibt sogar noch Spielraum für die Finanzierung der Projekte bis 2021.“ Eine gute Entwicklung hat in den vergangenen Jahren auch der Schuldenstand der Gemeinde genommen. Lag dieser vor zehn Jahren noch bei rund 1,2 Millionen Euro, sanken die Schulden auf unter 300.000 Euro zu Ende 2017. „Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 71 Euro und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt“, so Gerdes.

Umsichtig, sparsam, entscheidungsfreudig

Bürgermeister Conens lobte den Rat für die Umsicht, Sparsamkeit aber auch Entscheidungsfreudigkeit, wenn Investitionen notwendig seien. „Seit 2005 kann Rhede einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. Was damals als einmalig angesehen wurde, ist selbstverständlich.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Willerding lobte den „sehr soliden und ausgewogenen Haushalt“. Sein Parteikollege Gerhard Husmann sprach von einem „super Investitionsprogramm“, dass Anlass zur Euphorie sei. Er merkte aber auch an, dass bei der Fülle an Vorhaben, mit Sicherheit nicht alles in diesem Jahr in Angriff genommen werden könne. Auch appellierte er daran, Reserven zu bilden, „für Aufgaben, die kommen werden.“


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